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Carola Rackete bricht ihr Schweigen. screenshot: ard

Jetzt spricht Rackete: «Salvini ist niemand, dem ich persönlich begegnen möchte»

Nach ihrer Freilassung äussert sich Carola Rackete nun erstmals öffentlich. Die Kapitänin der Sea-Watch 3 will die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen, glaubt aber nicht an eine Verurteilung.



Nach ihrer Freilassung äussert sich die Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete nun erstmals gegenüber den Medien. Gegenüber dem «Spiegel» und dem Fernsehsender «ARD» schildert die 31-Jährige, wie sie die vergangenen Tage in Haft und die Wochen davor erlebt hatte. Die Seenotretterin war mit 40 Flüchtlingen fast 17 Tage im Mittelmeer unterwegs, bevor sie in der Nacht zum 29. Juni gegen den Willen der italienischen Regierung in Lampedusa anlegte.

Rackete über den Rummel um ihre Person

Gegenüber dem «Spiegel» sagt Rackete: «Mich hat überrascht, wie persönlich es geworden ist. Es sollte um die Sache gehen. Um das Versagen der EU, die Geretteten gerecht aufzuteilen und diese Verantwortung zusammen zu übernehmen», so Rackete im Interview. Um sie als Einzelperson gehe es nicht und die Situation, in die sie geraten sei, habe sie sich nicht gewünscht.

Dass sie jetzt als eine Art Heldin und Vorkämpferin für Migranten gilt, sei bei ihr noch nicht richtig angekommen. Sie sei eine Person, die lieber agiere, statt zu reden.

...über ihren Aufenthaltsort

Im Interview mit der «ARD» sagt die Kapitänin, sie befinde sich auf Sizilien, wolle aber den genauen Ort geheim halten. Sie werde von mehreren Seiten bedroht, darunter seien auch Morddrohungen. Sie habe sich aber entschieden, in Italien zu bleiben, weil sie am kommenden Dienstag zu einer weiteren Vernehmung antreten müsse.

...über Innenminister Salvini

Auf den italienischen Innenminister Matteo Salvini angesprochen, der Rackete in den vergangenen Tagen zum persönlichen Feindbild hochstilisiert hat, sagt sie gegenüber dem «Spiegel»: «Ich verfolge nicht, wie er sich äussert. Salvini ist niemand, dem ich persönlich begegnen möchte. Seine Politik verstösst gegen Menschenrechte. Seine Art, sich auszudrücken ist respektlos und für einen Spitzenpolitiker nicht angemessen.»

Dass Salvini Rackete derart ins Visier genommen habe, sei einer Verkettung von Umständen geschuldet. Salvini habe sein Dekret in einem Eilverfahren durchgedrückt, als sie auf der Sea-Watch 3 bereits Flüchtlinge aufgenommen habe.

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Carola Rackete im Interview mit dem «ARD». screenshot: ard

...über die Situation an Bord der Sea-Watch 3

Die 17 Tage an Bord der Sea-Watch 3 mit 40 geretteten Migranten seien bedrückend gewesen. «Jeden Tag wurde die medizinische und hygienische Situation schlimmer. Alles schien ausweglos.» Laut Rackete habe die Crew jeden Tag medizinische Berichte abgeschickt, an die Rettungsleitstelle in Rom, an den niederländischen Flaggenstaat, an den Hafen in Lampedusa. Auch politisch habe sich nichts getan. Es gab Anfragen an Malta, Frankreich, an die deutsche Regierung. «Es hiess immer, wir machen was. Aber es hat sich einfach keine Lösung abgezeichnet, nichts Konkretes.»

So spitzte sich die Situation auf dem Schiff immer mehr zu. Viele Gerettete hätten eigentlich von Spezialisten behandelt werden müssen, bei einem Mann lag einen Verdacht auf Tuberkulose vor, fast alle brauchten psychologische Betreuung. «Wenn wir die Leute zwei Wochen lang in solchen Zuständen behalten, ist das sehr explosiv», so Rackete gegenüber dem Spiegel. Am Ende sei die Lage nicht mehr tragbar gewesen und sie und die Crew nur noch verzweifelt.

Immer habe es geheissen: Eine Lösung stehe bevor, in den nächsten Stunden sei sie da. «Ich wollte ja nicht in den Hafen fahren, ich wollte dieses Gesetz nicht brechen.» Doch die Lösung kam nicht, also habe sie sich dann entschieden einzulaufen. Eine weitere Nacht mit den Flüchtlingen habe sie nicht verantworten können.

