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Israel-Gaza-Krieg: USA wollen Hilfsgüter per Luft liefern

Palestinians arrive in the southern Gaza town of Rafah after fleeing an Israeli ground and air offensive in the nearby city of Khan Younis on Monday, Jan. 29, 2024. Israel has expanded its offensive i ...
Eine Familie im Gaza-Streifen flüchtet vor den israelischen Raketen. Bild: keystone
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USA beginnen angeblich mit Abwurf von Hilfsgütern über Gazastreifen

Am 7. Oktober attackierte die Hamas Israel und ermordete 1200 Menschen. Israel reagierte mit Bombenangriffen und die Armee drang in den Gazastreifen ein. Alle News im Liveticker.
29.02.2024, 02:0902.03.2024, 16:03
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  • Hamas-Terroristen haben am Samstag, 7. Oktober, einen beispiellosen Überraschungsangriff auf Israel durchgeführt und rund 1200 Zivilistinnen und Zivilisten sowie Soldaten massakriert. Es handelt sich um den grössten Massenmord an Juden seit dem Zweiten Weltkrieg.
  • Über 230 Israelis wurden nach Militärangaben in den Gazastreifen verschleppt und mutmasslich in unterirdischen Tunnelsystemen als Geiseln gehalten.
  • Laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden über 28'000 Menschen getötet. Die Zahlen lassen sich gegenwärtig nicht unabhängig überprüfen.
  • In Gaza droht eine Hungersnot.
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15:57
USA beginnen angeblich mit Abwurf von Hilfsgütern über Gazastreifen
Die USA haben Medienberichten zufolge damit begonnen, die Zivilbevölkerung im Gazastreifen aus der Luft mit Hilfsgütern zu versorgen. Die Sender CNN und NBC berichteten am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise, drei Transportflugzeuge des US-Militärs hätten insgesamt 66 Pakete mit Zehntausenden Mahlzeiten über dem Krisengebiet abgeworfen.

(sda/dpa)
12:46
Israels Militär: Auto mit Hisbollah-Kämpfern im Libanon zerstört
Das israelische Militär hat im Süden Libanons nach eigenen Angaben ein Auto mit Mitgliedern der vom Iran unterstützten Hisbollah-Milizen getroffen. «Heute Morgen haben Flugzeuge der Armee ein Fahrzeug im Südlibanon angegriffen, in dem mehrere Terroristen unterwegs waren, die Raketen auf israelisches Territorium abgefeuert haben», teilte die Armee am Samstag mit. Zudem hätten Kampfjets «terroristische Infrastruktur» der Hisbollah in der Gegend von Labuneh und in der Nacht zwei Militärstützpunkte der Hisbollah in der Nähe des Ortes Blida angegriffen.

