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Refugees and migrants wait to be rescued by members of the Spanish NGO Proactiva Open Arms, after leaving Libya trying to reach European soil aboard an overcrowded rubber boat, north of Libyan coast, Sunday, May 6, 2018. In total 105 refugees and migrants from Bangladesh, Egypt, Nigeria, Marrocos, Gana, Pakistan, Sudan, Libya, Eritrea and Senegal were rescued in the overcrowded rubber boat. (AP Photo/Felipe Dana)

Ein Schlauchboot mit über 80 Flüchtlingen ist vor Tunesien gesunken. (Archivbild) Bild: AP/AP

Boot mit 86 Flüchtlingen an Bord vor Küste Tunesiens gesunken



Nach einem Bootsunglück vor der Küste Tunesiens befürchten Helfer den Tod von mehr als 80 Menschen. Das Schlauchboot der Flüchtlinge sank am Mittwoch offenbar nur wenige Stunden nach dem Start in Libyen.

Das teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Donnerstag unter Berufung auf einen Überlebenden mit. Die Hilfskräfte gingen davon aus, dass vermutlich nur drei Menschen das Unglück überlebten.

Wajdi Ben Mhamed, bei der IOM für Südtunesien zuständig, sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe einen der drei Überlebenden des Unglücks in einem Spital in der südtunesischen Stadt Zarzis gesprochen. Der junge Mann aus Mali stehe «noch immer unter Schock».

Er wisse nicht, was mit den anderen Menschen an Bord des Boots geschehen sei. «Sie sind verschwunden; es ist wahrscheinlich, dass sie ertrunken sind», sagte Mhamed.

Fischer entdeckten Boot in Seenot

Nach Angaben des Überlebenden war das Boot mit 86 Menschen am frühen Mittwochmorgen von der östlich von Tripolis gelegenen libyschen Stadt Zouara aufgebrochen und einige Stunden später gesunken. Ziel der Flüchtlinge sei Italien gewesen.

«Es steht zu befürchten, dass rund 80 Migranten tot sind», schrieb IOM-Sprecher Flavio Di Giacomo im Kurzbotschaftendienst Twitter. Weitere Informationen seien jedoch nötig, um zu klären, wie es zu dem Unglück gekommen und wie hoch die tatsächliche Zahl der Opfer sei.

Fischer hatten die tunesische Küstenwache alarmiert, als sie das in Seenot geratene Boot sichteten. Drei Malier und ein Ivorer wurden vor Zarzis im Meer aufgegriffen, wie die Hilfsorganisation Roter Halbmond und die Marine mitteilten. Der Ivorer starb später im Spital.

Tunesiens Ministerpräsident Youssef Chahed erklärte, «die Flüchtlingsfrage» liege nicht in der Verantwortung Tunesiens. Vielmehr müssten «alle Länder Verantwortung übernehmen».

«Tödlichste Meeresüberquerung der Welt»

Erst im Mai waren 60 Menschen bei der Überfahrt über das Mittelmeer vor der tunesischen Küste ums Leben gekommen. Das Uno-Flüchtlingskommissariat UNHCR hatte damals von einem der «schlimmsten Vorfälle im Mittelmeer in den vergangenen Monaten» gesprochen.

Immer wieder ertrinken zahlreiche Flüchtlinge im Mittelmeer beim Untergang ihrer oft nicht seetüchtigen Boote, die meisten beim Versuch der Überfahrt von Libyen in einen EU-Staat. Das UNHCR spricht von «der tödlichsten Meeresüberquerung der Welt».

Trotz anhaltender Konflikte ist Libyen nach wie vor eines der wichtigsten Transitländer für Flüchtlinge aus anderen afrikanischen Staaten oder dem Nahen Osten, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollen.

Die EU hat die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer vorerst eingestellt. Auch die meisten Hilfsorganisationen können ihre Rettungsmissionen wegen politisch gewollter Hürden nicht mehr aufrecht erhalten. (sda/afp)

