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epa08032487 Young people take part in a demonstration against climate change during the Youth Climate Strike in Warsaw, Poland, 29 November 2019. Polish youth activists are taking part in protests demanding action on climate issues.  EPA/MARCIN OBARA POLAND OUT

Wie hier in Warschau gingen am Freitag Abertausende für griffigere Massnahmen gegen den Klimawandel auf die Strasse. Bild: EPA

Heute beginnt der Klimagipfel in Madrid: 8 Aspekte, die du kennen solltest

An der 25. Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Madrid soll ab Montag die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens vorangetrieben werden. Hier die wichtigsten Fragen.

Bruno Knellwolf / ch media



Diese Woche, kurz vor der 25. Weltklimakonferenz, ist ein alarmierender Klimabericht publiziert worden. Der «Emissions Gap Report 2019» der UNO zeigt, dass die weltweiten Treibhausgas-Emissionen in den letzten Jahren um jährlich 1.5 Prozent gestiegen sind. So wird die Anzahl an Gigatonnen Treibhausgas immer grösser, die man reduzieren muss, um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen.

Um die Erderwärmung kleiner als 2 Grad zu halten, müssten im Jahr 2030 im Vergleich zu den Zielen der heutigen Klimapolitik 20 Gigatonnen weniger Treibhausgase ausgestossen werden. Unter Mitarbeit des Klimaforschers Reto Knutti von der ETH Zürich erklären wir, was in Madrid verhandelt wird und wie es um die Klimaziele steht.

Nehmen die USA noch teil an dieser Weltklimakonferenz in Madrid?

Ja, weil das Austrittsverfahren erst nach den Präsidentenwahlen Ende 2020 beendet sein wird.

Ist das USA-Bashing nicht übertrieben? Einige US-Staaten haben vorbildliche Treibhausgesetze.

Der Anteil an den jährlichen globalen CO2-Emissionen der USA ist etwa 15 Prozent, also nicht sehr gross. China hat den doppelten Ausstoss (siehe Grafik). Falls sich die USA nach Trumps Präsidentschaft wieder um den Klimaschutz kümmert, ist der Schaden nicht gross. 24 US-Staaten mit 55 Prozent der Bevölkerung der USA haben sich ohnehin zum Pariser Abkommen bekannt. «In Kalifornien wird zum Beispiel schon ab 2020 Fotovoltaik für jedes neue Haus Pflicht», sagt Reto Knutti. Auch viele US-Städte und Firmen betreiben Klimaschutz. Die USA könnten unter einem neuen Präsidenten dem Pariser Abkommen rasch wieder beitreten. Nachhaltige Auswirkungen durch die Trump-Regierung ergeben sich durch deren Entscheide zu grossen Infrastrukturprojekten für fossile Treibstoffe.

Die grössten Treibhausgas-Verursacher

Bild: ch media

Kommt Greta Thunberg auch?

Swedish teen climate activist Greta Thunberg waves from the  48-foot (15-meter) catamaran La Vagabonde as it departs Salt Ponds in Hampton, Va., on Wednesday, Nov. 13, 2019.  Thunberg left North America on a return trip across the Atlantic hitching a renewable-energy ride with an Australian family aboard their catamaran.  (Rob Ostermaier/The Virginian-Pilot via AP)

Greta Thunberg sticht am 13. November in den USA in See. Bild: AP

Anscheinend ist sie mit dem Schiff nach Madrid unterwegs. Eigentlich hätte die Klimakonferenz in Chile stattfinden sollen, weswegen die 16-jährige sich schon auf die Reise dorthin gemacht hatte. Wegen der kurzfristigen Verschiebung nach Madrid, fährt sie nun mit dem Segelschiff zurück nach Europa. Für den Beginn der Konferenz reicht es ihr allerdings nicht.

China stösst am meisten CO2 aus. Gleichzeitig erklären die Chinesen, viel in erneuerbare Energie zu investieren. Stimmt das?

China ist ein sehr grosses Land, dessen Emissionen pro Kopf ähnlich sind wie die der EU. China investiert sehr viel in erneuerbare Energie, aber wegen des grossen Wachstums im Moment auch in alle anderen Energieträger, auch Kohle. «Das ist problematisch, weil jedes neue Kraftwerk eine Betriebszeit von mehreren Jahrzehnten hat», sagt Knutti. Politisch kann China aber einen Wandel sehr rasch umsetzen, wenn es denn will.

Welches sind die wichtigsten Traktanden an der Konferenz?