Nach Angaben der Hisbollah wurden bei israelischen Angriffen insgesamt sechs ihrer Mitglieder getötet. Die Miliz berichtete zugleich, sie habe eine israelische Kaserne bei dem Ort Liman und israelische Soldaten nahe der gemeinsamen Grenze beschossen. Berichte über mögliche Opfer in Israel gab es zunächst nicht. Die Angaben beider Seiten konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Seit Beginn des Gaza-Krieges nach dem Massaker der mit der Hisbollah verbündeten Hamas und anderer extremistischer Gruppen in Israel am vergangenen 7. Oktober kommt es in der israelisch-libanesischen Grenzregion immer wieder zu gegenseitigem Beschuss. Israels Verteidigungsminister Yoav Galant hatte vor wenigen Tagen angekündigt, den militärischen Druck auf die Hisbollah-Miliz in Reaktion auf deren tägliche Angriffe auf Israel zu erhöhen, bis sich die Miliz von der Grenze zu Israel zurückgezogen habe. (sda/dpa)
11:30
Israel: Abschussrampen für Raketen im Gazastreifen zerstört
Die israelische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben in der Nacht zu Samstag Abschussrampen für Raketen im Gazastreifen zerstört. Von dort seien am Donnerstag die israelische Stadt Sderot und am Freitag Zikim beschossen worden. Beide Orte liegen in unmittelbarer Nähe zu dem umkämpften Küstenstreifen. Zudem hätten Bodentruppen bei Kämpfen gegen die islamistische Hamas seit Freitag im Zentrum des Gazastreifens und in westlichen Bereichen der im Süden gelegenen Stadt Chan Junis mindestens 28 Gegner getötet sowie Waffen und militärische Ausrüstung gefunden. Dabei sei auch eine neuartige Waffe eingesetzt worden, zu der die Armee jedoch auch auf Nachfrage keine weiteren Details nennen wollte. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Die Lage für die Zivilisten im Gazastreifen ist desolat. Wegen der vielen zivilen Opfer und der massiven Zerstörungen in dem kleinen Küstengebiet steht Israel stark in der Kritik. Die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde gab die Zahl der Toten seit Kriegsbeginn am Samstag mit 30'320 an, mehr als 71'500 Menschen seien verletzt worden. Tausende werden noch unter Trümmern vermutet. Um die katastrophale Versorgungslage zu verbessern, wollen die USA Hilfsgüter aus der Luft abwerfen. (sda/dpa)
22:31
Berichte: Geiselverhandlungen mit Hamas vor neuen Schwierigkeiten
Die indirekten Verhandlungen Israels mit der Hamas über eine befristete Feuerpause und Freilassung von Geiseln stehen Medienberichten zufolge vor neuen Schwierigkeiten. Israel wolle an keiner neuen Runde der von Ägypten, Katar und den USA vermittelten Gespräche teilnehmen, solange die Hamas keine Liste der noch lebenden Geiseln vorlegt, berichtete das Nachrichtenportal «Axios» am Freitagabend. Auch hätten die Islamisten aus dem Gazastreifen noch keine Antwort zu der von den Vermittlern vorgeschlagenen Zahl von palästinensischen Häftlingen in israelischen Gefängnissen erteilt, die Israel im Gegenzug für die Freilassung einer bestimmten Zahl von Geiseln in die Freiheit entlassen würde.

All diese Fragen seien auch nach dreitägigen Gesprächen in der katarischen Hauptstadt Doha unbeantwortet geblieben, zitierte das Portal einen namentlich nicht genannten israelischen Beamten. Eine nächste Verhandlungsrunde sollte nächste Woche in Kairo über die Bühne gehen. Israel werde aber daran nicht teilnehmen, solange die Hamas keine Antwort auf die offenen Fragen gibt, so die israelische Quelle.

Laut Medienberichten sollte dem Vorschlag der Vermittler zufolge möglichst noch vor dem muslimischen Fastenmonat Ramadan, der um den 10. März beginnt, eine sechswöchige Waffenruhe in Kraft treten. In dieser Zeit sollten 40 israelische Geiseln gegen rund 400 palästinensische Häftlinge ausgetauscht werden. Die Hamas hält noch 134 Geiseln in ihrer Gewalt, die sie bei einem Überfall auf den Süden Israels am 7. Oktober zusammen mit anderen extremistischen Gruppen in den Gazastreifen verschleppte. Von ihnen dürften nach israelischen Schätzungen noch rund 100 am Leben sein. Bei dem beispiellosen Massaker hatten die Terroristen ausserdem 1200 Menschen getötet. Israel reagierte darauf mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive im Gazastreifen.

Das amerikanische «Wall Street Journal» berichtete derweil unter Berufung auf ägyptische Quellen, dass die Hamas wegen des Todes von mehr als 100 Palästinensern bei Zusammenstössen rund um Hilfslieferungen ihre Kommunikation mit den Vermittlern eingefroren habe. Verzweifelte Menschen hatten am Donnerstag im nördlichen Gazastreifen einen Hilfskonvoi gestürmt. Während es von palästinensischer Seite hiess, israelische Soldaten hätten gezielt in die Menge geschossen, machte das israelische Militär das Chaos und Gedränge für die Toten verantwortlich. (sda/dpa)
20:35
USA planen Hilfslieferungen aus der Luft für Menschen im Gazastreifen
Die USA wollen die Zivilbevölkerung im Gazastreifen mit Hilfslieferungen aus der Luft versorgen. Man werde sich in den kommenden Tagen mit Jordanien und anderen zusammentun und weitere Lebensmittel und Hilfsgüter aus der Luft abwerfen, kündigte US-Präsident Joe Biden am Freitag im Weissen Haus an. Biden sprach zwar von der Ukraine, es handelte sich aber offensichtlich um einen Versprecher. Denn sowohl zuvor als auch im Anschluss redete er von der Situation im Nahen Osten.

