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Opernstar Plácido Domingo hat gerade mächtig Ärger – es geht um sexuelle Übergriffe



epa07770764 (FILE) - Spanish tenor Placido Domingo attends a press conference at the Estates Theatre in Prague, Czech Republic, 25 October 2017 (reissued 13 August 2019). According to media reports, several women have accused Placido Domingo of sexual harassment. Domingo says the allegations are 'inaccurate'.  EPA/MARTIN DIVISEK

Bild: EPA

Nach Vorwürfen sexueller Übergriffe gegen den spanischen Opernstar Plácido Domingo ziehen US-Kulturinstitutionen erste Konsequenzen. Die Oper in San Francisco sagte ein im Oktober geplantes Konzert mit Domingo ab. Das Philadelphia Orchestra zog die Einladung zum Eröffnungskonzert am 18. September zurück. Domingo hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

«Die Anschuldigungen dieser ungenannten Personen, die bis zu dreissig Jahre zurückliegen, sind zutiefst beunruhigend und - so wie sie dargestellt werden - unzutreffend», erklärte der 78-Jährige.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AP haben mehrere Sängerinnen und eine Tänzerin Domingo sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Die Frauen berichteten demnach von Umarmungen, von Küssen auf den Mund, von nächtlichen Telefonanrufen und davon, dass Domingo auf private Treffen gedrängt habe.

Die San Francisco Opera verwies auf ihre strenge Richtlinie zur Bekämpfung sexueller Belästigung. Das Haus lege grossen Wert darauf, «ein sicheres und geschütztes Umfeld zu schaffen, in dem sich jeder auf seine Arbeit und Kunst konzentrieren kann und in dem Kollegen mit Respekt, Würde und Kollegialität behandelt werden», hiess es in einer Mitteilung.

Ähnlich äusserte sich das von dem kanadischen Dirigenten Yannick Nézét-Séguin geleitete Philadelphia Orchestra. Die Oper in Los Angeles, deren Generaldirektor Plácido Domingo ist, hat eigene Ermittlungen angekündigt.

Noch keine Entscheide in Österreich

Die Salzburger Festspiele hingegen wollen Domingo wie geplant bei zwei konzertanten Aufführungen der Verdi-Oper «Luisa Miller» am 25. und 31. August singen lassen. «Ich fände es sachlich falsch und menschlich unverantwortlich, zum derzeitigen Zeitpunkt endgültige Urteile und darauf beruhende Entscheidungen zu fällen», sagte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler laut einer Mitteilung.

Sie kenne Plácido Domingo seit über 25 Jahren. Zu seiner künstlerischen Kompetenz habe sie von Anfang an sein wertschätzender Umgang mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Festspiele beeindruckt, liess sich Rabl-Stadler zitieren.

Auch die Wiener Staatsoper will vorerst abwarten, sich nach den Theaterferien ausführlich mit der Thematik befassen, Gespräche führen und erst dann Entscheidungen treffen. Das teilte das Haus der österreichischen Nachrichtenagentur APA mit.

Domingo ist in diesem Jahr noch für drei Auftritte in der Staatsoper angekündigt. Ausserdem soll er dort am 20. Oktober im Rahmen der Europäischen Kulturpreisgala ausgezeichnet werden. (aeg/sda/dpa)

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