Im Interview mit dem «ARD» sagt Rackete: «Ich war vor allem unglaublich frustriert, weil wir wirklich zwei Wochen lang versucht haben, diese Situation zu lösen, mit allen legalen und politischen Mitteln und wir einfach dort sitzen gelassen wurden, niemand uns geholfen hatte. Letztlich habe sie keine andere Wahl gehabt.

...über die Einfahrt in den Hafen von Lampedusa

Im Interview mit dem «Spiegel» wird Rackete auf den Zusammenstoss mit einem Schiff der italienischen Guardia di Finanza angesprochen. Ihr wurde vorgeworfen, sie habe beim unerlaubten Einfahren in den Hafen von Lampedusa die Gesundheit von Beamten auf dem Boot gefährdet.

Rackete allerdings sagt, dabei habe es sich um einen Unfall gehandelt. «Wir sind ganz langsam reingefahren, haben das Schiff gestoppt, gedreht, weil man rückwärts anlegt. Da habe ich gesehen, dass sich das Boot der Guardia di Finanza mitten an diesen Pier gelegt hatte, um zu verhindern, dass wir dort anlegen. Dass wir zusammengestoßen sind, war kein Angriff auf ein Kriegsschiff, wie mir vorgeworfen wurde.»

epa07682744 A handout photo made available by Sea-Watch shows Sea Watch 3 captain Carola Rackete (C) being arrested after entering the port of Lampedusa and ramming a patrol boat, in Lampedusa, Italy, 29 June 2019. According to reports, the captain Carola Rackete was arrested after violating orders from the Finance Police and entering the port of Lampedusa while ramming a patrol boat.  EPA/SELENE MAGNOLIA/SEA-WATCH HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Rackete nach der Einfahrt in den Hafen von Lampedusa. Bild: EPA

Im «ARD»-Interview ergänzt sie, es habe natürlich keine Absicht zu dieser Kollision gegeben. Diese habe sich aus der Situation ergeben und aus dem Fall, dass das Boot der Guardia di Finanza sich ihr aktiv in den Weg gestellt habe. «Ich denke, dass wir auf dieser Mission alles richtig gemacht haben. Am Ende ist es das Richtige, dass wir diese insgesamt 53 Personen gerettet und in einen sicheren Hafen gebracht haben.»

...über die europäische Migrationspolitik

«Wir brauchen eine Lösung, wie in Europa Menschen aufgenommen werden, die zu uns flüchten. Und wie wir sie solidarisch verteilen.» Das Dublin-System, das die Verantwortung den Ländern mit Aussengrenzen überlässt, sei nicht gerecht, so Rackete im «Spiegel».

Im «ARD»-Interview sagt sie 31-Jährige zudem, warum sie die Flüchtlinge nicht nach Libyen, Tunesien oder Marokko zurückgebracht hat. Diese Länder seien zur Aufnahme von Flüchtlingen nicht geeignet. In Tunesien etwa gebe es kein Asylsystem. Am Abend sei ein Funkspruch der libyschen Küstenwache eingegangen mit der Aufforderung, die Flüchtlinge nach Tripolis zurückzubringen. Dazu sagte Rackete: «Das, ganz klar, können wir natürlich nicht annehmen, dazu gibt es viele Gerichtsurteile. Es verstösst gegen die Genfer Flüchtlingskonvention, und auch die EU-Kommission hat ganz klar gesagt, dass Libyen, das ganze Land Libyen keine sicheren Häfen hat. Es handelt sich ja schliesslich auch um ein Bürgerkriegsland.»

...über den drohenden Gerichtsprozess

Die Kapitänin will sich den Vorwürfen gegen sie und die Sea-Watch in Italien in einem Prozess stellen. «Für den Fall, den wir nicht erwarten, dass eine Anklage zustande kommt, werde ich mich der selbstverständlich stellen, weil ich dann spätestens beim Gerichtsverfahren mit einem Freispruch rechne.»

