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Konsum - Detailhandel

Lidl baut erstes Pub in Nordirland

Lidl baut ein Pub – das steckt dahinter

Lidl geht neue Wege: In Nordirland baut der Discounter seine erste eigene Kneipe – direkt neben dem Supermarkt. Einkaufen und Bier trinken an einem Ort? Klingt verrückt, könnte aber funktionieren.
11.04.2026, 13:2111.04.2026, 13:21
Kathrin Martens / watson.de

Discounter goes Pub: Der deutsche Lebensmittelriese Lidl sorgt aktuell für Aufsehen – allerdings nicht mit neuen Billigpreisen, sondern mit einem ziemlich ungewöhnlichen Projekt. In Nordirland baut der Discounter nämlich gerade seine allererste eigene Kneipe.

epa12880241 A Lidl sign outside a supermarket in London, Britain, 10 April 2026. Lidl supermarket has announced it is set to open fifty more stores across the UK, creating some two thousand jobs. EPA/ ...
Bei Lidl ein gemütliches Feierabendbier trinken? Das soll in Nordirland bald möglich sein.Bild: keystone

Das Pub soll schon diesen Sommer öffnen und befindet sich im Vorort Dundonald im Osten von Belfast – direkt neben einer bestehenden Lidl-Filiale. So kann man sich nach dem Einkaufen direkt mit einem Bier belohnen. Effizienter wird's wohl nicht mehr.

Lidl baut ein Pub: Idee hat interessanten Grund

Laut dem Unternehmen wird die Kneipe Platz für rund 60 Gäste bieten und etwa 60 Quadratmeter gross sein. Auf der Getränkekarte steht das volle Lidl-Programm. Also Weine, Biere, Cider, Spirituosen und Liköre – alles aus dem bekannten Sortiment des Discounters.

Die Idee kommt nicht aus dem Nichts. Laut Lidl-Manager Gordon Cruikshanks habe die Region in den letzten Jahren einen deutlichen Bevölkerungszuwachs erlebt – über 20 Prozent mehr Menschen. Gleichzeitig habe es vor Ort bisher keine Möglichkeit gegeben, das komplette Alkoholsortiment von Lidl anzubieten, zitiert ihn CNN.

Denn in Nordirland müssen Supermärkte zwei Hürden überwinden, bevor sie Alkohol verkaufen dürfen. Zunächst müssen sie eine Lizenz erwerben, die von einem anderen Betrieb «abgegeben» wurde – etwa von einem Pub, der schliesst. Dieses sogenannte «Surrender-Prinzip» fungiert als strenge Obergrenze für die Anzahl der Betriebe, die Alkohol verkaufen dürfen, berichtet BBC.

Lidl musste also zuerst eine solche Lizenz erwerben.

Konkurrenz wollte Lidl-Pub verhindern

Der Weg dahin war allerdings alles andere als entspannt, denn bevor der erste Zapfhahn installiert werden konnte, musste Lidl erst einmal durch einen längeren Rechtsstreit gehen. Die Konkurrenz aus dem Getränkesektor hatte gegen das Projekt geklagt und argumentiert, dass der Standort ungeeignet sei und die Kneipe ohnehin nicht genug Gäste anziehen würde.

Im Januar 2025 kam dann die Entscheidung: Ein Gericht wies die Klage ab. Zwar sei ein Pub direkt am Supermarkt durchaus ein neues Konzept – verboten sei es aber nicht. Somit konnte Lidl eine Pub-Lizenz kaufen, der Bau konnte beginnen.

Wenn alles nach Plan läuft, könnte Lidl schon bald nicht nur für günstige Lebensmittel stehen, sondern auch für den Feierabenddrink. Ob sich das Konzept durchsetzt, wird sich zeigen. Aber die Kombination aus Discounter und Kneipe klingt wie ein Experiment, das sich durchaus lohnen könnte.

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