43 Studierende verschwunden: Armee in Mexiko muss geheime Unterlagen freigeben
Die Armee muss laut dem Beschluss 853 Seiten von Unterlagen bereitstellen, deren Existenz sie bislang geleugnet hat, wie das Menschenrechtszentrum Prodh mitteilte.
In der Nacht zum 27. September 2014 hatten korrupte Polizisten die Studenten des linken Lehrerseminars Ayotzinapa in der südlichen Stadt Iguala verschleppt und dem Drogenkartell Guerreros Unidos übergeben. Auch Soldaten sollen verwickelt gewesen sein. Der Fall wurde bisher nicht vollständig aufgeklärt, obwohl zahlreiche Verdächtige festgenommen wurden. Die Hintergründe bleiben unklar. Nur Knochenteile von drei der jungen Männer wurden bislang gefunden. Eine Wahrheitskommission stufte die Tat 2022 als Staatsverbrechen ein und erklärte die Studenten für tot.
Menschenrechtler hoffen auf relevante Informationen
Laut dem Centro Prodh, das die Angehörigen der Studenten rechtlich vertritt, dürfte der Inhalt der nun freizugebenden Dokumente zur Aufklärung des Falles relevant sein. «Der Beschluss stellt klar, dass Lücken in den Dokumenten nicht bedeuten, dass sie nicht existieren, sondern darauf hinweisen, dass die Informationen beim Militär vorliegen und herausgegeben werden müssen», hiess es in einer Mitteilung der Organisation.
Unklar ist, wie das Militär nach dem Urteil vorgehen wird, da es bisher das Vorhandensein der Unterlagen bestritten hat. Präsidentin Claudia Sheinbaum äusserte sich zunächst nicht dazu. «Mir war dieser Beschluss bislang nicht bekannt. Wir werden ihn prüfen und informieren», sagte sie. Sheinbaum plant, sich vor Ende des Monats mit den Angehörigen der Studenten erneut zu treffen. (sda/dpa)
