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Ukraine-Ticker: Selenskyj drängt in München zur Eile bei Hilfen

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Selenskyj drängt zur Eile bei Hilfen +++ Cassis vor Verhandlung «vorsichtig optimistisch»

Die aktuellsten Nachrichten zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und den geopolitischen Auswirkungen im Liveticker.
14.02.2026, 08:0314.02.2026, 13:36
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18:35
Selenskyj: Wahlen möglich nach zwei Monaten Waffenruhe
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine Forderung nach einer Waffenruhe für Neuwahlen in seinem Land erneuert. Es sei schwierig, in Kriegszeiten eine Abstimmung zu organisieren, zumal nicht nur die Soldaten an der Front kämpften, sondern auch das Volk im Hinterland unter Beschuss stehe, sagte er in einer Diskussionsrunde im Rahmen der Münchener Sicherheitskonferenz. «Geben Sie uns zwei Monate, dann können wir auch Wahlen abhalten», sagte er an US-Präsident Donald Trump gewandt. Dieser hatte zuvor mehrfach Neuwahlen in der Ukraine gefordert.

Mit einem Waffenstillstand, Sicherheiten und der nötigen Infrastruktur, dann sei es möglich, eine solche Abstimmung zu organisieren, sagte Selenskyj nun. Scherzhaft bot er zudem Russland eine Waffenruhe für Wahlen dort an.

Russlands Führung behauptet seit längerem, dass Selenskyj nicht mehr legitimer Präsident sei, nachdem seine Amtszeit 2024 ausgelaufen ist – eine Sichtweise, die sich später dann auch Trump zu eigen machte. Die ukrainische Verfassung verbietet allerdings Wahlen während eines Kriegs. Eine der Forderungen Moskaus für einen Frieden ist eine Abstimmung im Nachbarland. (sda/dpa)
17:48
Ukraine weiterhin an Taurus interessiert
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat das anhaltende Interesse seines Landes an Marschflugkörpern des Typs Taurus aus Deutschland bestätigt. Auf die Frage, ob die Ukraine die 500 Kilometer weit reichenden Marschflugkörper bei ihrer Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg brauche, sagte er «ja». Eine Entscheidung darüber sei aber bislang nicht gefallen.

Kiew hatte Berlin bereits vor einigen Jahren um die Lieferung von Taurus gebeten. Der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz lehnte dies ab, auch weil er eine weitere Eskalation des Kriegs befürchtete. Sein späterer Nachfolger Friedrich Merz hatte die Lieferung hingegen nicht ausschliessen wollen.

Russland führt seit vier Jahren Krieg gegen die Ukraine. Systematisch beschiesst Moskau dabei auch das Hinterland des Nachbarn mit Drohnen, Marschflugkörpern und Raketen. Kiew wiederum fordert die Taurus-Raketen, um strategisch wichtige Militärobjekte im russischen Hinterland angreifen zu können. (sda/dpa)
16:23
Ukraine nur bereit für «echten Frieden» mit Würde
Die Friedensverhandlungen mit Russland scheitern nach Ansicht von Präsident Wolodymyr Selenskyj nicht an der ukrainischen Verhandlungsbereitschaft. «Die Ukraine ist bereit für eine Einigung, die echten Frieden zu uns, der Ukraine und Europa», sagte er in seiner Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Er sei zuversichtlich, dass dieser Krieg mit Würde beendet werden könne. «Das ist für uns das Wichtigste, und wir haben unseren Partnern alles gegeben, was unserer Meinung nach zu einem solchen Abkommen gehören muss, und wir sind bereit, in die gemeinsame Sicherheit zu investieren.»

Trump forderte von Selenskyj «Bewegung» für Deal mit Moskau

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump Selenskyj zu Zugeständnissen bei den Verhandlungen für ein Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine aufgefordert. Trump sagte vor Journalisten am Weissen Haus: «Russland will einen Deal machen, und Selenskyj muss in Bewegung kommen, sonst verpasst er eine grosse Chance.» Damit erhöht die US-Regierung den Druck auf Kiew vor einer neuen Verhandlungsrunde, die nach russischen Angaben für nächste Woche in Genf geplant ist. Selenskyj und andere ukrainische Vertreter hatten zuletzt erklärt, dass die USA eine Friedensvereinbarung bis Juni anstreben. In München sagte Selenskyj aber nichts zum Zeitablauf der Verhandlungen.

Bericht: US-Regierung blickt auf anstehende Zwischenwahlen

Einem Bericht der «The New York Times» zufolge liegt dabei der Blick der US-Regierung vor allem auf den anstehenden US-Zwischenwahlen. Trump wolle einen aussenpolitischen Erfolg vorweisen, zudem könnte sich der Fokus der Regierung danach stärker auf die Innenpolitik verlagern. Unklar bleibt demnach, welche Konsequenzen Washington ziehen würde, sollte Kiew bei strittigen Fragen wie Gebietsabtretungen nicht einlenken. (sda/dpa)
13:34
Selenskyj drängt in München zur Eile bei Hilfen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei seinem Auftritt auf der Münchener Sicherheitskonferenz den Westen dazu aufgerufen, bei der Unterstützung seines Landes Geschlossenheit und Tempo zu demonstrieren. Russland habe seine Angriffswaffen während des Kriegs massiv weiterentwickelt, dementsprechend schnell brauche die Ukraine bei ihrer Verteidigung Hilfe von ihren Partnern. «Was wir bei dem russischen Einmarsch am 24. Februar (2022) gebraucht hätten, wären Einheit, Entschlossenheit und Tempo», sagte er in seiner Rede. An anderer Stelle klagte er, es habe Monate und mitunter Jahre gedauert, ehe bestimmte Waffensysteme geliefert worden seien.