Es müsse auch mehr Hilfe auf dem Landweg in den Gazastreifen gelangen, betonte Biden. «Wir werden darauf bestehen, dass Israel mehr Lastwagen und mehr Wege zur Verfügung stellt, damit mehr und mehr Menschen die Hilfe bekommen, die sie brauchen», so der 81-Jährige. Denn die Hilfe, die aktuell in den Gazastreifen gelange, sei bei weitem nicht genug. «Wir müssen mehr tun, und die Vereinigten Staaten werden mehr tun.»
President Joe Biden delivers remarks during a visit to the southern border, Thursday, Feb. 29, 2024, in Brownsville, Texas. (AP Photo/Evan Vucci)
Joe Biden
Bild: keystone
Abwürfe von Hilfslieferungen über dem Gazastreifen führen bereits Jordanien seit November und Ägypten seit wenigen Tagen durch. Die Flüge sind mit Israel koordiniert. Die abgeworfenen Lebensmittel oder Medikamente bringen eine gewisse Linderung der Not, vor allem in Gebieten, die wie der nördliche Gazastreifen mit Hilfslieferungen auf dem Landweg nur schwer oder gar nicht zu erreichen sind. UN-Organisationen weisen allerdings darauf hin, dass die Mengen, die durch Abwürfe geliefert werden können, eher gering sind.

Bei der grossen Zahl der im Gazastreifen Not leidenden Menschen verpuffe die Wirkung schnell, heisst es. Hinzu kommt, dass in den betroffenen Gebieten in Gaza infolge des Kriegs jegliche Ordnung zusammengebrochen ist. Um die abgeworfenen Pakete prügeln sich häufig junge Männer, um etwas für ihre Familien zu ergattern. Einfacher wäre es, meinen UN-Mitarbeiter, wenn Israel einfach Lkw-Hilfslieferungen über Grenzübergänge im Norden des Gazastreifens zulassen würde.

Die US-Regierung mahnt seit Wochen die katastrophale humanitäre Situation in Gaza an und pocht auf eine Waffenruhe. Gemeinsam mit Ägypten und Katar vermittelt Washington zwischen der islamistischen Hamas und Israel, um eine Feuerpause zu erreichen. Ziele sind die Freilassung der Geiseln in den Händen der Hamas und die verbesserte Lieferung von Hilfsgütern in den Gazastreifen. Die Menschen im Gazastreifen brauchten mehr Nahrung, mehr Wasser, Medikamente und andere humanitäre Güter, sagte der Sprecher des US-Aussenministeriums am Donnerstag. «Und sie brauchen das jetzt.»

«Wir sind nicht in der Lage, genügend Hilfsgüter per Lastwagen zu transportieren, sodass wir verzweifelte Massnahmen wie Luftabwürfe ergreifen müssen», zitierte das Portal «Axios» einen US-Regierungsvertreter vor einigen Tagen. Vertreter der Vereinten Nationen warnten zuletzt im Weltsicherheitsrat vor dem Hungertod Tausender Zivilisten im Gazastreifen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu treibt trotz laufender Verhandlungen über eine Waffenruhe eine Bodenoffensive im Gazastreifen voran und lässt humanitäre Hilfe beschränken.

