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«Bienvenido A Cuba», steht auf Strassenplakaten.<br data-editable="remove">
«Bienvenido A Cuba», steht auf Strassenplakaten.
Bild: Enric MartÃ/AP/KEYSTONE

«Wie geht's, Kuba?»: Obama weilt zu historischem Besuch in Havanna

20.03.2016, 21:2721.03.2016, 09:22

Seit Wochen haben die Kubaner auf ihn gewartet – jetzt ist er da: Als erster amtierender US-Präsident seit fast 90 Jahren traf Barack Obama am Sonntag in Havanna ein, der Hauptstadt des kommunistischen Karibikstaats.

Obamas dreitägige Visite markiert den bisherigen Höhepunkt des Annäherungskurses zwischen den vormals verfeindeten Ländern. Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro hatten Ende 2014 eine Normalisierung der Beziehungen zwischen den Gegnern aus den Zeiten des Kalten Kriegs eingeleitet. Ein Treffen der zwei Staatschefs war aber erst für Montag vorgesehen.

Die Air Force One des US-Präsidenten landete am Sonntag um 16:25 Uhr Ortszeit (21:25 Uhr MEZ). Mit an Bord waren Obamas Frau Michelle und seine zwei Töchter Malia und Sasha.

«Que bola, Cuba?» (Wie geht's, Kuba?) – im landestypischen Slang grüsste Obama über Twitter unmittelbar nach seiner Landung die kubanische Bevölkerung. Er freue sich darauf, die Kubaner zu treffen und von ihnen zu hören, fügte der US-Präsident hinzu.

Verregneter Stadtausflug

Zu Beginn unternahmen Obama und seine Familie einen Spaziergang durch die Altstadt von Havanna. Doch der inzwischen heftiger gewordene Regen und ein enormes Polizeiaufgebot sorgten für menschenleere Strassen.

Enormes Polizeiaufgebot beim Stadtrundgang des Präsidenten-Trosses.<br data-editable="remove">
Enormes Polizeiaufgebot beim Stadtrundgang des Präsidenten-Trosses.
Bild: CARLOS BARRIA/REUTERS

«Vielleicht haben sie mich durchgelassen, weil sie mich mit meinem Rucksack für einen Touristen hielten», sagte der Techniker Ariel Hernandez, während er versuchte, einen Blick auf den US-Präsidenten und seine Familie zu werfen. Wie viele seiner Landsleute erwarte er sich viel von dem Besuch, sagte Hernandez weiter: «Wir hoffen auf die Zukunft – das ist ein grosser Wandel».

Essen im «Paladar»

Nach dem etwas ungemütlichen Auftakt war der Empfang der Präsidentenfamilie in der Kathedrale von Havanna umso herzlicher. Dort wurde sie von Kardinal Jaime Ortega, einem der Architekten der bilateralen Annäherung, begrüsst.

US-Präsident trifft Kardinal: Herzlicher Empfang durch Jaime Ortega.<br data-editable="remove">
US-Präsident trifft Kardinal: Herzlicher Empfang durch Jaime Ortega.
Bild: Pablo Martinez Monsivais/AP/KEYSTONE

Menschenrechte ansprechen

Am Dienstag hält der US-Präsident eine vom Fernsehen übertragene Rede in einem Theater der Hauptstadt. Auch Treffen mit Privatunternehmern und Oppositionellen sowie der Besuch eines Baseballspiels stehen auf seinem Programm. Obama hatte bereits im Vorfeld angekündigt, bei seinem Treffen mit Präsident Castro auch über die Menschenrechtslage in Kuba sprechen zu wollen.

Festnahme eines Mitglieds der oppositionellen Damen in Weiss.<br data-editable="remove">
Festnahme eines Mitglieds der oppositionellen Damen in Weiss.
Bild: Rebecca Blackwell/AP/KEYSTONE

Obama wurde im Vorfeld seines Besuchs nochmals eindrücklich an die dunkle Seite der kubanischen Politik erinnert: Wenige Stunden vor seiner Landung in Havanna waren dutzende Regierungsgegnerinnen festgenommen worden.

Airbnb auch in Kuba erlaubt
Kurz vor dem historischen Kuba-Besuch von Präsident Barack Obama hat die US-Regierung Airbnb die Erlaubnis erteilt, private Unterkünfte auf der Karibikinsel an Touristen aus aller Welt zu vermitteln. Das teilte der Online-Vermittler am Sonntag mit. Damit setzt Obama seine Strategie fort, am Kongress vorbei das US-Handelsembargo gegen Kuba aus eigener Vollmacht schrittweise zu lockern. Vollständig beenden kann Obama das Embargo nur mit Zustimmung des Kongresses. Dort halten jedoch die Republikaner die Mehrheit, die gegen eine Aufhebung der Sanktionen sind. Airbnb begann vor einem Jahr, sein Geschäftsmodell auch in Kuba anzuwenden. Inzwischen sind dort rund 4000 Angebote gelistet. Bisher allerdings durfte das Online-Portal Privatunterkünfte nur an seine Kunden aus den USA vermitteln. Obama traf am Sonntag als erster US-Präsident seit fast 90 Jahren in dem Nachbarstaat ein.

Die von einigen Unterstützern begleiteten Aktivistinnen der Bewegung Damen in Weiss wurden am Sonntag nach einer Protestkundgebung in der Hauptstadt in Gewahrsam genommen. Bei dem Marsch in der Nähe einer Kirche forderten sie mehr Achtung der Menschenrechte in Kuba.

Kein Treffen mit Fidel

Erst am Freitag hatte Kubas Staatschef Raúl Castro Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro empfangen. Dabei bekräftigte Castro mit US-kritischen Tönen seine Solidarität mit dem Verbündeten Venezuela. Am Samstag traf Maduro dann Revolutionsführer Fidel Castro.

Maduro ist ebenso wie sein Vorgänger Hugo Chávez ein scharfer Kritiker der US-Politik in Lateinamerika. Im Gegensatz zu dem venezolanischen Präsidenten wird Obama den 89-jährigen Revolutionsführer nicht treffen. (kad/sda/afp)

Barack Obama in Kuba

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Historischer Obama-Besuch in Kuba
quelle: epa/epa / michael reynolds
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Bonus-Track

Und hier noch die richtige Musik zum historischen Besuch.
YouTube/World Circuit Records
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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Thrasher
20.03.2016 23:04registriert Juli 2015
Hach immer diese Ironie. Ein amerikanischer Präsident kritisiert die Menschenrechtslage in Kuba, während der amerikanische Staat ein Straflager auf eben diesem Kuba betreibt, indem die Menschenrechte mit Füssen getreten werden.
Herrlich!
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Mia_san_mia
20.03.2016 22:04registriert Januar 2014
Super Sache!
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