Selenskyj versäumte es nicht, den westlichen Ländern für ihre Hilfe zu danken. Er bat aber eindringlich insbesondere um weitere Raketen für die Flugabwehr. Sie sollen dabei helfen, die systematische Zerstörung des ukrainischen Energienetzes durch russische Angriffe aus der Luft zu stoppen.

Nach Angaben Selenskyjs zahlt Russland für seinen langsamen Vormarsch im Donbass einen hohen Preis. Im Dezember seien 35.000 russische Soldaten getötet oder schwer verletzt worden, im Januar 30.000. Pro eroberten Quadratkilometer verliere Russland 156 Soldaten. Sollten die Gefallenenzahlen bei russischen Soldaten auf 50.000 pro Monat zu steigern, sei der Kreml eher zu echten Verhandlungen bereit, zeigte sich Selenskyj überzeugt. (sda/dpa)
9:11
Cassis vor Ukraine-Verhandlung «vorsichtig optimistisch»
Aussenminister Ignazio Cassis hat sich im Vorfeld der Verhandlungsrunde zum Ukraine-Krieg in Genf «vorsichtig optimistisch» gezeigt. Russland wolle einen Schritt in Richtung Frieden machen, sagte Cassis zum Schweizer Radio und Fernsehen. Die Frage sei, zu welchem Preis.



Diesen Schluss zog Cassis nach eigenen Angaben durch seine Gespräche in Moskau Anfang Februar. Als aktueller Vorsitzender der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) traf Cassis dort den russischen Aussenminister Sergej Lawrow und sprach mit ihm über Wege zur Beendigung des Kriegs in der Ukraine.

Ungeklärt seien Fragen zur Territorialität und zu Sicherheitsgarantien sowohl für Russland als auch für die Ukraine, sagte Cassis am Rande der Sicherheitskonferenz in München zum Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Das Gespräch wurde am Samstagmorgen ausgestrahlt.

Für Cassis war das Treffen in Moskau demnach der Schlüssel dafür, dass die Verhandlungsrunde am kommenden Dienstag und Mittwoch in Genf stattfindet. Russland habe gewartet, dass die OSZE den Mut habe, den Dialog wieder zu etablieren, sagte der Aussenminister.

An den Verhandlungen in Genf ist die Schweiz Gastgeberin und nimmt keine aktive Rolle ein. «Die USA führen das Ganze», sagte der Aussenminister. Die Ukraine und Russland werden sich laut ihm bemühen, sich etwas näherzukommen.

Selenskyj lehnt Rückzug aus Donbass ab

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erteilte eben erst am Freitag russischen Forderungen nach einer Preisgabe des Donbass erneut eine klare Absage. Er begründete dies mit den etwa 200'000 Ukrainerinnen und Ukrainern, die noch in den von Kiew kontrollierten Teilen der Gebiete Donezk und Luhansk leben. Die Administration von US-Präsident Donald Trump übt ebenfalls Druck auf die Ukraine zu diesem Gebietsverzicht aus, um ein Ende des Krieges zu erreichen.

Zuletzt hatten die Ukraine und Russland Anfang Februar in den Vereinigten Arabischen Emiraten direkt miteinander verhandelt. Wie auch bei der ersten Runde im Januar waren die USA als Vermittler dabei. Konkrete Ergebnisse der Gespräche wurden nicht präsentiert, die Beteiligten nannten das Treffen anschliessend aber konstruktiv. (sda)
7:57
Verletzte und eine Tote nach russischen Angriffen
Bei neuerlichen russischen Angriffen in der Nacht ist in der ukrainischen Hafenstadt Odessa eine Frau ums Leben gekommen. Die Frau sei beim Einschlag einer Drohne in ein einstöckiges privates Wohnhaus getötet worden, teilte Militärgouverneur Oleh Kiper bei Telegram mit. Das Haus sei abgebrannt.

Im Gebiet Kiew sind derweil zwei Menschen Behördenangaben zufolge durch Drohnenangriffe verletzt worden. Ein Mann habe im Landkreis Wyschhorod zahlreiche Schnittverletzungen erlitten, eine Frau einen Oberarmbruch. Beide seien ins Krankenhaus eingeliefert worden, teilte der Chef der Regionalverwaltung Mykola Kalaschnyk mit. Das durch den Drohnenangriff verursachte Feuer in ihrem Haus sei gelöscht worden. (sda/dpa)
11:44
Selenskyj: Tote nach russischen Raketenangriffen
Bei weiteren russischen Raketen- und Drohnenangriffen sind in der Ukraine mindestens zwei Menschen getötet worden. «Das Hauptziel des Angriffes waren Energieanlagen in Kiew, Odessa und Dnipro», teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram mit.

Mehr als zehn Menschen seien verletzt worden. Schäden habe es auch in den Gebieten Charkiw, Donezk, Cherson und im Umland von Kiew gegeben. Besonders in der Hauptstadt Kiew sei die Situation schwierig. «Viele Wohnhäuser sind ohne Fernwärme», schrieb der Staatschef.

Selenskyj ermahnte die Teilnehmerstaaten des Nato-Waffenkaufprogramms PURL zu schnelleren Zahlungen. «Am effektivsten gegen russische ballistische Raketen sind eben Patriot-Systeme.» Raketenlieferungen für diese Systeme seien jeden Tag nötig.

Laut Selenskyj setzte Russland bei den jüngsten Angriffen 219 Kampfdrohnen und 25 Raketen ein. Der Grossteil habe man unschädlich machen können, «doch leider nicht alle», schrieb er.

Das russische Militär bestätigte nach Meldungen russischer Agenturen Angriffe mittels Kampfdrohnen und Raketen. Dabei seien ein Militärflugplatz, von der ukrainischen Armee genutzte Transportinfrastruktur und Armeestützpunkte angegriffen worden. (sda/dpa)
10:33
Ukraine attackiert Militärobjekt und Raffinerie in Russland
Die Ukraine hat nach Behördenangaben ein Militärobjekt in der russischen Region Wolgograd und eine Raffinerie in der nordrussischen Teilrepublik Komi angegriffen.