Rackete hofft auf eine grundsätzliche Klärung durch die italienische Justiz. Entsprechend habe sich auch schon die italienische Richterin in der ersten Anhörung am vergangenen Dienstag, 2. Juli, positioniert. Im Interview mit dem «ARD» sagt Rackete: «Ich erwarte mir ein richtungsweisendes Urteil, was wir im Prinzip auch schon am Dienstag bekommen haben, was ja auch ganz klar feststellt, dass die Sicherheit der Menschen, die wir gerettet haben, wichtiger ist als der Anspruch der Staaten auf ihre Territorialgewässer und dass damit im Prinzip die sicheren Häfen wieder frei werden.»

(sar)

Sea Watch 3 und Carola Rackete

Kapitänin der Sea-Watch 3 verhaftet

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    Alle Leser-Kommentare
  • Thadic 06.07.2019 20:52
    Highlight Highlight Allen denen, die hier mit ihren Blitzen ihre Unterstützung für Salvini zeigen, will ich einmal etwas sagen: es geht nicht darum, ob ihr rechts oder links steht oder ob ihr für oder gegen Einwanderung seid. Es geht darum, ob ihr für oder gegen die Demokratie seid. Wenn ihr den Weg von Salvini wählt, dann werdet ihr Faschisten werden. Deshalb bitte ich euch, wenn ihr gegen die Immigration seid, was natürlich euer Recht ist, sucht einen anderen Leader, einen, der die Gewaltenteilung respektiert, der die freie Meinungsäusserung unterstützt oder einfach gesagt einen, der die Demokratie respektiert.
    • Rabbi Jussuf 06.07.2019 22:31
      Highlight Highlight Red nicht so einen Quatsch.
      Wenn es dir um Demokratie geht, schau zuerst einmal auf die Äusserungen der deutschen Regierung. Da wird die geholfen in Sachen Demokratieverschrottung. Von wegen Gewaltenteilung und sonstigem demokratischen Pipifax, wie Rechtsstaat, oder Gesetzestreue.
      Aber das nur unter vielem anderen, genau auf den Vorfall im Mittelmeer bezogen.
  • Lichtblau550 06.07.2019 18:25
    Highlight Highlight Kleiner Tipp am Rande: Es heisst die ARD und das Kürzel braucht keine Anführungszeichen. Damit würde der gute Artikel von besserer Lesbarkeit profitieren.
  • manhunt 06.07.2019 01:08
    Highlight Highlight schön wie sich weisse, privilegierte europäer immer wieder einreden, dass das alles nur wirtschatdflüchtlinge ohne tatsächliche fluchtgründe seien. und das sie diese ganze problematik nichts angehen würde.
    und trotzdem hat es sich keiner von uns „verdient“, hier geboren und aufgewachsen zu sein.
    die fluchtgründe hängen direkt mit der wirtschafts- und aussenpolitik der industrieländer zusammen. und solange bei uns, in der ersten welt, nicht endlich ein umdenken stattfindet, werden immer menschen nach europa flüchten.
    das sind unbestreitbare tatsachen, welche nicht weggeblitzt werden können.
    • grünergutmensch 06.07.2019 08:40
      Highlight Highlight Wie recht du hast. Diese arroganz ist unerträglich
    • a-minoro 06.07.2019 11:09
      Highlight Highlight wort zum samstag. danke manhunt!
    • Reudiger 06.07.2019 11:44
      Highlight Highlight Der alte weisse böse Mann, immer ist er der Grund für alles Böse.
      Dein offener Rassismus ist hier wohl eher unangebracht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • dancortez 06.07.2019 00:12
    Highlight Highlight ein klassisches beispiel, wie ein symptom zum problem gemacht wird. racketes einzelaktion ist entsprechend auch nicht die lösung. sie hat aber menschlich und moralisch richtig gehandelt, in dem sie das best mögliche und im rahmen ihrer macht stehende getan hat. das ist das einzige was zählt und das was bleibt. ihre handlung steht symbolisch für das, was uns in dieser krise fehlt: die verantwortung dafür zu übernehmen, alles in unserer macht stehende zu unternehmen, um uns und unsere mitmenschen vor leid zu bewahren.
  • Duden 05.07.2019 22:05
    Highlight Highlight Grossen Respekt für diese Frau
    Was es nun braucht sind Lösungen, wie die Flüchtlinge gerecht verteilt werden können und wie man einen Asylantrag stellen kann, ohne das Mittelmeer überqueren zu müsse.
    Vielleicht wäre Bitschaftsasyl wieder eine Überlegunf wert
  • sdv520 05.07.2019 22:04
    Highlight Highlight die eu und alle anderen westlichen staaten sollten endlich ihre hilfsgelder an harte bedingungen knüpfen. europa kann schlussendlich nicht für alle afrikaner aufkommen. dafür müssten aber alle staaten, inkl. china, dafür sorgen, dass einigermassen frieden dort herrscht und stabilität.
    • Don Papa 06.07.2019 06:14
      Highlight Highlight Es sind nicht die Chinesen, die in Nordafrika Kriege um Ressourcen führen (ob selber oder durch Stellvertreter) und grosse Flüchtlingswellen auslösen.
      Sie haben geopolitische und vor allem wirtschaftliche Interessen die sie verfolgen, aber es waren wir Europäer die Afrika kolonialisiert und hunderte ausgebeutet haben.
      Mit dem Finger auf die Chinesen zu zeigen und ihnen die Schuld am Elend Afrikaszu geben ist gerade zu lächerlich. Aber natürlich entspricht das dem Zeitgeist und ist sehr einfach.
    • Gubbe 06.07.2019 10:22
      Highlight Highlight Don Papa: Keiner hat die Chinesen für Kriege in Afrika verantwortlich gemacht. Sondern wie andere Staaten die mit Afrika geschäften aufgefordert, ihrem Hilfsgeld einen Zweck zu geben und diesen auch zu überwachen. Den Bewohnern Afrikas bringt unser Spendengeld nichts, wenn deren Diktatoren es unter den Nagel reissen. Auch das Wort 'ausgebeutet' sollte verschwinden. Den jeder dieser Alleinherrscher weiss genau was passiert. Er wird noch reicher.
  • Andi Amo 05.07.2019 22:03
    Highlight Highlight Ich verzichte von mir aus sofort auf einen halben Monatslohn und büsse auch gerne was von meinem Komfort hier ein, wenn damit Leuten VOR ORT sinnvoll und tatkräftig geholfen werden kann. Was ich aber einfach unverantwortlich gegenüber Europa, den Menschen hier und auch Afrika gegenüber finde, wenn jährlich hunderttausende neue junge Männer hier herkommen und sich dann hier durchschlagen und breit machen. Das bringt niemandem etwas und sorgt nur für riesen Zündstoff für Unruhen in Europa. Denkt bitte auch mal an die Zukunft hier.
    • Bene86 05.07.2019 22:56
      Highlight Highlight Erstaunlich. Die Lösung muss die direkte Hilfe vor Ort und nicht die reise in ein Europ. Land sein. In so kurzer Zeit Kulturen aufeinanderprallen zu lassen ist sehr gefährlich, man sehe die nun täglichen Meldungen z.B. in Deutschland.

