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Tourists stand next to a sign showing President Barack Obama, right, and Cuba's President Raul Castro next to the Cathedral in Old Havana, Cuba, Sunday, March 20, 2016, ahead of Obama's arrival. In his historic visit to Cuba, Obama is relegating decades of American acrimony with the country further into the past and cementing a new relationship between the Cold War-era foes. (AP Photo/Enric Marti)

«Bienvenido A Cuba», steht auf Strassenplakaten.
Bild: Enric MartÃ/AP/KEYSTONE

«Wie geht's, Kuba?»: Obama weilt zu historischem Besuch in Havanna



Seit Wochen haben die Kubaner auf ihn gewartet – jetzt ist er da: Als erster amtierender US-Präsident seit fast 90 Jahren traf Barack Obama am Sonntag in Havanna ein, der Hauptstadt des kommunistischen Karibikstaats.

Obamas dreitägige Visite markiert den bisherigen Höhepunkt des Annäherungskurses zwischen den vormals verfeindeten Ländern. Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro hatten Ende 2014 eine Normalisierung der Beziehungen zwischen den Gegnern aus den Zeiten des Kalten Kriegs eingeleitet. Ein Treffen der zwei Staatschefs war aber erst für Montag vorgesehen.

Die Air Force One des US-Präsidenten landete am Sonntag um 16:25 Uhr Ortszeit (21:25 Uhr MEZ). Mit an Bord waren Obamas Frau Michelle und seine zwei Töchter Malia und Sasha.

«Que bola, Cuba?» (Wie geht's, Kuba?) – im landestypischen Slang grüsste Obama über Twitter unmittelbar nach seiner Landung die kubanische Bevölkerung. Er freue sich darauf, die Kubaner zu treffen und von ihnen zu hören, fügte der US-Präsident hinzu.

Verregneter Stadtausflug

Zu Beginn unternahmen Obama und seine Familie einen Spaziergang durch die Altstadt von Havanna. Doch der inzwischen heftiger gewordene Regen und ein enormes Polizeiaufgebot sorgten für menschenleere Strassen.

U.S. President Barack Obama tours Old Havana with his family at the start of a three-day visit to Cuba, in Havana March 20, 2016. REUTERS/Carlos Barria

Enormes Polizeiaufgebot beim Stadtrundgang des Präsidenten-Trosses.
Bild: CARLOS BARRIA/REUTERS

«Vielleicht haben sie mich durchgelassen, weil sie mich mit meinem Rucksack für einen Touristen hielten», sagte der Techniker Ariel Hernandez, während er versuchte, einen Blick auf den US-Präsidenten und seine Familie zu werfen. Wie viele seiner Landsleute erwarte er sich viel von dem Besuch, sagte Hernandez weiter: «Wir hoffen auf die Zukunft – das ist ein grosser Wandel».

Essen im «Paladar»

Nach dem etwas ungemütlichen Auftakt war der Empfang der Präsidentenfamilie in der Kathedrale von Havanna umso herzlicher. Dort wurde sie von Kardinal Jaime Ortega, einem der Architekten der bilateralen Annäherung, begrüsst.

U.S. President Barack Obama, left, is greeted by Cardinal Jaime Ortega, center, at the entrance to La Catedral de La Habana in  Havana, Cuba, Sunday, March 20, 2016. Obama became the first U.S. president to visit the island in nearly 90 years. (AP Photo/Pablo Martinez Monsivais)

US-Präsident trifft Kardinal: Herzlicher Empfang durch Jaime Ortega.
Bild: Pablo Martinez Monsivais/AP/KEYSTONE

Menschenrechte ansprechen

Am Dienstag hält der US-Präsident eine vom Fernsehen übertragene Rede in einem Theater der Hauptstadt. Auch Treffen mit Privatunternehmern und Oppositionellen sowie der Besuch eines Baseballspiels stehen auf seinem Programm. Obama hatte bereits im Vorfeld angekündigt, bei seinem Treffen mit Präsident Castro auch über die Menschenrechtslage in Kuba sprechen zu wollen.