In der Nacht habe die Flugabwehr einen Raketenangriff abgewehrt, teilte der Gouverneur von Wolgograd, Andrej Botscharow, mit. «Durch herabfallende Trümmer auf das Territorium eines Objekts des Verteidigungsministeriums nahe der Ortschaft Kotluban ist ein Brand ausgebrochen», wird Botscharow vom Telegramkanal der Gebietsverwaltung zitiert.

Wegen anhaltender Detonationen sei die Evakuierung des Ortes veranlasst worden, heisst es weiter. Verletzte und Schäden an ziviler Infrastruktur habe es bisherigen Informationen nach nicht gegeben. Auf Bildern und Videos sind mehrere Explosionen zu sehen. Ukrainische Medien berichteten, dass in der Region Wolgograd Depots der Raketenartilleriestreitkräfte getroffen worden seien.

Verletzte in Tambow, Schäden an Raffinerie in Komi

Angriffe gab es auch weiter im Norden Russlands. In der Region Tambow gab es nach Behördenangaben zwei Verletzte. Drohnentrümmer seien auf ein technisches College und ein Geschäft in der Stadt Mitschurinsk gestürzt, teilte Gouverneur Jewgeni Perwyschow mit.



In der nordrussischen Region Komi wurde nach ukrainischen Angaben eine Raffinerie angegriffen. Den auf sozialen Netzwerken veröffentlichten Bildern zufolge gab es dort auch Schäden. Überprüfbar sind die Angaben nicht. Der örtliche Katastrophenschutz bestätigte zumindest einen Drohnenangriff, machte aber bislang keine Angaben zu den Folgen. Wegen der anhaltenden Gefahr wurde der Flugplatz in der Stadt Uchta für den Luftverkehr gesperrt. (sda/dpa)
8:47
Russland überzieht Ukraine mit neuen schweren Angriffen
In der Nacht hat Russland die benachbarte Ukraine erneut mit Drohnen und ballistischen Raketen angegriffen. Schwere Schäden und Verletzte gab es Behördenangaben nach in der Hauptstadt Kiew und im Schwarzmeerhafen Odessa. Zwei Menschen seien bei dem Raketenangriff auf Kiew verletzt worden, einer davon schwer, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram mit.

Nach Klitschkos Angaben waren erneut Infrastrukturobjekte Ziel der Raketenangriffe. Es habe aber auch Einschläge in privaten Wohnhäusern gegeben. Kiew kämpft wegen der ständigen russischen Luftangriffe seit Wochen mit Problemen bei der Energieversorgung - sowohl beim Strom als auch bei der Heizung.

Einen Verletzten gab es auch in Odessa nach einem massiven russischen Drohnenangriff. Weiteren 23 Personen werde psychologische Hilfe nach einem Einschlag in einem neunstöckigen Wohnhaus geleistet, schrieb Gouverneur Serhej Lyssak bei Telegram. Im Visier waren demnach auch dort Energieanlagen. In einem Infrastrukturobjekt sei ein Feuer ausgebrochen, teilte Lyssak mit. Schäden durch die Drohnenangriffe gab es demnach zudem in einem Supermarkt und an mehreren Marktständen.

Russland beschiesst systematisch die Energieversorgung der Ukraine. Nach Darstellung Moskaus handelt es sich um militärische Ziele, da der erzeugte Strom von der Rüstungsindustrie genutzt werde. Millionen Ukrainer sind wegen der andauernden Attacken mitten im Winter Dunkelheit und Kälte ausgesetzt. (sda/dpa)
6:00
Selenskyj bekräftigt Bedingungen für Wahl
Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat eine Präsidentenwahl in seinem kriegsgeplagten Land erneut an die Sicherheitslage gebunden. «Wir können zu Wahlen übergehen, wenn es alle entsprechenden Sicherheitsgarantien gibt», teilte Selenskyj in sozialen Medien mit. Wenn es einen Waffenstillstand gebe, werde es Wahlen geben. Damit reagierte er auf einen Bericht der «Financial Times».

Die britische Zeitung hatte berichtet, dass Selenskyj unter Druck der USA plane, eine Präsidentenwahl und ein Friedensreferendum noch vor dem 15. Mai anzusetzen. Selenskyj könnte bereits am 24. Februar, dem vierten Jahrestag der russischen Invasion, die Wahl ausrufen, hiess es in dem Bericht weiter. Die Zeitung berief sich auf ukrainische und westliche Verantwortliche, die mit den Überlegungen vertraut seien, zitierte aber nicht Selenskyj selbst.

In seinem Post schrieb er auch, dass der 24. Februar ein sehr ernstes Datum sei. Selbst wenn es Schritte zur Annäherung an Wahlen gegeben hätte, halte er es für eine dumme Idee, ein solches Datum zu wählen, um über Politik zu sprechen.

Selenskyj: USA knüpfen Sicherheitsgarantien nicht an Wahlen
Ukrainischen Medien zufolge wies Selenskyj vor Journalisten zurück, dass die USA damit drohten, ihre Sicherheitsgarantien zurückzuziehen. Die USA knüpften diese nicht an Wahlen, führte er den ukrainischen Medienberichten zufolge aus. Die USA hätten das Thema Wahlen angesprochen, sagte er demnach, habe aber auf Details nicht eingehen wollen.

Die Forderung nach einer Präsidentenwahl in der Ukraine stammt ursprünglich aus Moskau, weil der Amtsinhaber Selenskyj angeblich kein legitimer Ansprechpartner sei. US-Präsident Donald Trump hat sich die Forderung aber zu eigen gemacht. Kiew verweist bislang darauf, dass eine Wahl wegen des geltenden Kriegsrechts nicht stattfinden könne. Zudem sei die Abstimmung unter russischen Angriffen, mit Hunderttausenden Männern an der Front und Millionen von Flüchtlingen im In- und Ausland, nicht zu organisieren.