      Welche Ideologie verfolgen die Menschen, die deinen völlig nachvollziehbaren Kommentar blitzen?

      Beängstigend.
    • i.ch 06.07.2019 02:32
      Highlight Highlight "Ich verzichte von mir aus sofort auf einen halben Monatslohn und büsse auch gerne was von meinem Komfort hier ein, wenn damit Leuten VOR ORT sinnvoll und tatkräftig geholfen werden kann."

      Ja klar, in den Kommentarspalten schreibt man so einiges um ein paar Herzchen zu sammeln.

      Alles danach kaufe ich dir ab, warum nicht gleich so?
    • nöd ganz. klar #161! 06.07.2019 05:46
      Highlight Highlight @ Andi Amo

      Ich soll an unsere Zukunft denken? Ok... moment... hm... sieht nicht schlecht aus, ehrlich.
      Und nun, fragst du mal einen Jugendlichen aus Syrien, oder eine junge Frau aus Afghanistan, wie so ihre Zukunft ausschauen mag.

      Merkst du was?

      Anyway, natürlich müssen auch die Fluchtursachen bekämpft werden. Aber - wir Europäer, sind uns nicht im Entferntesten bewusst, was es heisst, keine Zukunft im eigenen Land zu haben.

    Weitere Antworten anzeigen
  • JaneSodaBorderless 05.07.2019 22:01
    Highlight Highlight Ich zieh‘ meinen Hut vor Frau Rackete! Ein Hoch auf die Menschlichkeit!