In Madrid geht es um die Finanzierung des Klimaschutzes, und darum das Regelwerk zu vervollständigen. Sowie um Ideen für die notwendigen Schritte im nächsten Jahr, wenn die Staaten die Klima-Kurve kriegen müssen. Im Jahr 2020 werden alle Länder ihre neuen nationalen Ziele präsentieren. Zum ersten Mal seit Paris wird offiziell Bilanz gezogen. Und erklärt, wieviel ein Land in der Zukunft tun will. Denn gemäss des Pariser Abkommens müssen alle fünf Jahre die Klimaziele verschärft werden, zum ersten Mal im nächsten Jahr. Ein Durchbruch im eigentlichen Sinn ist in Madrid nicht zu erwarten.

Oft wird kritisiert: Nur Worte, keine Taten. Was ist da dran?

Der internationale Dialog ist schwierig, weil die Staaten der UNO nicht zu Massnahmen gezwungen werden. Kein Land muss sich in Klimafragen etwas diktieren lassen. Das Abkommen von Paris hat die Verantwortung auf die Länder übertragen, ihre Ziele zu definieren und umzusetzen.

Und machen sie Ihre Hausaufgaben?

Nur zögerlich. Zwar haben einige europäische Länder das Ziel «netto null» Treibhausgase bis 2050 oder früher verabschiedet, so zum Beispiel Grossbritannien. Auch der Bundesrat hat im August für die Schweiz das Netto Null Ziel bis 2050 vorgeben, allerdings noch mit der fraglichen Hintertür der Auslandkompensation, und ohne Umsetzungsplan. «Die Realität ist aber, dass die Lücke zwischen dem was ist, und was nötig wäre für ein Klimaziel von deutlich unter 2 °C immer noch riesig ist. Wir steuern auf eine Erwärmung von 3 bis 4 °C zu», sagt Knutti. Der oben erwähnte «UNO Gap Report» spricht von weltweit nötigen Emissionsreduktion von sieben Prozent pro Jahr. Die Schweiz will im revidierten CO2-Gesetz zwischen jetzt und 2030 nur gerade ein Prozent pro Jahr im Inland reduzieren.

Länder wie die Schweiz kompensieren CO2 im Ausland. Nützt dieser Ablasshandel?

Für die UNO zählen nur Emissionen im eigenen Land. Diese können leicht erfasst und durch Gesetze des jeweiligen Landes kontrolliert werden. Aus wirtschaftlicher Sicht kann es Sinn machen, die Emissionen dort zu reduzieren, wo es am einfachsten und günstigsten ist. Also in Ländern, wo noch alte Technologie eingesetzt wird. Mehr Sinn macht langfristig, das eigene Land und deren Infrastruktur gemäss dem Klimaschutz umzubauen. Hochtechnologisierte Länder sollten Lösungen für ihr eigenes Land entwickeln. Wenn, wie erklärt, im Jahr 2050 der CO2-Ausstoss weltweit Null sein muss, müssen die dafür notwendigen Massnahmen sowieso im eigenen Land gemacht werden.

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • w'ever 02.12.2019 11:57
    Highlight Highlight ach kommt schon. da treffen sich irgendwelche menschen an der weltklimakonferenz um zu diskutieren wie schlimm es um die erwärmung steht und was man machen könnte/sollte, aber passieren wird genau gar nichts.
  • THEOne 02.12.2019 09:20
    Highlight Highlight da wird wieder viieell heisse luft bei rauskommen... wie üblich
  • Vergugt 02.12.2019 09:01
    Highlight Highlight Detail, aber: der Gap-report ist letzte Woche erschienen ;-) ansonsten gutes Interview, gerne mehr davon und wenn möglich noch mit mehr Tiefe!
  • Raphael Stein 02.12.2019 08:48
    Highlight Highlight Moment:

    USA ist etwa 15 Prozent, also nicht sehr gross. China hat den doppelten Ausstoss...

    Ist das Personen, oder Länderbezogen berechnet?
    • buffettino 02.12.2019 13:03
      Highlight Highlight Ich glaube Länderbezogen, also absolut. Im Artikel steht ja, dass China per capita etwa soviel ausstöst wie Europa (per capita).
  • Noblesse 02.12.2019 08:22
    Highlight Highlight Ohne weltweit staatlich koordinierte, grüne Wasserstoffproduktion und somit Ablösung der fossilen Btennstoffe wird das nie Gelingen. Wegen dem Marktversagen!
  • foxtrottmikelima 02.12.2019 07:38
    Highlight Highlight Neeeein, die USA stossen nur 15% aller CO2 Emissionen aus, das ist überhaupt nicht schlimm.

    Hauptsache man kann wieder die Schuld auf China und die USA in Schutz nehmen - Pro Kopf stossen die Chinesen nämlich weniger aus als die Amerikaner.
  • runthehuber 02.12.2019 07:36
    Highlight Highlight Und alle kommen sie zu Fuss oder dem Fahrrad..... grööööhl

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