Selenskyj sagte bereits im vergangenen Dezember, dass er bereit zu Wahlen sei, wenn die USA und Europa die Sicherheit gewährleisteten. Selenskyj hat auch das Parlament beauftragt, die nötigen Gesetzesänderungen für eine Wahl zu Kriegszeiten vorzubereiten.

Dass es unter geltendem Kriegsrecht keine Neuwahl geben kann, ist keine ukrainische Besonderheit, sondern in vielen Ländern der Welt gängige Praxis. Russland überzieht die Ukraine seit fast vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. (sda/dpa)
5:58
Selenskyj will Datum für EU-Beitritt der Ukraine
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert, dass ein mögliches Abkommen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs ein konkretes Datum für einen EU-Beitritt seines Landes enthalten soll. Für die Ukraine sei es wichtig, alles dafür zu tun, bis 2027 für einen EU-Beitritt bereit zu sein, schrieb Selenskyj in sozialen Medien. Zumindest die wichtigsten Schritte werde sie erreichen.

«Ich will ein genaues Datum», führte er aus. Wenn in dem Abkommen, das die USA, Russland, die Ukraine und Europa unterzeichnen sollen, kein genaues Datum stehe, werde Russland alles dafür tun, um den Beitrittsprozess zu blockieren. Russland werde das nicht selbst, sondern über bestimmte europäische Vertreter tun, schrieb Selenskyj. Die EU sei für sein Land eine Sicherheitsgarantie. «Das sind konkrete Details mit einem konkreten Datum.»

Selenskyj hatte Ende Januar einen EU-Beitritt seines Landes schon 2027 gefordert, ungeachtet teils verbreiteter Skepsis in europäischen Staaten. Schon damals hatte er gesagt: «Der Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union ist eine der wichtigsten Sicherheitsgarantien nicht nur für uns, sondern für ganz Europa.» (sda/dpa)
13:18
EU-Parlament billigt 90-Milliarden-Darlehen an die Ukraine
Das Europäische Parlament hat den Plänen für ein neues Darlehen in Milliardenhöhe an die Ukraine zugestimmt. Es sieht vor, dem von Russland angegriffenen Land über zwei Jahre bis zu 90 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen.

60 Milliarden davon sind für verteidigungsrelevante Ausgaben vorgesehen.

Damit die ersten Gelder ausgezahlt werden können, muss nun nur noch der Rat der Mitgliedstaaten zustimmen. Dies gilt als Formalie, weil sich die Regierungen bereits auf die Konditionen für das Darlehen geeinigt haben.

Der Beschluss sieht vor, dass die Ukraine mit dem Geld nur dann Rüstungsgüter in Ländern wie den USA kaufen darf, wenn diese auf dem europäischen Binnenmarkt und in der Ukraine entweder gar nicht oder nicht zeitnah verfügbar sind. Für das Nicht-EU-Land Grossbritannien ist eine Sonderregelung geplant.

Unter den Mitgliedstaaten hatte es intensive Diskussionen darüber gegeben, wie stark Vorgaben für die Verwendung des Gelds sein sollten. Als Kompromissen einigten sich die Staaten darauf, die sogenannte Buy-European-Klausel für das Darlehen an die Verfügbarkeit von Waffen und Munition in der EU zu knüpfen.

Damit dürfte das Geld beispielsweise auch für US-Flugabwehrraketensysteme vom Typ Patriot genutzt werden, die derzeit als nicht ersetzbar bei der Luftverteidigung gelten. Zudem sollen auch Beschaffungen in Ländern mit besonderem Partnerschaftsstatus möglich sein, wenn sich diese an Kosten des neuen Ukraine-Darlehens beteiligen. Diese Klausel wurde gezielt für Grossbritannien geschaffen.

Das Geld für das Darlehen soll zu günstigen Konditionen am Kapitalmarkt aufgenommen werden. Die Ukraine soll es nur zurückzahlen müssen, wenn Russland nach einem Ende seines Angriffskriegs Entschädigungszahlungen für die entstandenen Schäden leistet. Zudem ist vorgesehen, in der EU eingefrorene russische Vermögenswerte für die Rückzahlung heranzuziehen, falls Moskau für Kriegsschäden keine Entschädigung leistet. (sda/dpa)
15:58
Behörde will Messenger in Russland weiter beschränken
Die russische Telekom-Aufsichtsbehörde Roskomnadsor hat weitere Beschränkungen gegen verschiedene Messenger-Dienste angekündigt, darunter auch Telegram.

Die Anbieter verstiessen weiterhin gegen russische Gesetze, liessen Personendaten ungeschützt und unternähmen nichts gegen Betrug und die Nutzung ihres Services zu kriminellen und terroristischen Zielen, teilte die Behörde der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit. Daher werde Roskomnadsor schrittweise weitere Beschränkungen einführen.

Zuvor hatten Nutzer in Russland über Probleme beim Laden von Telegram geklagt. Medien berichteten daraufhin, dass Roskomnadsor Massnahmen zur Geschwindigkeitsdrosselung des Messengers ergriffen habe. Die staatliche Nachrichtenagentur Tass berichtete unterdessen, dass seit Jahresbeginn sieben administrative Verfahren gegen Telegram anhängig sind. Der Messenger soll der Aufforderung nach dem Löschen extremistischer oder pornografischer Inhalte nicht nachgekommen sein.