    Europa sollte endlich Verantwortung für die Situation übernehmen - Menschen ersaufen lassen kann nicht die Lösung sein. Ebensowenig ein Flüchtlingslager in Lybien.
    Nebst Bomben auch viel Gewalt, Seuchen & Hunger.

    https://m.dw.com/de/sexuelle-gewalt-gegen-flüchtlinge-in-libyen/a-48065303
    • Andi Amo 05.07.2019 22:42
      Highlight Highlight Ja was schlägst du denn vor? Und soll nur Europa Verantwortung (für was eigentlich?) übernehmen? Oder vielleicht auch China, die USA, Indien, die arabischen Länder? Alle zusammen sind nämlich ebenso oder sogar mehr an prekären Situationen schuldig, wie sie in Afrika zum teil herrschen...
  • #Technium# 05.07.2019 21:38
    Highlight Highlight Rackete ist geblendet von einem naiven Idealismus im Flüchtlingswesen, der in Realität doch schon längst gescheitert ist. Die Zeiten der offenen Grenzen und Willkommenskultur in Europa sind für ein und allemal vorbei.
    • äti 05.07.2019 23:52
      Highlight Highlight ... du verwechselst 'Willkommenskultur' mit Lebensretten. Warum?
      Und einen griffigen Plan hast du auch nicht. Warum?
    • ovialop 06.07.2019 00:58
      Highlight Highlight WIR hatten noch nie eine "Willkommenskultur". Es ist schon Zynisch, dass Leute wie Du uns nur dann als Europäer sehen, wenn sie über die "Flüchtlingskrise" oder die EU wettern wollen. Die Wahrheit ist, dass wir unsere Verantwortung als Europäer gar nicht wahrnehmen. Wir geben sie feige an die EU ab und echauffieren uns auch noch über diese. Und vorbei ist es leider noch lange nicht. So, wie die Zeichen stehen, werden die Flüchtlingsströme weiter zunehmen. Und keine unmenschlichen Gesetze, Mauern oder Konzentrations- ähh ich meine natürlich "Auffanglager" werden das verhindern können.
  • Hukimuh 05.07.2019 21:12
    Highlight Highlight Bin ich hier auf 20min oder was?!....
    • JaneSodaBorderless 05.07.2019 21:47
      Highlight Highlight Bloss in einer Blitzblase. Wie drüben auch.
  • Jacky Treehorn 05.07.2019 21:11
    Highlight Highlight Mittlerweile wünsche ich mir, dass jede/r der sich in der Lage dazu sieht im Mittelmeer ungehindert Migranten aufgreifen und nach Europa bringen kann. Sodass wie 2015/16 täglich mehr als 10000 anlanden, dass jedem der einem Fuss auf europäischen Boden setzt ein Asylverfahren im gewünschten Land inkl. allen Rekursmöglichkeiten zugestanden wird. Damit die Asyl- und Sozialysteme endlich kolabieren. Immer weiter und weiter, da unsere moralische Überlegenheit nichts anderes zulässt. Westeuropa rettet die Welt!
    • dä dingsbums 05.07.2019 21:44
      Highlight Highlight Lieber das als zuzusehen wie diese Menschen im Mittelmeer jämmerlich ertrinken.

      Helfen soll man nicht, Entwicklungshilfe ist auch nicht gut, Waffen exportieren wichtig für unsere Wirtschaft. Aber trotz dieser Überzeugungen ist dann irgendwie doch noch überzeugt ein richtig guter Mensch zu sein.
    • JaneSodaBorderless 05.07.2019 22:06
      Highlight Highlight Vielleicht sollten wir einfach aufhören Länder wie Afrika auszubeuten?
      Und statt dessen in faire Wirtschaft, Nahrung, Gesundheit & Bildung investieren.
    • Jacky Treehorn 05.07.2019 22:44
      Highlight Highlight „Vielleicht sollten wir einfach aufhören Länder wie Afrika auszubeuten?
      Und statt dessen in faire Wirtschaft, Nahrung, Gesundheit & Bildung investieren.“

      Nimm den Kopf aus der rosa Wolke. Um zu wissen, dass das nie passieren wird solange der Mensch eben Mensch ist, braucht es keine hellseherische Fähigkeiten. Da reicht der tägliche Blick in die Welt oder Geschichtsbücher bzw. schau im Lexikon unter Charles Darwin nach.
    Weitere Antworten anzeigen
  • atomschlaf 05.07.2019 21:08
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    • Platon 05.07.2019 21:24
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    • ovialop 05.07.2019 21:49
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    • atomschlaf 05.07.2019 21:56
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  • banda69 05.07.2019 20:57
    Highlight Highlight Diese Frau hat Rückgrat.