Am Donnerstag hatten bei der Ankunft eines Hilfskonvois im Gazastreifen viele verzweifelte Menschen versucht, sich mit Hilfsgütern zu versorgen. Der Hamas-kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen zufolge sollen dabei mehr als hundert Menschen getötet und mehr als 700 verletzt worden sein. Während es von palästinensischer Seite hiess, israelische Soldaten hätten gezielt in die Menge geschossen, machte das israelische Militär das Chaos und Gedränge für die Toten verantwortlich. Zwar seien Schüsse gefallen, aber dadurch habe es nur wenige Verletzte gegeben. Zahlreiche Länder, darunter die USA und Deutschland, forderten daraufhin Aufklärung durch Israel. Die Tragödie ereignete sich an dem Tag, an dem die Marke von 30 000 Toten seit Beginn der israelischen Militäroffensive überschritten wurde. (sda/dpa)
19:26
Katastrophe bei Hilfskonvoi im Gazastreifen für Brasilien «Massaker»
Brasilien hat Israels Regierung nach dem Tod Dutzender Menschen bei der Ankunft von Hilfsgütern im Gazastreifen scharf kritisiert. «Die Netanjahu-Regierung hat durch ihre Handlungen und Erklärungen wieder einmal gezeigt, dass die Militäraktion in Gaza keine ethischen oder rechtlichen Grenzen kennt», teilte Brasiliens Aussenministerium am Freitag mit und bezeichnete den Vorfall als «Massaker». Es sei die Aufgabe der internationalen Gemeinschaft, dem ein Ende zu setzen, um weitere Gräueltaten zu verhindern. Mit jedem Tag des Zögerns würden mehr unschuldige Menschen sterben, so das Aussenministerium. «Die Menschheit lässt die Zivilisten in Gaza im Stich.»

Bei der Ankunft eines Hilfskonvois hatten am Donnerstag viele verzweifelte Menschen versucht, sich mit Hilfsgütern zu versorgen. Der Hamas-kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen zufolge sollen dabei mehr als hundert Menschen getötet und mehrere Hunderte verletzt worden sein. Während es von palästinensischer Seite hiess, israelische Soldaten hätten gezielt in die Menge geschossen, machte das israelische Militär das Chaos und Gedränge für die Toten verantwortlich. Zwar seien Schüsse gefallen, aber dadurch habe es nur wenige Verletzte gegeben. Zahlreiche Länder, darunter die USA und Deutschland, forderten daraufhin Aufklärung durch Israel. Die Tragödie ereignete sich an dem Tag, an dem die Marke von 30 000 Toten seit Beginn der israelischen Militäroffensive überschritten wurde.

Brasilien befindet sich in einer diplomatischen Krise mit Israel, nachdem Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva den israelischen Streitkräften im Gazastreifen zum wiederholten Male Völkermord vorgeworfen und den israelischen Militäreinsatz mit dem Holocaust verglichen hatte. Daraufhin erklärte ihn Israels Aussenminister Israel Katz zur unerwünschten Person und zitierte den brasilianischen Botschafter in die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Die Regierung in Brasilien bestellte ihrerseits den israelischen Botschafter ein und rief ihren Vertreter in Israel zu Konsultationen zurück.

Neben Brasilien verurteilten auch andere Länder Lateinamerikas wie Mexiko, Kolumbien oder Venezuela den jüngsten Vorfall um den Tod vieler Palästinenser und kritisierten teils Israel. Kolumbiens Präsident Gustavo Petro etwa ordnete daraufhin die Aussetzung aller Waffenkäufe aus Israel an. (sda/dpa)
15:29
Schweiz «zutiefst besorgt» über hohe Opferzahl bei Hilfslieferung
Die Schweiz hat sich «zutiefst besorgt» gezeigt über die hohe Anzahl ziviler Opfer bei der Verteilung von humanitären Hilfsgütern am Donnerstagabend in Gaza. Solche Vorfälle seien «inakzeptabel» und eine Aufklärung des Vorfalls unerlässlich.

Das humanitäre Völkerrecht müsse zwingend eingehalten werden, teilte das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Freitag auf dem Kurznachrichtendienst X mit. Ausserdem brauche es einen sofortigen humanitären Waffenstillstand, um die Zivilbevölkerung zu schützen und humanitäre Hilfe zu leisten.

