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Lateinamerika

Kolumbianischer Finanzminister tritt zurück

Nach Protesten mit mindestens 19 Toten: Kolumbianischer Finanzminister tritt zurück

04.05.2021, 05:4304.05.2021, 05:43
Colombian Finance Minister Alberto Carrasquilla (C) flanked by World Bank President Paul Wolfowitz (R) and International monetary Fund (IMF) managing Director Rodrigo de Rato speaks to reporters durin ...
Alberto Carrasquilla in Singapur im Jahr 2006.Bild: EPA

Nach tagelangen Protesten mit mindestens 19 Toten ist der kolumbianische Finanzminister Alberto Carrasquilla zurückgetreten. Ein Verbleib in der Regierung würde einen «notwendigen Konsens» für einen neuen Reformvorschlag erschweren, sagte Carrasquilla in einer Erklärung am Montag.

Bei den tagelangen Protesten waren mindestens 19 Menschen getötet worden, darunter ein Polizist, wie die Behörden mitteilten. Ausgelöst worden waren die Proteste durch einen Vorschlag des Ministers für eine Steuerreform, die besonders die Mittelschicht hart getroffen hätte.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden seit dem Beginn der Proteste am 28. April mehr als 800 Personen verletzt, darunter 306 Zivilisten. Angesichts der Proteste hatte die Regierung von Präsident Iván Duque den Entwurf für die Steuerreform am Sonntag zurückgezogen.

Carrasquilla hatte sein Amt im August 2018 angetreten. Der bisherige Handelsminister José Manuel Restrepo soll die Nachfolge als Finanzminister antreten, teile Präsident Duque beim Onlinedienst Twitter mit.

Die Polizei nahm während der Proteste 431 Menschen fest, in mehreren Städten war auch das Militär im Einsatz. Mehrere Nichtregierungsorganisationen und die Opposition warfen den Sicherheitskräften ein gewaltsames Vorgehen gegen Demonstranten vor.

Das Steuerreformprojekt zielte Regierungsangaben zufolge darauf ab, die viertgrösste Volkswirtschaft Lateinamerikas wiederzubeleben, die von der Pandemie schwer getroffen wurde und deren Bruttoinlandprodukt im Jahr 2020 um 6.8 Prozent zurückgegangen war. (dfr/sda/afp)

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