    Salvini, Trump, die SVP und die anderen Halunken und Rechtspopulisten profitieren von der Not von Menschen.
    • Workingpoor 05.07.2019 22:06
      Highlight Highlight Die Schlepper und (Schlepper-)NGOs aber auch.
    • banda69 05.07.2019 22:44
      Highlight Highlight @workinpoor

      Die NGOs lassen - im Gegensatz zu Salvini, SVP und Trump und Konsorten - keine Kinder, Fauen und Männer ersaufen und machen keine Politik für die Reichen und Abzocker auf deren Kosten.
    • äti 06.07.2019 00:02
      Highlight Highlight Was verdienen die exakt? Die NGOs tuns freiwillig und man kann sich gerne anmelden. Auch für andere Freiwilligen-Jobs. Man muss es aber tun.
  • Hukimuh 05.07.2019 20:52
    Highlight Highlight Tapfere Frau!
  • Cédric Wermutstropfen 05.07.2019 20:46
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    • nöd ganz. klar #161! 05.07.2019 21:09
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    • dä dingsbums 05.07.2019 21:19
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    • Wahibasand 05.07.2019 21:23
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  • WID 05.07.2019 20:46
    Highlight Highlight Diese Frau repräsentiert die ganze Überheblichkeit in der Flüchtlingsdiskussion.
    • aglio e olio 05.07.2019 21:57
      Highlight Highlight Könntest du diese Überheblichkeit bitte mal genauer beschreiben?
    • rodolofo 05.07.2019 22:11
      Highlight Highlight So so, es ist also überheblich, Menschen vom Ertrinken zu retten, wo diese doch nicht mal Geld haben, um für ihre Rettung zu bezahlen, was?
      So Eine hat es also nicht nötig, sich zu prostituieren, wie viele Afrikanerinnen, die es nach Europa "geschafft" haben, wolltest Du auch noch sagen?
      Ja, wirklich sehr überheblich...
      Aber sie kann mit erhobenem Kopf durchs Leben gehen, weil sie ihrem Kopf UND ihrem Herz folgt!

      Heute steht im Tages Anzeiger, dass dominante, Mädchen häufiger belästigt werden:
      Langzeitstudie: Vier von zehn jungen Frauen werden innerhalb eines Jahres Opfer von Gewalt
    • WID 06.07.2019 18:06
      Highlight Highlight @beide: Es ist überheblich, mit diesem politischen Repräsentanten, der von Teilen des italienischen Volkes gewählt wurde, nicht sprechen zu wollen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Büetzer 05.07.2019 20:42
    Highlight Highlight Die Frau hat Eier ,danke dafür das es
    Menschen gibt die für ihre/unsere?/meine! werte einstehen .
    • Kruk 05.07.2019 21:05
      Highlight Highlight 100 Herze, für den Namen und den Kommentar😁
  • ovialop 05.07.2019 20:41
    Highlight Highlight Empathie & Menschlichkeit. Mut & Rückgrat. Was für ein toller Mensch! Wir brauchen viele mehr von ihrer Sorte!
    • Manulu 05.07.2019 21:00
      Highlight Highlight Im Gegenteil. Europa ist voll von solchen Realitätsverweigerern/innen.
    • dä dingsbums 05.07.2019 21:41
      Highlight Highlight @Manulu: Wenn Europa voll wäre von leuten wie sie, müsste sie nicht mit einer anklage rechnen.
      Vielleich ist die Realität eher eine andere als Du Dir vorstellst.
    • Julian Roechelt 05.07.2019 21:46
      Highlight Highlight Solche Leute sollte es dutzende geben.
      Leider gibt es hunderte.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wahibasand 05.07.2019 20:40
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    • nöd ganz. klar #161! 05.07.2019 21:12
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    • dä dingsbums 05.07.2019 21:21
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    • outdoorch 05.07.2019 21:57
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  • landre 05.07.2019 20:34
    Highlight Highlight «Mich hat überrascht, wie persönlich es geworden ist. Es sollte um die Sache gehen. Um das Versagen der EU, die Geretteten gerecht aufzuteilen und diese Verantwortung zusammen zu übernehmen.»

