Kunstikone Valie Export 85-jährig gestorben
Die weltbekannte Medien- und Performancekünstlerin, Filmemacherin und feministische Theoretikerin Valie Export ist am Donnerstag wenige Tage vor ihrem 86. Geburtstag in Wien gestorben. Das gab die Valie Export Stiftung gegenüber der Nachrichtenagentur APA bekannt.
Geboren am 17. Mai 1940 in Linz als Waltraud Lehner, wurde Valie Export unter ihrem Künstlernamen die wohl bekannteste und einflussreichste lebende Künstlerin Österreichs und beeinflusste Generationen von Kunstschaffenden.
«Wir trauern um eine herausragende Künstlerin, eine aussergewöhnliche Persönlichkeit und um einen besonderen Menschen», hiess es in einem Statement der Stiftung. «Valie Export zählt zu den wichtigsten Künstlerinnen der Nachkriegszeit. Sie gehört seit den späten 1960er-Jahren zu den einflussreichsten Stimmen der feministischen Avantgarde Europas.»
Im Mittelpunkt ihres Werkes steht demnach die kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Normierung des weiblichen Körpers. «Dabei nimmt sie unerschrocken und kompromisslos intime, tabuisierte oder gesellschaftlich verdrängte Inhalte in den Blick.»
Zu ikonischen Werken der Performancekunst wurden ihr «Tapp- und Tastkino» (1968) und ihre «Aktionshose: Genitalpanik». Daneben schuf sie wegweisende Arbeiten zum Expanded Cinema sowie Spielfilme wie «Unsichtbare Gegner» (1976), «Praxis der Liebe» (1985) oder «Syntagma» (1983). Weltweit wurde sie mit Ausstellungen und Auszeichnungen geehrt. Nur der Grosse Österreichische Staatspreis wurde ihr nie zuerkannt. (hkl/sda/apa)