Der Konflikt zwischen Telegram und den russischen Behörden hat eine lange Geschichte. Telegram-Gründer Pawel Durow lebt seit 2014 nicht mehr in Russland. Seine Ausreise soll mit der Weigerung zusammenhängen, persönliche Daten von Telegram nutzenden Demonstranten in der Ukraine an den russischen Geheimdienst weiterzugeben. Später gab es wegen des Streits um den Zugang zu Nutzerdaten mehrere Anläufe russischer Behörden, Telegram auszubremsen.

(sda/dpa)
12:53
Anschlag auf General: Warschau nennt Moskauer Vorwürfe Desinformation
Polens militärische Spionageabwehr weist Moskauer Angaben über eine angebliche polnische Spur beim Anschlag auf den russischen General Wladimir Alexejew zurück.

Es sei ein typisches Beispiel für gezielte russische Desinformation, sagte der Leiter des Militärgeheimdienstes SKW, Jaroslaw Strozyk, der Nachrichtenagentur PAP in Warschau.

Die russischen Vorwürfe sollten das Bild zeichnen, dass Russland und Belarus aus dem Westen bedroht würden. Die polnischen Geheimdienste hielten sich an die Gesetze und die Vorgaben ihrer Führung, sagte der Brigadegeneral.

Alexejew als Vizechef des russischen Militärgeheimdienstes war vergangene Woche in Moskau durch Schüsse schwer verletzt worden. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB nahm zwei Verdächtige fest und macht die Ukraine für den Anschlag verantwortlich. Der Schütze sei «unter Beihilfe polnischer Geheimdienste» angeworben worden, wurde behauptet.

Strozyk deutete die Moskauer Vorwürfe auch als Vergeltung für die Enttarnung eines mutmasslichen russischen Spions im polnischen Verteidigungsministerium. Der vergangene Woche festgenommene Mitarbeiter der Planungsabteilung habe Wissen über nahezu alle Prozesse im Ministerium gehabt, sagte der Chef der Gegenspionage. Geprüft werde, ob der Mann Teil eines Netzwerks sei. (sda/dpa)
21:54
Selenskyj verspricht Hausbesitzern Hilfe bei Kauf von Generatoren
Angesichts der Zerstörungen im ukrainischen Stromnetz wird die Kiewer Regierung Hausbesitzer bei der Anschaffung von Generatoren und anderen Energiequellen unterstützen. Das kündigte Präsident Wolodymyr Selenskyj nach einer Beratung mit Regierungschefin Julija Swyrydenko an. Für Eigentümergemeinschaften von Mehrfamilienhäusern wie für Besitzer von Einfamilienhäusern solle der Kauf einer autonomen Stromversorgung erschwinglicher werden, sagte Selenskyj abends in seiner Videobotschaft.

In einem anderen Programm für Unternehmen seien bereits 20.000 Anträge auf Beihilfen zur Wartung und Reparatur von Generatoren eingegangen. Ausserdem sei eine halbe Milliarde Hrywnja (knapp zehn Millionen Euro) an zinslosen Krediten zum Kauf von Generatoren gewährt worden, sagte er. Der Bedarf dürfte allerdings viel grösser und mit den vom Präsidenten genannten Zahlen nicht zu decken sein.



Neue Stromsperren angekündigt

Mehrere russische Luftangriffe seit Anfang Januar haben die ukrainische Energieversorgung so beschädigt, dass Kiew, Charkiw und andere Städte bei strengem Frost kaum Strom und Heizung haben. In der Hauptstadt werden mehr als 1.100 Wohnblocks bis zum Frühjahr nicht beheizt werden können. Firmen halten den Betrieb mit dem Einsatz von Dieselgeneratoren am Laufen.

Auch für diesen Dienstag hat der staatliche Versorger Ukrenergo stundenlange Stromsperren in allen Landesteilen angekündigt. (sda/dpa)
18:36
Ukraine kann auf EU-Hilfe für Ausbildungsstützpunkte hoffen
Die Ukraine kann bei der geplante Modernisierung von Ausbildungszentren für ihre Streitkräfte auf Unterstützung der EU hoffen. Bei einem EU-Verteidigungsministertreffen an diesem Mittwoch sollten Optionen für zwei Einrichtungen im Westen des von Russland angegriffenen Landes besprochen werden, sagte eine ranghohe EU-Beamtin in Brüssel. Die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas werde um politische und finanzielle Unterstützung für das Projekt bitten.

Zudem soll es bei dem Ministertreffen den Angaben zufolge auch um die Frage gehen, wie die EU nach einem möglichen Friedensabkommen zwischen der Ukraine und Russland die Überwachung des Waffenstillstands unterstützen könnte. Ein federführend von den USA erarbeitetes Konzept sieht vor, die etwa 1.200 Kilometer lange Kontaktlinie vor allem mit unbemannten Hightech-Systemen zu bewachen. Dabei würde es sich zum Beispiel um Drohnen, aber auch um bodengestützte Systeme handeln. Eine grosse Truppenpräsenz direkt an der Kontaktlinie wäre dann vermutlich nicht erforderlich. (sda/dpa)
9:01
Kind bei russischen Angriffen auf Ukraine getötet
Neuerliche russische Angriffe in der Nacht haben in der ostukrainischen Region Charkiw Tote und Verletzte gefordert. Bei einer Drohnenattacke auf ein Wohnviertel der grenznahen Kleinstadt Bohoduchiw sei ein Haus vollständig zerstört worden, teilte der ukrainische Katastrophenschutz bei Telegram mit. «Aus den Trümmern wurden zwei Leichen geborgen: die einer Frau und eines zehnjährigen Jungen.» Ausserdem seien drei weitere Personen verletzt worden.