    Intelligent aber politisch schon fast fanatisch orientiert und sogar wie Salvini auch bereit Mitmenschen als Sache bzw. "Fracht?" zu titulieren.
  • DerRaucher 05.07.2019 20:33
    Highlight Highlight Verstehe es einfach nicht ganz. Man riskiert 17 Tage lang das Leben dieser Menschen nur weil man auf biegen und brechen in Italien anlegen will? Ginge es rein um das wohl der Menschen hätte man sich nach Alternativen umgesehen, auch wenn das halt wieder Nordafrika gewesen wäre
    • Sarkasmusdetektor 05.07.2019 20:41
      Highlight Highlight Vielleicht nochmal dem Artikel lesen. Sie hat in allen möglichen Ländern angefragt.
    • Googoool 05.07.2019 20:41
      Highlight Highlight Gemäss dem Artikel hat die Seawatch auch andere Länder angefunkt, unter anderem wurde sie ja auch von Libyen angefunkt. Sie hat von keinem EU Staat eine Hilfe bekommen. So wie ich das verstehe war Italien Ihre letzte Möglichkeit, alle Versuche scheiterten vorher an der Unfähigkeit aller Staatsoberhäupter gemeinsam Lösungen zu finden. Wenn Sie jemandem etwas vorwerfen möchten, so wenden Sie sich bitte an die EU Staaten. Die Frau hat alles mögliche versucht um Menschen zu retten vor dem sicheren Tod. Der Skandal sind die Tatsachen die Rackete erwähnt in diesem Interview.
    • Frank Eugster 05.07.2019 20:43
      Highlight Highlight Falsch! es geht um den Hafen, welcher von der Rettungsleitstelle in Rom zugewiesen wird. Es ist nicht die Kapitänin welche entscheidet, welchen Hafen sie ansteuert. Die Leitstelle koordiniert auch, dass im Hafen entsprechende Infrastuktur zur Aufnahme, Registrierung, med. versorgung etc. Bereit steht. Man kann nicht einfach in einen Hafen fahren, Flüchtlinge ausladen und ihnen einen schönen Nachmittag wünschen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • nöd ganz. klar #161! 05.07.2019 20:27
    Highlight Highlight Für mich eine Heldin unserer Zeit. Ich weiss, kontroverses Thema, aber fuck, die ziehts durch.
    Mal schauen, was in ferner Zukunft über Menschen wie sie geschrieben wird. Menschen, die sich gegen das System gestellt haben um Leben zu retten.

    Übrigens - Paul Grüninger, der im 2.Wk hunderten Juden gefälschte Visas austellte, damit sie in die Schweiz einreisen konnten, wurde von Politik, Justiz und dem Volk verurteilt, ihm wurde gekündigt und er verlor seine Pension und sein Ansehen. Erst 1994 wurde er durch den Bundesrat posthum geehrt.
    • nöd ganz. klar #161! 05.07.2019 21:28
      Highlight Highlight Was ich damit sagen will - viele humanitäre Vorbilder vergangener Tage haben Gesetze gebrochen, gegen Widerstände angekämpft und sich gegen die herrschende Meinung gestellt um das Richtige zu tun. Damals gehasst, verurteilt und bekämpft, heute geehrt und rehabilitiert. Weil sie Menschen geholfen haben und sich nicht durch den Mob der Gleichgültigen einschüchtern liessen.
      Weitere Beispiele von Fluchthelfern:

      ▪️Volker Heinz - 12 Jahre Gefängnis in D
      ▪️Aimée Stitelmann-Stauffer - Arrest in CH
      ▪️Xaver Harlander - 5 Monate Gefängnis in CH
      ▪️Lisa Fittko - interniert und verfolgt durch Nazis


