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Pakistan

Bombenanschläge in Pakistan: Tote und Verletzte

Bombenanschläge in Pakistan: Tote und Verletzte

15.03.2015, 09:2915.03.2015, 13:59

Bei einem Doppelanschlag auf christliche Kirchen während des Gottesdienstes sind am Sonntag in der ostpakistanischen Metropole Lahore insgesamt mindestens 17 Menschen getötet worden. Zwei Selbstmordattentäter griffen die benachbarte Kirchen an.

Als Polizisten die Taliban-Kämpfer am Eingang der Gotteshäuser stoppen wollten, hätten sie ihre Sprengstoffwesten gezündet, sagte ein Polizeisprecher. Bei Ausschreitungen nach dem Anschlag wurden nach offiziellen Angaben zwei Menschen gelyncht.

Ausser den Attentätern seien 15 Menschen ums Leben gekommen, sagte Khawaja Salman Rafiq, ein Regierungsberater in der Provinz Punjab. Rund 80 Menschen würden in Spitälern behandelt, mehr als ein Dutzend der Verletzten schwebten in Lebensgefahr. Nach Polizeiangaben sind unter den Toten mindestens zwei Kinder.

Lynchjustiz

Nach dem Doppelanschlag in dem verarmten Christen-Viertel Yohana Abad lynchte ein aufgebrachter Mob zwei Menschen, die beschuldigt wurden, den Attentätern geholfen zu haben. Die beiden Männer seien bei lebendigem Leibe verbrannt worden, sagte ein Sprecher der Provinzregierung und fügte hinzu: «Das hätte nicht passieren dürfen.»

In Yohana Abad leben rund eine Million Christen. Es ist die grösste Ansiedlung der religiösen Minderheit in Pakistan. Eine Taliban-Gruppe bekannte sich zu dem Anschlag auf die Kirchen.

Nach dem Anschlag demonstrierten in mehreren Städten Tausende Christen. Sie blockierten zeitweise den Verkehr und skandierten Sprechchöre gegen die Regierung, der sie vorwarfen, Angehörige der Minderheit nicht ausreichend zu schützen.

Christen und Angehörige anderer religiöser Minderheiten - besonders Schiiten - sind in Pakistan immer wieder Ziel von Angriffen extremistischer Sunniten-Gruppen wie der Taliban. Bei einem Anschlag auf eine christliche Kirche in der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar waren 2013 mehr als 80 Menschen getötet worden. (sda/dpa)

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