Auch in der Industrieregion Dnipropetrowsk gab es nach Behördenangaben mehrere Verletzte. «Durch einen Drohnenangriff auf Schachtarske im Landkreis Synelnykowe kamen neun Menschen zu Schaden - darunter ein 13-jähriges Mädchen», schrieb Militärgouverneur Olexander Hanscha. Alle Verletzten seien ins Krankenhaus eingeliefert worden. Eins der Opfer, eine 57-jährige Frau, sei in kritischem Zustand, die übrigen hätten mittelschwere Verletzungen erlitten. (sda/dpa)
8:38
Attentat auf russischen General: Spur soll nach Polen führen
Am Anschlag auf den General Wladimir Alexejew in Moskau war nach Darstellung des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB auch der polnische Geheimdienst beteiligt. Beide nach der Tat festgenommenen Verdächtigen hätten ihre Beteiligung inzwischen gestanden, teilte der FSB auf seiner Webseite mit. Der Schütze sei dabei «unter Beihilfe polnischer Geheimdienste» und dessen in Polen lebenden Sohn von Kiew für den Anschlag angeheuert worden, heisst es.

Demnach soll er im August 2025 vom ukrainischen Geheimdienst SBU angeworben worden sein. Der Tatverdächtige besitzt einen russischen Pass, soll aber ukrainische Wurzeln haben und sich zu der Zeit in Ternopol aufgehalten haben. Anschliessend sei er auf Umwegen nach Russland gebracht worden. Für den Mord an Alexejew seien ihm 30'000 US-Dollar in Aussicht gestellt worden, heisst es.

Alexejew war in der vergangenen Woche in der Eingangshalle seines Wohnhauses vor dem Fahrstuhl angeschossen und dabei schwer verletzt worden. Inzwischen ist er Medienberichten nach aber ansprechbar. Der 64-Jährige ist stellvertretender Chef des russischen Militärgeheimdienstes GRU. In der Vergangenheit hat er Medienberichten zufolge die Tätigkeit der Söldnertruppe Wagner in der Ukraine und Geheimdienstaktivitäten des russischen Militärs in Syrien organisiert. (sda/dpa)

18:30
Selenskyj: Erste Drohne aus Produktion in Deutschland schon im Februar
Mitte Februar erwartet die Ukraine die ersten ukrainischen Drohnen aus einer Produktionsstätte in Deutschland. «Ich werde die erste Drohne erhalten. Das ist eine Produktionslinie, die bereits arbeitet», sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einem Auftritt vor Studentinnen und Studenten in Kiew. Auch in Grossbritannien gebe es bereits eine funktionierende Produktion mit «unserer ukrainischen Technologie».

Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren mit massiver westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. Aufgrund ständiger russischer Luftangriffe strebt Kiew eine Verlagerung der Produktion kriegswichtiger Waffen, vor allem Drohnen, in verbündete Staaten wie Deutschland, Dänemark und Grossbritannien an. (sda/dpa)
17:04
Russland greift Kiew wieder mit ballistischen Raketen an
Das russische Militär hat erneut Ziele in der ukrainischen Hauptstadt Kiew mit ballistischen Raketen angegriffen. «Explosionen in der Hauptstadt. [...] Die Flugabwehr ist aktiv», schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko am frühen Abend bei Telegram. Im Zentrum der Dreimillionenstadt waren gut ein halbes Dutzend Explosionen vernehmbar.


Stromausfall in Lviv im Westen der Ukraine.

Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren gegen eine russische Invasion. Russland hat im aktuellen Winter die Angriffe auf Energieanlagen verstärkt. In Kiew gibt es für den Grossteil der Einwohner nur wenige Stunden Strom am Tag. Im Ostteil der Stadt ist die Fernwärmeversorgung für viele Wohnblöcke ausgefallen. (sda/dpa)
13:53
Orban bezeichnet Ukraine als «Feind»
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat die von Russland angegriffene Ukraine als «Feind» bezeichnet. «Die Ukrainer müssen damit aufhören, in Brüssel dauernd zu verlangen, dass Ungarn von der billigen russischen Energie abgeschnitten wird», sagte der Rechtspopulist in einer Wahlkampfrede in der westungarischen Stadt Szombathely. «Solange die Ukraine das tut, ist sie unser Feind», fügte er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur MTI hinzu.



Orban gilt als engster Verbündeter des Kremlchefs Wladimir Putin in der EU. Sein Land ist in hohem Masse von russischen Gas- und Erdöllieferungen abhängig. Anders als die anderen EU-Länder unternahm Ungarn unter Orban keine ernsthaften Anstrengungen, um sich aus der russischen Energieabhängigkeit zu lösen.

Am 12. April stehen in Ungarn Parlamentswahlen an. Erstmals in seiner 16-jährigen Amtszeit sieht sich Orban einem chancenreichen Herausforderer gegenüber. Der bürgerlich-konservative Peter Magyar, ein Renegat aus den eigenen Reihen, liegt mit seiner Tisza-Partei in den Meinungsumfragen seit mehr als einem Jahr deutlich vor Orbans Fidesz-Partei. (sda/dpa)
11:12
Erneute Angriffe in der Ukraine sorgen für Notabschaltungen
Russlands Militär hat erneut massiv das Energiesystem der Ukraine angegriffen. Die Hauptziele seien das Stromnetz, Kraftwerke und Umspannwerke gewesen, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in sozialen Medien. Russland habe mehr als 400 Drohnen und etwa 40 Raketen und Marschflugkörper eingesetzt, so Selenskyj. Schäden gibt es demnach in den westukrainischen Regionen Wolhynien, Iwano-Frankiwsk, Lwiw und Riwne.

Russland könne sich jeden Tag für echte Diplomatie entscheiden, wähle aber Angriffe. Selenskyj forderte Unterstützer des derzeitigen Verhandlungsprozesses unter US-Vermittlung zu Reaktionen darauf auf. Moskau müsse die Möglichkeit genommen werden, mit Kälte Druck auf die Ukraine auszuüben. Dafür brauche die Ukraine Raketen für Flugabwehrsysteme.