    • bfm 05.07.2019 21:42
      Highlight Highlight Christoph Blocher hat gemäss eigenen Aussagen die Rehabilitation Grüninger's als "problematisch empfunden"
      Es sind unverkennbar Kommentarschreiber aus derselben politischen Ecke (unverkennbar, wenn man die Kommentare über längere Zeit mitverfolgt), die nun aus allen Rohren gegen Kapitätnin Rackete schiessen und einen Vergleich mit Grüninger ablehnen - wie wenn Frau Rackete Schlepperpassagen zum eigenen Gewinn verkauft hätte. Dass sie Leben rettet ist für viele nur ein unangenehmer Nebeneffekt, die Geretteten könnten ja plötzlich in der Nachbarschaft auftauchen ...
    • outdoorch 05.07.2019 21:54
    Weitere Antworten anzeigen
  • John H. 05.07.2019 20:27
    Highlight Highlight "sagt Rackete: «Mich hat überrascht, wie persönlich es geworden ist. Es sollte um die Sache gehen. …» "
    Das denke ich auch. Die Migrationsproblematik lässt sich nicht im Mittelmeer lösen, Menschen lassen sich da aber durchaus retten.
    • Smeyers 06.07.2019 16:12
      Highlight Highlight Wie soll ihr Verhalten nicht persönlich sein?
    • John H. 06.07.2019 17:06
      Highlight Highlight @Smeyers
      Was für eine Frage. Carola Rackete, Pia Klemp, Claus-Peter Reisch und andere handeln natürlich auch aus ihren persönlichen Motiven. Dafür haben sie meinen Respekt.
      Aber öffentlich in den Medien soll es nicht um ihre Person gehen sondern um die Sache.
    • Smeyers 06.07.2019 21:10
      Highlight Highlight Bei allem Respekt, es geht in erster Linie nur um sie als „Heldin“ und in zweiter Linie um die „Sache“. Wer einmal in Yadvashem in Jerusalem war wo die „Gerechten unter den Völkern“ die gegen die Nazis gearbeitet haben geehrt werden. Liest man, dass niemand in den Medien war weil es viel zu gefährlich war.
  • Randy Orton 05.07.2019 20:16
    Highlight Highlight Salvini könnte sich damit ein Ei gelegt haben. Wird Rackee bzw. Sea watch 3 vor Gericht freigesprochen, können alle Rettungsschiffe ihre Dienste wieder aufnehmen.
    • Gugguseli1963 05.07.2019 20:34
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
    • Max Dick 05.07.2019 20:48
      Highlight Highlight Rettungsschiffe oder Schlepperschiffe?
    • Manulu 05.07.2019 20:58
      Highlight Highlight Das wird nicht passieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Jesses! 05.07.2019 20:13
    Highlight Highlight Eine Macherin. Das braucht die Welt. Plaudern, grosse Worte schwingen und dann nicht handeln: Davon habe ich genug. Wie brauchen Menschen, die menschlich handeln.
  • bbelser 05.07.2019 20:04
    Highlight Highlight Herzerfrischende Nüchternheit. Brava!
  • Heinzbond 05.07.2019 20:02
    Highlight Highlight Ja salvini würde ich jetzt auch nicht treffen wollen, könnt ja sein das mir mein teures Zmittag wieder rauf kommt...
    • grünergutmensch 05.07.2019 22:14
      Highlight Highlight Oder die beherrschung verloren geht und ich für kurze zeit mein gewaltloses gemüt vergesse
  • Goldjunge Krater 05.07.2019 19:57
    Highlight Highlight «Salvini ist niemand, dem ich persönlich begegnen möchte»

    Geht mir bei ihr ja auch so.. 💆🏼‍♂️
    • Wahibasand 05.07.2019 21:01
      Highlight Highlight Richtig. Dieser berechnender Frau soll der Prozess gemacht werden.Schon nur wegen Copyrer
    • ovialop 05.07.2019 21:49
      Highlight Highlight Angst vor einer starken Frau? Oder davor, dass Du Dich nicht beherrschen könntest? Beides ziemlich armselig..

Das Drama um «Sea Watch»-Kapitänin Carola Rackete – erzählt in 7 Punkten

Die italienische Justiz hat Carola Rackete angeklagt. Die Kapitänin war seit mehr als zwei Wochen mit der «Sea Watch 3» auf dem Mittelmeer unterwegs und zog den Zorn von Italiens Innenminister Matteo Salvini auf sich. Kein Hafen wollte das Schiff mit 52 Flüchtlingen anlaufen lassen. Sie fuhr trotzdem nach Lampedusa.

Am 12. Juni nahm die unter holländischer Flagge fahrende «Sea Watch 3» der gleichnamigen deutschen NGO in internationalen Gewässern ausserhalb des libyschen Hoheitsgebiets 53 Schiffbrüchige auf. Das Schlauchboot, auf dem sie unterwegs gewesen waren, war in Seenot geraten. Die Küstenwache des Bürgerkriegslandes Libyen forderte das Schiff auf, die Geretteten nach Libyen zu bringen. Die Küstenwache ist de facto keine staatliche Behörde. Sie untersteht verschiedenen Warlords und Milizen, …

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