Laut dem palästinensischen Uno-Botschafter Mansur hatten sich bei der Ankunft der Hilfsgüter im Norden Gazas tausende Menschen versammelt. «Und dann begann die israelische Armee plötzlich, auf sie zu schiessen», sagte Mansur. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde im von der islamistischen Hamas kontrollierten Gazastreifen wurden dabei mehr als hundert Menschen getötet und mehrere Hundert verletzt.

Der israelische Armeesprecher Daniel Hagari wies die Vorwürfe zurück: «Es gab keinen Angriff des israelischen Militärs auf den Hilfskonvoi.» Er sprach von einem chaotischen Gedränge, bei dem Menschen zu Tode getrampelt worden seien. (sda)
7:34
Borrell entsetzt über Katastrophe bei Hilfskonvoi in Gaza
Der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell hat sich erschüttert über die tödliche Katastrophe bei der Ankunft eines Hilfsgüterkonvois im Gazastreifen gezeigt. «Ich bin entsetzt über die Nachricht von einem weiteren Blutbad unter der Zivilbevölkerung in Gaza, die verzweifelt auf humanitäre Hilfe wartet», schrieb Borrell am später Donnerstagabend auf der Plattform X (vormals Twitter). Diese Todesfälle seien «völlig inakzeptabel». Den Menschen die Nahrungsmittelhilfe vorzuenthalten, seien ein schwerer Verstoss gegen das humanitäre Völkerrecht.

Eine ausdrückliche Schuldzuweisung nahm Borrell in dem Beitrag nicht vor. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich dagegen auf der Plattform X empört über die Bilder gezeigt, «die uns aus Gaza erreichen, wo Zivilisten von israelischen Soldaten ins Visier genommen wurden». Ein israelischer Armeesprecher sagte zu dem Vorfall: «Es gab keinen Angriff des israelischen Militärs auf den Hilfskonvoi.»

Der palästinensische UN-Botschafter Riad Mansur warf Israel daraufhin die vorsätzliche Tötung von Palästinensern vor. Der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres, Stephane Dujarric, sagte zu der tödlichen Katastrophe, man kenne nicht alle Fakten und sei sich bewusst, dass es unterschiedliche Darstellungen gebe. (sda/dpa)
2:07
Paris kritisiert Israel: Schüsse auf Zivilisten nicht zu rechtfertigen
Nach Berichten über den Tod Dutzender Palästinenser bei der Ankunft von Hilfsgütern im Gazastreifen hat Frankreich tief betroffen reagiert und Israels Streitkräfte kritisiert. «Der Beschuss von Zivilisten durch das israelische Militär bei dem Versuch, an Lebensmittel zu gelangen, ist nicht zu rechtfertigen», hiess es in einer am Donnerstagabend veröffentlichten Mitteilung des französischen Aussenministeriums.

Präsident Emmanuel Macron zeigte sich empört über die Bilder, «die uns aus Gaza erreichen, wo Zivilisten von israelischen Soldaten ins Visier genommen wurden». In der Nacht zum Freitag schrieb Macron auf X: «Ich bringe meine entschiedene Ablehnung gegenüber diesen Schüssen zum Ausdruck und fordere Wahrheit, Gerechtigkeit und die Einhaltung des Völkerrechts.» Die Lage in Gaza sei dramatisch. «Die gesamte Zivilbevölkerung muss geschützt werden. Ein Waffenstillstand muss sofort in Kraft treten, damit die humanitäre Hilfe verteilt werden kann.»

