«Historisch»: «Hitzekuppel» in den USA breitet sich weiter aus
Bei einer «Hitzekuppel» wirkt ein Hochdruckgebiet wie ein Topfdeckel, unter dem sich die heisse Luft über einer Region staut. In den USA ist das Phänomen seit letzter Woche verantwortlich für März-Rekordtemperaturen: Noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen waren die Durchschnittstemperaturen in den USA im März so hoch. 14 Bundesstaaten verzeichnen ebenfalls einen Märzrekord.
Gemäss dem Nationalen Wetterdienst wurden am vergangenen Freitag an vier Orten in Arizona und Kalifornien 44,4 Grad Celsius gemessen. Gemäss «Sciene Alert» wurde nicht nur der Rekord für den heissesten Märztag auf dem amerikanischen Festland um zwei Grad Celsius gebrochen – es fehlte sogar nur ein Grad zum heissesten Tag, der jemals in den 48 kontinentalen Bundesstaaten im April gemessen wurde.
«Hitzekuppel» dehnt sich weiter aus
Nun ist klar: Die «Hitzekuppel» wird noch nicht verschwinden. Sie bleibt wohl noch bis Mitte nächster Woche, wenn der April beginnt, sagt Gregg Gallina vom Wettervorhersagezentrum des Nationalen Wetterdienstes gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Und: Sie wird sich noch weiter ausdehnen. Bislang brütete die Hitze über dem Südwesten der USA, jetzt verlagert sie sich langsam in den Osten.
Sie könnte sich daher als eine der ausgedehntesten Hitzewellen in der Geschichte der USA erweisen, sagen Meteorologen und Wetterhistoriker gemäss «Science Alert».
«Im Grunde genommen wird es in den gesamten USA heiss werden», so Gregg Galline zu Beginn der Woche. «Das Gebiet, in dem Rekordtemperaturen gemessen werden, ist extrem gross. Das ist das wirklich Bizarre daran.»
Ein Beispiel: Flagstaff in Arizona dürfte laut des Meteorologen Jeff Masters von Yale Climate Connections elf oder zwölf Tage in Folge Temperaturen erleben, die allesamt über dem bisherigen März-Rekord der Stadt liegen.
Laut Gallina wird die Ostwärtsbewegung des Hochdruckgebiets bis Mittwoch zu Temperaturen um die 32 Grad Celsius in den südlichen und zentralen Ebenen der USA führen. Ein Viertel bis ein Drittel der 48 kontinentalen Bundesstaaten dürften demnach mit März-Rekordwerten rechnen.
Die Rekordhitze ist indes «praktisch unmöglich» ohne den Einfluss des menschengemachten Klimawandels zustandegekommen. Zu diesem Schluss kam eine Gruppe internationaler Klimaforscher. Der Klimawandel, verursacht durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Erdgas, habe dieses Ereignis 800-mal wahrscheinlicher gemacht. Diese Aktivitäten trugen demnach «mindestens 2,6 Grad Celsius» zur Hitze bei.
Obwohl die Temperaturen sommerlich hoch sind, gibt es für die Menschen, die unter der Hitze leiden, einen kleinen Lichtblick: Die Luft ist viel weniger feucht als im Sommer, die Hitze daher deutlich erträglicher.
Wie kommt diese Wetterlage zustande?
Der Jetstream – das Starkwindband, das Wettersysteme von West nach Ost transportiert – ist gemäss den Experten weiter im Westen «festgefahren». Dies äussert sich auch genau dort: Hawaii wird derzeit von einer Serie von Stürmen heimgesucht, durch die die Menschen mit sintflutartigen Regenfällen und Überschwemmungen zu kämpfen haben.
(lak)
