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2.2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser



In ihrem diesjährigen Wasserbericht fordert die Uno dazu auf, Wasser im Kampf gegen den Klimawandel besser zu nutzen.
«Wir reden oft über Wassermangel und drohende Wasserkonflikte, aber zu wenig darüber, dass Wasser Teil der Lösung der Klimakrise ist», erklärte Ulla Burchardt vom Vorstand der Deutschen Unesco-Kommission anlässlich der Vorstellung des Berichts am Weltwassertag am Sonntag.

In dem Bericht warnt die Uno vor einem Mangel an Wasser sowie schlechterer Wasserqualität durch die Erderwärmung. «Der Klimawandel verändert den Wasserkreislauf und führt zu grossen Herausforderungen», heisst es. Diese beträfen alle Lebensbereiche.

epa08196186 A child drinks water from a donated water pump, in Sanaa, Yemen, 05 February 2020. According to reports, over 17.8 million people in Yemen do not have safe drinking water as the escalating armed conflict enters its fifth year since the Saudi-led coalition launched an airstrike campaign against the Houthis who dissolved the Saudi-backed government.  EPA/YAHYA ARHAB

Ein Mädchen trinkt Wasser aus einer Wasserpumpe im Jemen. Bild: EPA

Zwei Lösungsansätze

Um diesen Bedrohungen zu begegnen, werden im Weltwasserbericht zwei Lösungsansätze vorgeschlagen: Einerseits müsse Wassernutzung an den Klimawandel angepasst werden, andererseits solle nachhaltiges Wassermanagement durch Klimaschutz erreicht werden. Eine Anpassung der Wassernutzung könne die Schäden infolge des Klimawandels mildern.

Die Autoren des Berichts kritisieren, dass innovative Technologien noch zu selten eingesetzt würden. Ebenso sei Klimaschutz durch die Reduzierung von Treibhausgasen in allen wassernutzenden Bereichen möglich, dies werde allerdings bisher meist übersehen.

«Effektive Bewirtschaftung von Wasser trägt zu Klimaschutz und wirksamer Anpassung an den Klimawandel bei», betonte Burchardt. Die Menschen müssten Wasser effizienter nutzen und unnötige Wassernutzung sowie Wasserverluste vermeiden. Sie forderte auch eine bessere Anpassung der Landwirtschaft an die Wasser- und Klimakrise.

Laut dem Bericht haben weltweit aktuell 2.2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser. 4.2 Milliarden Menschen – also mehr als 55 Prozent der Weltbevölkerung – haben keine sicheren Sanitäranlagen.

Wasserverbrauch steigt

Der weltweite Wasserverbrauch ist heutzutage sechs Mal so hoch wie noch vor hundert Jahren. Und er steigt dem Bericht zufolge weiter um etwa ein Prozent pro Jahr an.

Der Klimawandel führe zu häufigeren und extremeren Wetterereignissen wie Hitzewellen oder Starkregenfällen. In bereits betroffenen Regionen werde sich die Lage weiter verschlechtern, «beispielsweise in Form einer zunehmend unregelmässigen und unsicheren Versorgung», warnt die Uno. Noch nicht betroffene Regionen würden «durch den Klimawandel in Zukunft ebenfalls unter Wasserstress leiden». (sda/afp)

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Enzian034 22.03.2020 16:01
    Highlight Highlight Und da ist Nestle nicht ganz so unschuldig wie sich diese gibt.
  • Cirrum 22.03.2020 15:13
    Highlight Highlight Leider geht es den Ländern, die etwas daran ändern könnten, allen noch viel zu gut. Wir merken noch nicht viel von den Auswirkungen die es hat, was wir mit unserem Konsum anstellen, zuerst müssen leider diejenigen darunter leiden, denen es sonst schon schlecht geht und hier dann als mühsame Flüchtlinge abgetan werden.. man sieht ja was möglich wäre, wenn es uns betreffen würde.. aber früher oder später werden auch wir die Folgen zu spüren bekommen und wir haben eine sehr viel dünnere Haut
  • Cirrum 22.03.2020 14:11
    Highlight Highlight Hier drohen uns richtig Grosse Probleme.
  • Gubbe 22.03.2020 09:44
    Highlight Highlight In manchen Ländern die Trinkwassermangel haben, ist nicht unbedingt das fehlen von Wasser das Problem. Das grösste Problem sind die Regierenden der jeweiligen Länder. Selbst bereichern sie sich masslos und warten auf Spendengeld, um auch von diesem zu profitieren. Sie zweigen hunderte von Millionen für ihren Lebenswandel ab. Da liegt das fehlende Geld für eine anständige Wasserwirtschaft.
  • Druna 22.03.2020 09:37
    Highlight Highlight Klimawandel bedeutet nicht, dass es weniger regnen wird. Die Verteilung wird sich ändern aber wie genau weiss niemand. In manchen Gegenden wird es mehr Wasser geben als jetzt, in manchen weniger. Im gros wird die Luft bei steigenden Temperaturen sogar feuchter und es sollte eher mehr regnen.
  • marcog 22.03.2020 08:27
    Highlight Highlight Die zwei wichtigsten Massnahmen, um die weltweite Trinkwasserversorgung sicherzustellen sind: Klimawandel und Bevölkerungswachstum stoppen. Leider wird weltweit keines von diesen Problemen ernsthaft angegangen...
    • Maya Eldorado 22.03.2020 15:29
      Highlight Highlight Bevölkerungswachstum stoppen:
      In diesem Moment versucht das ein kleines Ding. Aber die Menschheit wehrt sich kräftig und mit allen Mitteln dagegen. Die moderne Medizin ist uns hier eine unverzichtbare Hilfe.
      In früheren Zeiten gab es immer Seuchen, die die Menschheit drastisch dezimierte und sich so die Erde erholen konnte.
      Heute wäre das mit Selbstdisziplin möglich. Die Alternative wäre: Wir lassen Seuchen wieder zu. Im Moment scheint es, dass wir uns dagegen entschieden haben.
    • Cirrum 22.03.2020 16:45
      Highlight Highlight Die Menschen scheinen vergessen zu haben, dass der Tod zum Leben dazu gehört.

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