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Kim Jong Un
quelle: x02538 / © kcna kcna / reuters
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Nordkorea bestätigt den Test einer Wasserstoffbombe – Südkorea spricht von Provokation

Nordkorea hat eigenen Angaben zufolge einen weiteren Nukleartest durchgeführt – und erstmals eine Wasserstoffbombe getestet. Damit bestätigte das kommunistische Regime in Pjöngjang die Spekulationen mehrerer Länder.



Nordkorea hat am Mittwoch nach eigenen Angaben einen Atomtest durchgeführt. Der Test sei erfolgreich gewesen, sagte eine Sprecherin im staatlichen Fernsehen. Es habe sich um eine «strategische Entscheidung» unter Leitung des Staatsführers Kim Jong Un gehandelt.

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Der Bomben-Test wurde im nordkoreanischen Staatsfernsehen stolz verkündet.
YouTube/Associated Press

Zuvor hatten mehrere Bebenwarten eine Erschütterung in Nordkorea registriert. Südkorea hatte daraufhin bereits von der Möglichkeit eines Atomtests in dem Nachbarland gesprochen und eine Dringlichkeitssitzung des Präsidenten einberufen.

epa05089225 An intensity shake map released by the US Geological Survey (USGS) on 05 January 2016 shows the location where a preliminary 5.1 magnitude earthquake struck 19km ENE of Sungjibaegam, North Korea, 06 January 2016 (local time). The earthquake occured close to the location of a previous nuclear test by North Korea.  EPA/USGS / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY

Das Epizentrum befand sich im Atomtest-Gebit.
Bild: EPA/USGS

Sollten die Angaben Nordkoreas stimmen, hätte die Atomwaffenentwicklung des Landes eine neue Dimension erreicht. Zwischen 2006 und 2013 hatte Nordkorea drei herkömmliche Atomtests unternommen, auf die der UNO-Sicherheitsrat jeweils mit neuen Strafmassnahmen reagiert hatte.

People walk by a screen showing the news reporting about an earthquake near North Korea's nuclear facility, in Seoul, South Korea, Wednesday, Jan. 6, 2016. South Korean officials detected an

Nordkoreaner verfolgen die Nachrichten über den Atomtest.
Bild: Lee Jin-man/AP/KEYSTONE

Experten waren skeptisch

Atombomben werden mit Plutonium oder Uran hergestellt. Bei einer Wasserstoffbombe verschmelzen unter anderem Deuterium und Tritium, schwere Isotope des Wasserstoffs, zu Helium. Ihre Sprengkraft ist um ein Vielfaches höher als die einer Atombombe.

UNO-Sicherheitsrat beruft nach Atomtest Dringlichkeitssitzung ein

Nach der Verkündung des Tests einer Wasserstoffbombe durch Nordkorea will der UNO-Sicherheitsrat nach Angaben von Diplomaten noch am Mittwoch zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen. Das Treffen hinter verschlossenen Türen soll am Vormittag (Ortszeit) in New York beginnen, wie Diplomaten sagten. Die Sitzung wurde demnach von den USA und Japan beantragt. (sda/afp)

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte im vergangenen Monat angedeutet, sein Land besitze eine Wasserstoffbombe. Er sagte laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA, Nordkorea sei «ein mächtiger Atomstaat, der bereit ist, eine selbstständige Atombombe und eine Wasserstoffbombe zu zünden, um seine Souveränität zu verteidigen».

«Wenn unsere Souveränität nicht gefährdet wird, werden wir die Waffe nicht benutzen», sagt Nordkorea nach dem Test.

Kims Äusserung war der erste explizite Hinweis auf eine Wasserstoffbombe, seine Aussagen wurden aber von internationalen Experten mit Skepsis aufgenommen.

Scharfe Kritik aus Japan

Ein leichtes Erdbeben in der Nähe des nordkoreanischen Atomtestgeländes in Kilju im Nordosten hatte in der Region sofort Spekulationen um einen neuen Atomtest durch das weithin isolierte Nordkorea ausgelöst. Japan und Südkorea verurteilten den Test aufs Schärfste.

South Korean President Park Geun-hye delivers a speech during a welcoming dinner at the ASEAN-Republic of Korea Commemorative Summit in Busan, South Korea, Thursday, Dec. 11, 2014. (AP Photo/Jung Yeon-je, Pool)

Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye bezeichnete den Test als Provokation
Bild: AP/AFP POOL

Die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye rief ein Treffen des Nationalen Sicherheitsrats ein. Nordkoreas Atomtest sei eine Provokation und eine klare Verletzung von UNO-Resolutionen, wurde Vizeaussenminister Lim Sung Nam von Yonhap zitiert.

In Japan sagte Ministerpräsident Shinzo Abe: «Das ist eine ernste Bedrohung für die Sicherheit unseres Landes». Der Atomtest sei absolut nicht hinnehmbar. Dem kommunistischen Regime in Pjöngjang droht nun eine weitere Verschärfung der internationalen Sanktionen.

Zwischen dem kommunistischen Nordkorea und dem demokratischen Südkorea herrscht seit Jahrzehnten formell noch Kriegszustand. Ende November hatten beide Länder erklärt, einen neuen Anlauf zur Entspannung nehmen zu wollen. (dwi/sda/reu/dpa/afp)

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