Policewomen drag away a member of Ladies in White, a women's dissident group that calls for the release of political prisoners, during their weekly protest in Havana, Cuba, Sunday, March 20, 2016. U.S. President Barack Obama arrives Sunday afternoon for a three-day visit to Cuba, the first visit by a U.S. president to the island in nearly 90 years. (AP Photo/Rebecca Blackwell)

Festnahme eines Mitglieds der oppositionellen Damen in Weiss.
Bild: Rebecca Blackwell/AP/KEYSTONE

Obama wurde im Vorfeld seines Besuchs nochmals eindrücklich an die dunkle Seite der kubanischen Politik erinnert: Wenige Stunden vor seiner Landung in Havanna waren dutzende Regierungsgegnerinnen festgenommen worden.

Airbnb auch in Kuba erlaubt

Kurz vor dem historischen Kuba-Besuch von Präsident Barack Obama hat die US-Regierung Airbnb die Erlaubnis erteilt, private Unterkünfte auf der Karibikinsel an Touristen aus aller Welt zu vermitteln. Das teilte der Online-Vermittler am Sonntag mit. Damit setzt Obama seine Strategie fort, am Kongress vorbei das US-Handelsembargo gegen Kuba aus eigener Vollmacht schrittweise zu lockern. Vollständig beenden kann Obama das Embargo nur mit Zustimmung des Kongresses. Dort halten jedoch die Republikaner die Mehrheit, die gegen eine Aufhebung der Sanktionen sind. Airbnb begann vor einem Jahr, sein Geschäftsmodell auch in Kuba anzuwenden. Inzwischen sind dort rund 4000 Angebote gelistet. Bisher allerdings durfte das Online-Portal Privatunterkünfte nur an seine Kunden aus den USA vermitteln. Obama traf am Sonntag als erster US-Präsident seit fast 90 Jahren in dem Nachbarstaat ein.

Die von einigen Unterstützern begleiteten Aktivistinnen der Bewegung Damen in Weiss wurden am Sonntag nach einer Protestkundgebung in der Hauptstadt in Gewahrsam genommen. Bei dem Marsch in der Nähe einer Kirche forderten sie mehr Achtung der Menschenrechte in Kuba.

Kein Treffen mit Fidel

Erst am Freitag hatte Kubas Staatschef Raúl Castro Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro empfangen. Dabei bekräftigte Castro mit US-kritischen Tönen seine Solidarität mit dem Verbündeten Venezuela. Am Samstag traf Maduro dann Revolutionsführer Fidel Castro.

Maduro ist ebenso wie sein Vorgänger Hugo Chávez ein scharfer Kritiker der US-Politik in Lateinamerika. Im Gegensatz zu dem venezolanischen Präsidenten wird Obama den 89-jährigen Revolutionsführer nicht treffen. (kad/sda/afp)

Barack Obama in Kuba

Bonus-Track

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Und hier noch die richtige Musik zum historischen Besuch.
YouTube/World Circuit Records

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • DEW 20.03.2016 23:08
    Highlight Highlight Eine Annäherung von welcher beide Länder profitieren könnten wäre sicher sehr schön. Nur entsteht bei einigen Medienberichten der Eindruck es sei schon fast alles in trockenen Tüchern. Dem ist momentan noch nicht so: http://www.nachdenkseiten.de/?p=27947#more-27947
  • Thrasher 20.03.2016 23:04
    Highlight Highlight Hach immer diese Ironie. Ein amerikanischer Präsident kritisiert die Menschenrechtslage in Kuba, während der amerikanische Staat ein Straflager auf eben diesem Kuba betreibt, indem die Menschenrechte mit Füssen getreten werden.
    Herrlich!
    • herschweizer 21.03.2016 07:08
      Highlight Highlight Nein das ist keine Ironie... das zeigt bloss wer sich konstruktiver mit Medienkontrolle auseinandergesetzt hat
  • Mia_san_mia 20.03.2016 22:04
    Highlight Highlight Super Sache!
    • Mafi 20.03.2016 22:31
      Highlight Highlight Dialog ist immer gut.
    • AJACIED 20.03.2016 22:33
      Highlight Highlight @Mia san mia
      Nur weil es USA ist es super?
      Die Amerikaner machen nichts unüberlegtes. Nach einiger Zeit kommen dann mit Ansprüchen.
      Wieso gingen sie nach irak, kosovo, ect?!
      Hoffentlich bleibt Kuba so wie es ist und wird nicht amerikanisiert wie z.b. México
    • Mia_san_mia 20.03.2016 22:45
      Highlight Highlight Das wieder mal ein US Präsident dort ist.
    Weitere Antworten anzeigen

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