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Thalia Olvino, representing Delta Amacuro state, is crowned Miss Venezuela at the end of the beauty pageant in Caracas, Venezuela, Thursday, Aug. 1, 2019. (AP Photo/Ariana Cubillos)

Thalia Olvino wird zur schönsten Frau Venezuelas gekürt. Bild: AP

Schöner Schein im Krisenstaat – soeben wurde die Miss Venezuela gekrönt



Mitten in einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise ist in Venezuela eine neue Schönheitskönigin gewählt worden. Die 19-jährige Marketingstudentin Thalia Olvino aus dem Bundesstaat Delta Amacuro wurde am Donnerstag zur Miss Venezuela gekrönt.

Ende des Jahres soll sie das südamerikanische Land bei der Wahl zur Miss Universe vertreten. Erstmals wurden bei der Miss-Venezuela-Wahl in diesem Jahr die Körpermasse der Teilnehmerinnen nicht veröffentlicht. «Die Schönheit der Frau sollte nicht in Schubladen gepresst werden», sagte die frühere Miss Venezuela, María Gabriela Isler. «Die Schönheit einer Frau ist nicht 90-60-90.»

Venezuela ist eine Supermacht im internationalen Geschäft mit der Schönheit. Sieben Miss Universe und sechs Miss World stammen aus dem südamerikanischen Land. Um die Auswahl und das Training von Models und Schönheitsköniginnen ist in Venezuela eine ganze Industrie entstanden.

Contestants poses in swim wear during the Miss Venezuela 2019 beauty pageant in Caracas, Venezuela, Thursday, Aug. 1, 2019. (AP Photo/Ariana Cubillos)

Lächeln in der Krise: Die neue Miss Venezuela und ihre Mitstreiterinnen während des Schönheits-Wettbewerbes. Bild: AP

Allerdings steckt das Land in einer schweren Krise. Seit Monaten liefern sich Staatschef Nicolás Maduro und der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó einen erbitterten Machtkampf. Aus Mangel an Devisen können zudem kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs importiert werden. Millionen Venezolaner haben ihre Heimat bereits verlassen.

Krise trifft auch Miss-Wettbewerb

Die Krise macht auch vor dem Miss-Venezuela-Wettbewerb nicht Halt. Während die Show früher bis zu fünf Stunden dauerte, wurde sie in diesem Jahr auf rund drei Stunden gekürzt. Statt bis zu 15'000 Live-Zuschauer waren diesmal nur etwa 300 Gäste als Publikum geladen.

«Wir wissen, dass wir uns in einer schwierigen Lage befinden, das ganze Land ist in einer komplizierten Situation», sagte zuletzt die Geschäftsführerin der Miss-Venezuela-Wahl, Nina Sicilia. «Aber wir können nicht einfach das Licht ausschalten und die Tür zumachen. Das Land muss weiter funktionieren.»

Für Ex-Miss Isler sind die Schönheitswettbewerbe eine wichtige Stütze für die am Boden liegende Wirtschaft Venezuelas. «Das Geschäft gibt Tausenden Menschen Arbeit. Ihr tägliches Brot hängt davon ab», sagte die Miss Universe von 2013. «Ihre Möglichkeit, sich ein Leben aufzubauen, vielleicht auch ausserhalb von Venezuela, hängt davon ab. Es ist ein wunderbares Sprungbrett für viele Menschen.»

epa07752694 Contestants perform stage during the Miss Venezuela 2019 pageant in Caracas, Venezuela, 01 August 2019. This year the annual pageant will not published the hip, waist and bust measurements of the contestants, the first time since the contest began in 1952. According to media reports, the organizers hope the move will help promote positive image.  EPA/MIGUEL GUTIERREZ

Die Show war auch schon pompöser. Bild: EPA

Vorgängerin aus Elendsviertel

Die vorherige Miss Venezuela, Isabella Rodríguez, beispielsweise stammt aus Petare. Das Elendsviertel am Rande von Caracas gilt als der grösste Slum Lateinamerikas. «Stellt euch vor: Von Petare in die Welt. Träume können tatsächlich Wirklichkeit werden», sagte sie bei ihrer Krönung.

Doch auch eine Schönheitskönigin bleibt von der harten Realität in Venezuela nicht verschont. Mehrfach wurde Rodríguez bereits Zeugin brutaler Gewalt in ihrem Viertel, sie kennt den Hunger, die Suche nach Medikamenten, die Angst. Zwei ihrer Brüder haben auf der Suche nach Arbeit das Land bereits verlassen.

Anfang des Jahres ging auch Rodríguez gegen die sozialistische Regierung von Staatschef Maduro auf die Strasse. «Ich schliesse mich an, und gemeinsam rufen wir nach Freiheit. Ich bin die Stimme jener, die nichts zu Essen und keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung haben», schrieb sie bei Instagram neben einem Foto, das sie mit der venezolanischen Flagge über der Schulter bei einem Protestzug zeigt. «Nur weil ich eine Krone auf dem Kopf habe, heisst das nicht, dass ich in einer Luxus-Blase lebe. Wir alle wollen Chancen bekommen und unseren Traum leben, der Venezuela heisst.» (sda/dpa)

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Der Konflikt in Venezuela strahlt bis in die Schweiz

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    Alle Leser-Kommentare
  • Basti Spiesser 02.08.2019 11:19
    Highlight Highlight Wo ist eigentlich Nobody Guaido?
    • Egal 02.08.2019 14:10
      Highlight Highlight Hatte gestern Verhandlungen mit Citgo - wo war eigentlich der Diktator Maduro? So nun komm mal mit Deinem Wissen raus … oder bist etwa Du der "Nobody"?
  • Spooky 02.08.2019 10:11
    Highlight Highlight Sind eigentlich die Feministinnen mit diesen Schönheitswettbewerben rund um den Globus einverstanden?
  • who cares? 02.08.2019 08:11
    Highlight Highlight «Die Schönheit der Frau sollte nicht in Schubladen gepresst werden», «Die Schönheit einer Frau ist nicht 90-60-90.»

    In diesem Fall wohl eher 80-55-85.
    Super schlank und operierte Nasen. Die Frauen im Wettbewerb stammen leider alle aus einer Schublade.
  • Frauen Unihockey WM 7.-15.12.2019 Neuenburg 02.08.2019 07:20
    Highlight Highlight Worth to mention. Die Krise wird durch ein Handelsembargo der USA seit Jahren befeuert. Venezuela hat riesige Öl-Reserven aber kann sie weder angemessen fördern noch verkaufen. Es fehlen Ersatzteile. Einnahmen im Ausland werden eingefroren. Schlicht weil Maduro solialistische Politik der USA nicht passt...
    • Egal 02.08.2019 13:47
      Highlight Highlight Keine Ahnung von Venezuela haben aber einfach mal den Amis die Schuld geben - tja ...

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