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Demonstrators shout nationalist slogans during a protest in front of the headquarters of the Hurriyet daily newspaper in Istanbul, Turkey, September 8, 2015. Turkish Prime Minister Ahmet Davutoglu appealed for calm on Tuesday after crowds angered by renewed Kurdish militant violence attacked newspapers and offices of a pro-Kurdish political party. The unrest took place after Kurdish militants killed 15 police officers in two bombings in eastern Turkish provinces. The PKK attacks have triggered nationalist anger against Kurds. A crowd attacked the headquarters of pro-Kurdish opposition Peoples' Democratic Party's (HDP) in the capital Ankara on Tuesday night, the party said. Separately, the headquarters of Hurriyet newspaper in Istanbul was pelted with stones by a group, the daily said, less than 48 hours after a similar attack. REUTERS/Selcuk Samiloglu/Hurriyet Daily

Redaktion der Zeitung «Hürriyet» in Ankara.
Bild: STRINGER/TURKEY/REUTERS

Terror in der Türkei: Nationalisten greifen HDP-Zentrale und «Hürriyet»-Redaktion an

Aufgebrachte Demonstranten in der Türkei haben am Dienstagabend die Zentrale der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP und den Redaktionssitz der Zeitung «Hürriyet» angegriffen. Weitere Angriffe richteten sich gegen HDP-Büros in anderen Landesteilen.



In Ankara marschierten Dutzende Nationalisten zum HDP-Sitz, wie Bilder des Fernsehsenders CNN-Türk zeigten. Sie warfen mit Steinen und rissen das Parteizeichen am Gebäude ab. «Unsere Zentrale wird angegriffen, aber die Polizei erfüllt nicht ihre Pflicht», hiess es in einer HDP-Mitteilung auf Twitter.

Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP sah Rauch über dem Gebäude aufsteigen. Die Polizei trieb die Randalierer schliesslich auseinander. In den sozialen Netzwerken veröffentlichte Fotos legten nahe, dass die Räume der Parteizentrale bei dem Angriff schwer verwüstet wurden.

In der südtürkischen Stadt Alanya wurde der örtliche HDP-Sitz in Brand gesetzt, wie CNN-Türk berichtete. Auch in mindestens sechs anderen Städten seien HDP-Büros von Demonstranten beschädigt worden.

Nationalisten werfen der HDP vor, der politische Arm der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zu sein. Seit dem Ende der Waffenruhe zwischen der türkischen Regierung und der PKK Ende Juli liefern sich Sicherheitskräfte und die Rebellen täglich Gefechte.

«Hürriyet» belagert

In Istanbul belagerten am Dienstag Anhänger der türkischen Regierungspartei AKP erneut die Redaktion der «Hürriyet». Zunächst hätten sich etwa hundert Menschen vor dem Gebäude versammelt und sangen den Namen von Staatschef Recep Tayyip Erdogan sowie «Gott ist gross», berichtete die Zeitung auf ihrer Website.

Dann hätten sie das Redaktionsgebäude mit Steinen beworfen und sich gewaltsam Zutritt verschafft. Die Polizei habe die Demonstranten zurückgedrängt, die dann erneut in Slogans die AKP priesen.

Bereits am Sonntagabend hatten etwa hundert AKP-Anhänger das Redaktionsgebäude gestürmt. Auslöser war offenbar eine kontroverse Twitter-Meldung der «Hürriyet» über Erdogan.

Erdogan hatte in der Vergangenheit wiederholt die Mediengruppe Dogan kritisiert, zu der «Hürriyet» gehört. Die Angriffe auf die Zeitung erfolgten inmitten wachsender Sorge über Einschränkungen der Pressefreiheit in der Türkei. (sda/afp)

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