In der Mitteilung des Aussenministeriums hiess es weiter, Frankreich erwarte, dass das schwerwiegende Vorkommnis vollständig aufgeklärt werde. «In jedem Fall liegt es in der Verantwortung Israels, sich an die Regeln des Völkerrechts zu halten und die Verteilung humanitärer Hilfe an die Zivilbevölkerung zu schützen.»
epa11188677 Seine-Saint-Denis's Prefect Jacques Witkowski (L) and France's President Emmanuel Macron walk during the inauguration of the Paris 2024 Olympic village in Saint-Denis, northern P ...
Bild: keystone
Das tragische Ereignis falle in eine Zeit, in der die humanitäre Notlage in Gaza drängende Ausmasse angenommen habe und eine wachsende und unerträgliche Zahl palästinensischer Zivilisten an Hunger und Krankheiten leide, hiess es aus Paris. «Ein sofortiger und dauerhafter Waffenstillstand ist dringend erforderlich, um humanitäre Hilfslieferungen in grossem Umfang zu ermöglichen und die Zivilbevölkerung im Gazastreifen zu schützen.» Dieses Ziel habe für Frankreich Priorität.
(sda/dpa)
22:40
Armee: Israels Militär hat Menschen in Gaza nicht gezielt angegriffen
Nach dem Tod Dutzender Menschen bei der Ankunft von Hilfsgütern im Gazastreifen hat Israels Armeesprecher erklärt, Soldaten hätten keine Menschen gezielt angegriffen. Vielmehr sei es bei der Ankunft der Lastwagen zu einem chaotischen Gedränge gekommen, das die Soldaten vor Ort mit Warnschüssen auflösen wollten, sagte Daniel Hagari am Donnerstagabend bei einer Pressekonferenz. «Unser Krieg richtet sich gegen die Hamas, nicht gegen die Menschen in Gaza.»

Die israelische Armee hatte Hagari zufolge am Morgen einen Lastwagenkonvoi mit humanitären Hilfsgütern koordiniert, der Bewohner im Norden des abgeriegelten Küstenstreifens erreichen sollte. Bei der Ankunft der humanitären Hilfsgüter seien zahlreiche Menschen auf die Lastwagen gestürmt und es sei zu einem chaotischen Gedränge gekommen. «Einige fingen an, andere gewaltsam zu schubsen und zu Tode zu trampeln und plünderten die humanitären Hilfsgüter», sagte Hagari weiter.

Um die grosse Menschenmenge auseinanderzubringen, hätten die israelischen Soldaten Warnschüsse abgegeben. «Es gab keinen Angriff des israelischen Militärs auf den Hilfskonvoi», sagte Hagari. Die Truppen vor Ort hätten sich daraufhin zurückgezogen.

Die Koordination von Hilfskonvois sowie die Sicherung eines humanitären Korridors durch die Armee sei bereits in den vergangenen Tagen geschehen, aber zuvor sei es nicht zu Zwischenfällen gekommen. «Wir erkennen das Leiden der unschuldigen Menschen in Gaza an. Deshalb suchen wir nach Möglichkeiten, unsere humanitären Bemühungen auszuweiten», so Hagari. Die Angaben der israelischen Armee liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
(sda/dpa)
21:23
Kolumbiens Präsident Petro: Alle Waffenkäufe aus Israel aussetzen
Kolumbien setzt nach dem Tod Dutzender Menschen bei der Ankunft von Hilfsgütern im Gazastreifen alle Waffenkäufe aus Israel aus. «Beim Betteln nach Lebensmitteln wurden mehr als 100 Palästinenser von Netanjahu getötet. Dies wird als Völkermord bezeichnet und erinnert an den Holocaust, auch wenn die Weltmächte dies nicht wahrhaben wollen», schrieb Staatspräsident Gustavo Petro am Donnerstag auf der Plattform X, ehemals Twitter. Die Welt müsse den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu blockieren, sagte Petro und ordnete die Aussetzung aller Waffenkäufe aus dem Land an.

