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International
Nordkorea

Nordkorea bestätigt: Es wurden Atomtests durchgeführt

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Kim Jong Un
quelle: x02538 / â© kcna kcna / reuters
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Nordkorea bestätigt den Test einer Wasserstoffbombe – Südkorea spricht von Provokation

Nordkorea hat eigenen Angaben zufolge einen weiteren Nukleartest durchgeführt – und erstmals eine Wasserstoffbombe getestet. Damit bestätigte das kommunistische Regime in Pjöngjang die Spekulationen mehrerer Länder.
06.01.2016, 04:0806.01.2016, 09:17

Nordkorea hat am Mittwoch nach eigenen Angaben einen Atomtest durchgeführt. Der Test sei erfolgreich gewesen, sagte eine Sprecherin im staatlichen Fernsehen. Es habe sich um eine «strategische Entscheidung» unter Leitung des Staatsführers Kim Jong Un gehandelt.

Der Bomben-Test wurde im nordkoreanischen Staatsfernsehen stolz verkündet.
YouTube/Associated Press

Zuvor hatten mehrere Bebenwarten eine Erschütterung in Nordkorea registriert. Südkorea hatte daraufhin bereits von der Möglichkeit eines Atomtests in dem Nachbarland gesprochen und eine Dringlichkeitssitzung des Präsidenten einberufen.

Das Epizentrum befand sich im Atomtest-Gebit.
Das Epizentrum befand sich im Atomtest-Gebit.
Bild: EPA/USGS

Sollten die Angaben Nordkoreas stimmen, hätte die Atomwaffenentwicklung des Landes eine neue Dimension erreicht. Zwischen 2006 und 2013 hatte Nordkorea drei herkömmliche Atomtests unternommen, auf die der UNO-Sicherheitsrat jeweils mit neuen Strafmassnahmen reagiert hatte.

  • Der erste Test 2006 wurde international noch belächelt, weil die Explosion so schwach war.
  • 2009 folgte ein Test mit einer wesentlich stärkeren Detonation.
  • Die dritte Bombe im Februar 2013 war noch einmal deutlich kräftiger: Ihre Sprengkraft lag zwischen 10 und 40 Kilotonnen TNT und war damit bis zu dreimal höher als die der Hiroshima-Atombombe.
Nordkoreaner verfolgen die Nachrichten über den Atomtest.
Nordkoreaner verfolgen die Nachrichten über den Atomtest.
Bild: Lee Jin-man/AP/KEYSTONE

Experten waren skeptisch

Atombomben werden mit Plutonium oder Uran hergestellt. Bei einer Wasserstoffbombe verschmelzen unter anderem Deuterium und Tritium, schwere Isotope des Wasserstoffs, zu Helium. Ihre Sprengkraft ist um ein Vielfaches höher als die einer Atombombe.

UNO-Sicherheitsrat beruft nach Atomtest Dringlichkeitssitzung ein
Nach der Verkündung des Tests einer Wasserstoffbombe durch Nordkorea will der UNO-Sicherheitsrat nach Angaben von Diplomaten noch am Mittwoch zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen. Das Treffen hinter verschlossenen Türen soll am Vormittag (Ortszeit) in New York beginnen, wie Diplomaten sagten. Die Sitzung wurde demnach von den USA und Japan beantragt. (sda/afp)

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte im vergangenen Monat angedeutet, sein Land besitze eine Wasserstoffbombe. Er sagte laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA, Nordkorea sei «ein mächtiger Atomstaat, der bereit ist, eine selbstständige Atombombe und eine Wasserstoffbombe zu zünden, um seine Souveränität zu verteidigen».

Kims Äusserung war der erste explizite Hinweis auf eine Wasserstoffbombe, seine Aussagen wurden aber von internationalen Experten mit Skepsis aufgenommen.

Scharfe Kritik aus Japan

Ein leichtes Erdbeben in der Nähe des nordkoreanischen Atomtestgeländes in Kilju im Nordosten hatte in der Region sofort Spekulationen um einen neuen Atomtest durch das weithin isolierte Nordkorea ausgelöst. Japan und Südkorea verurteilten den Test aufs Schärfste.

Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye bezeichnete den Test als Provokation
Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye bezeichnete den Test als Provokation
Bild: AP/AFP POOL

Die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye rief ein Treffen des Nationalen Sicherheitsrats ein. Nordkoreas Atomtest sei eine Provokation und eine klare Verletzung von UNO-Resolutionen, wurde Vizeaussenminister Lim Sung Nam von Yonhap zitiert.

Nordkorea
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In Japan sagte Ministerpräsident Shinzo Abe: «Das ist eine ernste Bedrohung für die Sicherheit unseres Landes». Der Atomtest sei absolut nicht hinnehmbar. Dem kommunistischen Regime in Pjöngjang droht nun eine weitere Verschärfung der internationalen Sanktionen.

Zwischen dem kommunistischen Nordkorea und dem demokratischen Südkorea herrscht seit Jahrzehnten formell noch Kriegszustand. Ende November hatten beide Länder erklärt, einen neuen Anlauf zur Entspannung nehmen zu wollen. (dwi/sda/reu/dpa/afp)

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7 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Skeagle
06.01.2016 07:06registriert Juli 2015
Bin jah gespannt wie die Länder auf Nordkorea und dessen immer stärkeren Atomwaffen in Zukunft reagieren werden. Ein Atomwaffenabkommen wie man es im Iran aushandeln konnte wäre mit Kim sicher nicht so einfach zu diskutieren.
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Illyrer
06.01.2016 06:40registriert Oktober 2014
Seit 2009 wurden alle Bezüge zum Kommunismus in der Verfassung von Nordkorea gestrichen und neu eine Militärdiktatur kodifiziert, also ist es kein kommunistisches Regime.
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