Der staatliche Versorger Ukrenergo teilte mit, dass es aufgrund der verursachten Schäden in den meisten ukrainischen Regionen Notabschaltungen gibt.

Im Nachbarland Polen stiegen wegen der Angriffe in der Nacht Kampfflugzeuge auf. Die erforderlichen Kräfte und Mittel seien mobilisiert worden, teilte das Operative Kommando der Armee des Nato-Mitgliedstaats mit. Die bodengestützten Luftverteidigungs- und Radarsysteme seien in Bereitschaft versetzt worden. Die Flughäfen in Rzeszow und Lublin im Osten des Landes mussten vorübergehend den Luftverkehr unterbrechen. (sda/dpa)

10:57
Tote in Ukraine nach russischen Angriffen
Trotz zweitägiger Gespräche über eine mögliche Beendigung des Ukraine-Kriegs sind bei russischen Angriffen mehrere Menschen in der Ukraine getötet worden.

In der Region Saporischschja kam Gouverneur Iwan Fedorow zufolge ein Ehepaar bei einer russischen Drohnenattacke auf die Stadt Wilnjansk ums Leben. Bei einem anderen Angriff sei ein 14-Jähriger in Saporischschja verletzt worden. Ausserdem seien 12.000 Abnehmer in dem Gebiet ohne Strom.

Ein Mann wurde nach Angaben des ukrainischen Zivilschutzes bei russischem Beschuss im Gebiet Dnipropetrowsk getötet. Vier weitere seien verletzt worden. Russland griff Militärgouverneur Olexandr Hanscha zufolge mit Drohnen und Gleitbomben an.

Schäden auch aus Russland

In Russland sprach der Gouverneur der Region Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, von Schäden an der Energieinfrastruktur in grossem Umfang in der Gebietshauptstadt und mehreren Landkreisen. Bis zum Morgen sei es nicht gelungen, die Stromversorgung in Belgorod vollständig wiederherzustellen, teilte er mit.

Auch in der Region Brjansk seien nach ukrainischen Angriffen mehrere Siedlungen vorübergehend ohne Strom gewesen, schrieb der Gouverneur des Gebiets, Alexandr Bogomas, bei Telegram. (sda/dpa)
18:20
Ukrainisch-russische Verhandlungen in Abu Dhabi beendet
Die von den USA vermittelten zweitägigen ukrainisch-russischen Friedensgespräche in den Vereinigten Arabischen Emiraten sind nach ukrainischen Medienberichten zu Ende. «Es wird später eine Erklärung geben», teilte die Sprecherin des ukrainischen Nationalen Sicherheitsrates Diana Dawitjan Journalisten mit.

Parallel dazu kündigte der ukrainische Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj auf einer Pressekonferenz in Kiew eine baldige Fortsetzung der Gespräche an. Auch er machte keine Angaben zu möglichen Ergebnissen. Zuvor war ein bereits vorher vereinbarter Gefangenenaustausch zwischen den Kriegsparteien abgewickelt worden.

Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. Washington drängt beide Seiten seit Monaten zu einer Friedenslösung. Nach mehreren Verhandlungsrunden versuchen Unterhändler aller Seiten Optimismus zu verbreiten. Hauptstreitpunkt sind jedoch weiter russische Gebietsforderungen gegenüber dem Nachbarland. (sda/dpa)
18:11
Ukraine und Polen wollen gemeinsam Waffen produzieren
Polen und die Ukraine wollen ihre Zusammenarbeit bei der Rüstungsproduktion verstärken. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten der polnische Regierungschef Donald Tusk und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Kiew.

Auf der Plattform X schrieb Tusk, dies sei «mehr als nur die Vorstufe zur praktischen Zusammenarbeit». Er ergänzte: «Dies war seit vielen Monaten unser Ziel, und wir haben erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Idee der gemeinsamen Waffen- und Munitionsproduktion zu verwirklichen.»

Wie die Nachrichtenagentur PAP unter Berufung auf Tusk ausführte, ist neben der gemeinsamen Produktion von Munition und verschiedener Militärausrüstung auch eine gemeinsame Entwicklung von Verteidigungstechnologien geplant. Die Produktion soll demnach an Betriebsstandorten sowohl in Polen als auch in der Ukraine erfolgen.



Tusk betonte PAP zufolge bei der Unterzeichnung, dass es sich bei der Zusammenarbeit nicht nur um eine Frage der Sicherheit der Ukraine und Polens handle, sondern auch um eine gute Geschäftsmöglichkeit für beide Länder in der Zukunft.

Tusk war am Vormittag nach Kiew gereist. Vor der Unterzeichnung legten er und Selenskyj Kränze an der Gedenkmauer für die gefallenen Verteidiger der Ukraine in Kiew nieder. Polen gilt als engster Verbündeter der Ukraine, die sich seit knapp vier Jahren gegen einen russischen Angriffskrieg wehrt. (sda/dpa)
7:02
Auslaufender Atomvertrag: Wadephul besorgt über Ende von New Start
Mit dem Auslaufen des letzten grossen Atomwaffenvertrags zwischen den USA und Russland wächst die Sorge vor einem neuen nuklearen Wettrüsten. Der deutsche Aussenminister Johann Wadephul mahnte am Donnerstag im australischen Canberra, Vertrauen in der internationalen Politik wieder zur Grundlage von Rüstungskontrolle zu machen – und forderte dabei auch China zu mehr Verantwortung auf.

«Jede Rüstungskontrollvereinbarung, die ausläuft, muss unsere Besorgnis erregen», sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seiner australischen Kollegin Penny Wong in der Hauptstadt Canberra. Das gelte auch für die jüngste Entwicklung. Es müsse wieder Vertrauen in der Welt geschaffen werden, als Grundlage für neue Vereinbarungen.