Sollte Petros Ankündigung wahr werden, würde dies der kolumbianischen Zeitung «El Tiempo» zufolge die nationale Sicherheit Kolumbiens in eine komplexe Situation bringen, da Israel einer der Hauptlieferanten des Landes für militärische Ausrüstung sei.
So handele es sich beispielsweise bei den Kampfflugzeugen der kolumbianischen Luftwaffe um das israelische Flugzeugmodell Kfir. Auch die Basiswaffe der Militär- und Polizeikräfte sei das israelische Galil-Sturmgewehr, das in Kolumbien unter israelischem Patent hergestellt werde.
epa11137572 Colombian President Gustavo Petro (C) speaks during a press conference after a meeting with a visiting delegation of UN Security Council representatives in Bogota, Colombia, 08 February 20 ...
Bild: keystone
Die diplomatischen Beziehungen zwischen Kolumbien und Israel sind seit der Eskalation des Krieges im Gazastreifen nach der Hamas-Terrorattacke im Oktober letzten Jahres angespannt. Petro hatte die israelischen Angriffe im Gazastreifen bereits mehrfach verurteilt und die Botschafterin in Israel für Konsultationen zurückbeordert. (sda/dpa)
20:36
Netanjahu: Unermüdliche Bemühungen um Freilassung von Geiseln in Gaza
Die israelische Regierung bemüht sich nach den Worten von Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu unermüdlich, die von der islamistischen Hamas im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln freizubekommen. Es sei allerdings zu früh, um zu wissen, ob eine Einigung über die Freilassung von Geiseln und eine Feuerpause im Gaza-Krieg zustande käme, sagte Netanjahu am Donnerstagabend in Tel Aviv.
epa11188992 Smoke rises from the Lebanese village of Blida, southern Lebanon, as a result of an Israeli air strike, as seen from the Israeli side of the border, 29 February 2024. The Israeli military  ...
Bild: keystone
Eine seiner zentralen Forderungen in dem Zusammenhang sei es, eine Liste mit den Namen aller Geiseln zu bekommen, die im Rahmen eines Deals freigelassen würden. Diese habe er bisher nicht erhalten, sagte Netanjahu. Ein Durchbruch in den Verhandlungen und ein Abkommen in den kommenden Tagen seien daher zunächst ungewiss.

Netanjahu betonte zudem, dass die Armee den Krieg gegen die islamistische Hamas bis zum Sieg fortführen werde. «Der internationale Druck auf Israel nimmt zwar immer mehr zu, aber ich habe den enormen Druck, den Krieg zu beenden, zurückgewiesen», sagte Netanjahu. Die israelischen Truppen kämen im Gazastreifen voran und bereiteten sich auf eine Fortsetzung vor. «Denn es wird eine Fortsetzung geben», unterstrich der israelische Regierungschef. (sda/dpa)
20:13
USA nach tödlichem Vorfall in Gaza: Werden auf Antworten drängen
Die US-Regierung steht nach einer Katastrophe mit Dutzenden Toten an einem Hilfsgüterkonvoi in Gaza mit der israelischen Regierung in Kontakt und verlangt Antworten. Es sei das Verständnis der USA, dass eine Untersuchung im Gange sei, sagte der Sprecher des US-Aussenministeriums, Matthew Miller, am Donnerstag. «Wir werden diese Untersuchung genau verfolgen und auf Antworten drängen.» Man habe keine gesicherten Erkenntnisse über die Geschehnisse, so Miller. Das Luftbildmaterial zeige, dass die Menschen im Gazastreifen unglaublich verzweifelt seien. «Heute sind zu viele Palästinenser gestorben, und das gilt für zu viele Tage seit dem 7. Oktober.»

Der Vorfall zeige, warum eine schnelle Einigung über eine Waffenruhe und die Freilassung der Geiseln in den Händen der islamistischen Hamas notwendig sei, betonte Miller. Er sagte, dass diese «Tragödie» die Verhandlungen komplizierter machen könne. «Aber wir hoffen, dass dies nicht der Fall sein wird, und wir werden uns sehr dafür einsetzen, eine Einigung zu erzielen.» Die Menschen im Gazastreifen brauchten mehr Nahrung, mehr Wasser, Medikamente und andere humanitäre Güter. «Und sie brauchen das jetzt.» Miller betonte gleichzeitig: «Wenn die Hamas die Waffen niederlegen würde, könnte das alles heute vorbei sein.» (sda/dpa)
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