Salvinis Rede über Sea-Watch sorgt für Aufregung

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34Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Posersalami 05.07.2019 08:20
    Highlight Highlight RIP 😔
  • *sharky* 05.07.2019 08:09
    Highlight Highlight An alle Misanthropen hier oder deren selektive Variante:
    I hope you step on a lego... every step...
  • Eskimo 05.07.2019 06:04
    Highlight Highlight Hört endlich auf, diesen Menschen falsche Hoffnungen zu machen und sie aufs Meer zu locken..
  • Fachmann 05.07.2019 00:34
    Highlight Highlight Das ist unglaublich tragisch und macht mich traurig, aber auch wütend.
    Hätte die Sea Watch 3 die geretteten Menschen zurück nach Libyen gebracht, dann wäre dieses Boot vielleicht nie in Richtung Europa gestartet.
    Stattdessen haben nun viele Menschen neue Hoffnung geschöpft, um den gefährlichen Weg über das Mittelmeer zu riskieren. Mit tragischem Ende.
    • Enzasa 05.07.2019 00:47
      Highlight Highlight Quatsch, diese Menschen flüchten, weil ihr Leben so unerträglich ist, dass Sie bereit sind, das Risiko „Tod“ in Kauf zu nehmen.
      Lieber auf der Flucht sterben, als weiter so zu leben. Lieber Fachmann, auch wenn der Gedanke „Wirtschaftsflüchtling“ dein Gewissen beruhigt.
      Menschen nehmen den Tod nicht billigend in Kauf nur um ein paar Cent mehr zu haben.
    • Fachmann 05.07.2019 01:14
      Highlight Highlight Bin nicht einverstanden. Die Zahl der Überquerungen und die Zahl der Oper war seit 2017 deutlich zurückgegangen, eben genau weil für viele Menschen das Risiko zu gross geworden war. Natürlich hätten die Passagiere der Sea Watch ein besseres Leben in Europa verdient. Aber das würden auch noch viele Millionen weitere Menschen verdienen, die in Krisengebieten leben. Klar ist nur, dass wir Afrika nicht helfen, indem wir einige wenige zu uns nach Europa holen.
    • Gender Bender 05.07.2019 01:16
      Highlight Highlight @Enzasa: Kann es sein, dass das Wissen über die Gefahren eines Meeres bei Menschen, die quasi keine Bildung haben, verschwindend klein ist und dass sie quasi nie mit solchen Menschen in Kontakt sind?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Katzenseekatze 04.07.2019 23:57
    Highlight Highlight Traurig 😞
    • Kruk 05.07.2019 10:55
      Highlight Highlight Das es soviele Menschen gibt die das nicht traurig finden, ist beängstigend.
  • Lokutus 04.07.2019 23:15
    Highlight Highlight Wie gut wäre es gewesen, wenn Seawatch oder andere Helfer vor Ort gewesen wären und Typen wie Salvini nicht in einem politischen Amt wären....
    • Cédric Wermutstropfen 05.07.2019 14:58
      Highlight Highlight Das hängt davon ab, wohin sie gebracht worden wären - nach Europa oder zurück.
    • Kruk 05.07.2019 23:06
      Highlight Highlight Ä ob man Menschen das Leben retten soll, hängt also davon ab wohin man sie danach bringt?
  • Deubelbeiss 04.07.2019 22:59
    Highlight Highlight Ich frag mich, wie europäische Politiker das ihren Kindern erklären.
    • Spooky 05.07.2019 08:42
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
    • Pafeld 05.07.2019 16:27
      Highlight Highlight @Spooky
      Sie sollten sich dringend mal Kinder zulegen. Dann sollten Sie wissen, dass Kinder gemeinschaftlich organisierten Massenmord in der Regel viel schlimmer finden, als diffuse Invasionsängste. Jedenfalls, solange sie von Erwachsenen noch nicht zu Xenophoben erzogen worden sind.
  • MiezeLucy 04.07.2019 22:02
    Highlight Highlight Ach sch....
    Egal wie oft solche Meldungen kommen, es schockt mich immer brutal.
    Soviel Hoffnung, soviele Leben und dazugehörige Freunde und Familien. Wie verzweifelt muss man sein bzw wie verlockend muss die andere Seite sein um freiwillig in den mutmasslichen Tod zu gehen.....
    • dudette 04.07.2019 23:16
      Highlight Highlight Was es an deinem Kommentar zu blitzen gibt versteh ich nicht.
      Himmeltraurig was in der Welt abgeht....
    • Kruk 04.07.2019 23:17
      Highlight Highlight Schön gibt es noch Menschen mit Empathie.
      Was ich mich Frage, wer blitzt einen solchen Kommentar?
    • MiezeLucy 05.07.2019 12:01
      Highlight Highlight Ihr macht mir Hoffnung :) es lohnt sich doch zu kämpfen..
      There comes a time
      When we need a helping hand
      And the world must come together as one....
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