«China muss einbezogen werden»
«Das gilt nicht nur für das Verhältnis zwischen den USA und Russland, sondern in der Tat: Auch China muss einbezogen werden», betonte Wadephul. «China, das immer wieder betont, dass es sich zum Multilateralismus bekennt, muss auch im Bereich der Rüstungskontrolle zeigen, dass es zur Zurückhaltung bereit ist und dass es Vertrauen in internationale Beziehungen investiert.» Er hoffe sehr, dass dies erfolgreich sein werde.

Russland hatte zuvor klargemacht, dass es sich mit dem Auslaufen des Vertrags nicht mehr an dessen Vorschriften gebunden sieht. Die USA seien nicht offiziell auf den Vorschlag Russlands eingegangen, sich ein weiteres Jahr an die Bestimmungen des Vertrags zu halten, teilte das Aussenministerium in Moskau mit. Auch öffentliche Kommentare der amerikanischen Seite liessen nicht annehmen, dass Washington dazu bereit sei.

Trump will besseres Abkommen
Daher gehe Moskau davon aus, dass die Vertragspartner nicht weiter an Verpflichtungen des Vertrags gebunden seien und grundsätzlich frei seien in der Wahl ihrer folgenden Schritte. Russland wolle verantwortungsvoll und überlegt handeln, hiess es in der Mitteilung.

Der Atomwaffenvertrag New Start läuft am Donnerstag als letztes grosses Abkommen zur nuklearen Abrüstung aus. US-Präsident Donald Trump sagte zuletzt zum Ende des Vertrags: «Wir werden einfach ein besseres Abkommen machen». Washington fordert die Einbeziehung Chinas, das nuklear rasch aufrüstet, in ein künftiges Kontrollsystem. Peking lehnt das ab und auch Moskau hält dies für unnötig. (sda/dpa)
23:06
Selenskyj: Wir erwarten Austausch Kriegsgefangener
Vor dem Hintergrund der laufenden Gespräche mit Moskau und Washington rechnet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit einem baldigen Austausch von Kriegsgefangenen. In seiner abendlichen Videobotschaft sagte er, es werde einen wichtigen Schritt geben – hin zum Austausch von Gefangenen. Die Gespräche im Ringen um ein Ende des Ukraine-Kriegs sollen morgen in Abu Dhabi weitergehen. Zuvor hatte auch der Kiewer Chefunterhändler, Rustem Umjerow, von einem Gefangenenaustausch gesprochen.

In der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate werden die Mitte Januar begonnenen direkten Gespräche zwischen der Ukraine und Russland unter Vermittlung der USA fortgesetzt.

Die ukrainische Position sei sehr klar, sagte Selenskyj. Der Krieg müsse wirklich beendet werden. Gerade Russland müsse dazu bereit sein. Und auch die Partner seines Landes müssten bereit sein, das mit echten Garantien, Sicherheitsgarantien und echtem Druck auf Russland sicherzustellen. Es dürfe keine Belohnung für Moskau geben, sonst werde es mit der Zeit jede Vereinbarung brechen, führte Selenskyj aus. Die ukrainische Delegation habe auch mit dem US-Team Kontakt gehabt.

Die Ukraine verteidigt sich seit fast vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Für ein Ende der Gewalt fordert Russland von der Ukraine unter anderem einen Verzicht auf den angestrebten Nato-Beitritt und die Abtretung von Gebieten. (sda/dpa)
18:14
Kiewer Seite nennt Ukraine-Gespräche in Abu Dhabi «produktiv»
Die erneuten direkten Ukraine-Gespräche zwischen Moskau und Kiew unter US-Vermittlung sind aus Kiewer Sicht produktiv verlaufen. «Die Arbeit war inhaltsreich und produktiv mit einer Orientierung auf konkrete Schritte und praktische Lösungen», schrieb der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umjerow in sozialen Medien. Nach dem Dreiertreffen seien die Verhandlungen in Arbeitsgruppen fortgesetzt worden.

Die Gespräche im Ringen um ein Ende des Ukraine-Kriegs sollen am Donnerstag fortgesetzt werden, meldeten mehrere Medien unter Berufung auf den Nationalen Sicherheitsrat der Ukraine.

Nach einer ersten trilateralen Gesprächsrunde Mitte Januar hatten Vertreter der Kriegsparteien nun erneut direkt miteinander gesprochen. Die USA sassen wieder als Vermittler am Tisch. Die angekündigten zweitägigen Verhandlungen fanden trotz massiver russischer Angriffe in der Ukraine statt. Das osteuropäische Land verteidigt sich seit fast vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. (sda/dpa)

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Februar 2022 befahl der russische Präsident Wladimir Putin einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Zunächst wurde das gesamte Staatsgebiet des Nachbarlandes angegriffen, mittlerweile konzentrieren sich die Kampfhandlungen auf den Osten, wo Russland regelmässig kleine Geländegewinne verbuchen kann.
  • Die russische Armee bombardiert unnachlässig alle grösseren Städte der Ukraine aus der Luft. Auch Wohnhäuser werden immer wieder getroffen.
  • Die Ukraine wehrt sich ihrerseits mit Drohnenangriffen auf die russische Kriegsinfrastruktur und die Waffenproduktion.
  • Bemühungen um einen Waffenstillstand tragen bisher keine Früchte. Die Versuche von US-Präsident Donald Trump, Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj an einen Tisch zu bringen, sind allesamt gescheitert.
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Die beliebtesten Kommentare
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Andy25
04.12.2025 08:16registriert April 2019
Immer die gleichen Statements von Sleepy Trump nach US Gesprächen mit dem Kriegsverbrecher Putin: "wir hatten sehr gute Gespräche mit Putin und sind sicher, das er ein Deal will". Ja klar, ein Deal der zur Kapitulation der Ukraine führt. No way. Slawa Ukraini
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