«Volltrottelschnitzel»: Wirte-Streit um Luxus-Schnitzel läuft aus dem Ruder
Erst Ende Januar hatte das Restaurant «Spelunke» um Küchenchef Alexander Knelle in Wien Kontroversen ausgelöst: Auf der Speisekarte steht dort neben Klassikern wie Rinderfilet und Burger auch «das exklusivste Schnitzel Österreichs» – für 395 Euro. Doch jetzt kontert ein anderer Wirt und behauptet selbst, das teuerste Schnitzel der Welt im Angebot zu haben. Auch mit Beleidigungen gegen seinen Kontrahenten spart er nicht.
Der Kärntner Gastronom Stefan Lercher betreibt in Millstatt das «Peppino». Neben Pizzen steht seit Oktober auch ein Luxus-Schnitzel auf der Karte, wie er der «Kleinen Zeitung» berichtete. Es kostet 699 Euro und ist kein klassisches Wiener Schnitzel, sondern ein Cordon bleu, gefüllt mit schwarzem Perigord-Trüffel, Brie de Meaux und Sauspeck. Das Fleisch stammt vom Wagyu-Rind. Als Beilage gibt es ein spezielles Kartoffelpüree.
Dem Portal «5 Minuten» sagte Lercher: «200 Gramm Filet kosten im Einkauf 340 Euro, uns stehen im Jahr acht bis zehn Kilogramm Fleisch zur Verfügung.» Auf dem Teller landen nach seiner Aussage dann zwei Stück Fleisch mit jeweils 100 Gramm.
In diesem Jahr habe Lercher bereits fünf Portionen verkauft – Umsatz: 3'495 Euro, ohne Trinkgeld. Das Gericht sei zwar «dekadent», aber er habe viele «Wahnsinnige als Stammgäste», sagte der Gastronom der «Kleinen Zeitung».
Schnitzel-«Wutwirt» löste Zorn mit Aussage aus
Schaut man rein auf den Preis, dürfte damit der Kampf um das wohl teuerste Schnitzel der Welt entschieden sein. Doch Lercher legte im Gespräch mit der Zeitung noch nach – und wütete gegen seinen Gastronomen-Kollegen Knelle aus Wien: Er habe sich entschieden, an die Öffentlichkeit zu gehen, weil er «die Geschichte über das schwachsinnige Volltrottelschnitzel» gehört habe. «Kaviar hat nichts mit einem Schnitzel zu tun», so Lercher in Anspielung auf die Beilagen beim 395-Euro-Schnitzel aus Wien.
Lercher wird in österreichischen Medien als «Wutwirt» bezeichnet, nachdem eine Aussage im Januar 2023 Diskussionen und heftige Kritik hervorgerufen hatte: In einem Fernsehinterview sagte Lercher, er wolle von nun an «Veganer, Hippies, Ökos und Araber» aus seinem Lokal ausschliessen. Insbesondere Menschen aus der arabischen Welt hätten sich wiederholt danebenbenommen, gab er als Begründung an. Dem ORF sagte er: «Die haben Kinder mit den dreckigen Schuhen auf den Tisch hinauf gestellt.»
Ende 2023 kündigte der Wirt auf Instagram an, einmal im Monat ein «Arisches Gourmet-Festival» veranstalten zu wollen. Wenig später löschte Lercher den Post und reagierte in einem Interview mit dem «Kurier»: «Ich lasse mir die Hitlerkeule sicher nicht umhängen. Bei mir sind Juden als Gäste herzlich willkommen. Aber ich bleibe dabei, Araber, Syrer oder sonst wer ist bei mir nicht willkommen.» Mit «arisch» habe er lokale Spezialitäten gemeint, behauptete er.
Verwendete Quellen:
- 5min.at: "Kärntner Gastronom bietet besonderes Schnitzel um knapp 700 Euro an"
- kleinezeitung.at: Kärntner Wutwirt kontert mit Schnitzel um 699 Euro
- kaernten.orf.at: "Gleichbehandlungskommission rügt „Wutwirt"”
- kaernten.orf.at: "Wirt will bestimmte Gruppen ausschliessen"
- kleinezeitung.at: "Entschuldige mich bei jedem Juden, aber nicht bei Arabern"
- derstandard.de: Kärntner Wirt, der "keine Araber" will, wirbt für "Arisches Gourmet-Festival"

