International
Papst

Papst Franziskus zu Besuch im Irak gelandet

Papst Franziskus zu Besuch im Irak gelandet

05.03.2021, 12:4005.03.2021, 12:56
Pope Francis walks down the steps of an airplane as he arrives at Baghdad international airport, Iraq, Friday, March 5, 2021. Pope Francis heads to Iraq to urge the country's dwindling number of  ...
Franziskus ist im Irak gelandet.Bild: keystone

Papst Franziskus ist zu einem Besuch im Irak eingetroffen. Sein Flugzeug landete am Freitag in Bagdad. Es ist der erste Besuch eines Oberhauptes der katholischen Kirche in dem Krisenland und zudem die erste Auslandsreise des Papstes seit Beginn der Corona-Pandemie.

Der Livestream:

«Ich freue mich sehr, die Reisen wieder aufnehmen zu können», sagte Franziskus vor Journalisten auf dem Flug. Der Besuch sei eine Pflicht gegenüber einem seit vielen Jahren geschundenen Land.

Zunächst wollte Franziskus am Freitag Ministerpräsident Mustafa al-Kasimi und Staatschef Barham Salih treffen. Später stehen Begegnungen mit Vertretern der Zivilgesellschaft und der Ortskirche an.

Die irakische Regierung hatte vor der Ankunft die Sicherheitsmassnahmen massiv verstärkt. So wurden in Bagdad zahlreiche zusätzliche Kontrollpunkte errichtet. Wegen einer dreitägigen vollständigen Ausgangssperre waren die Strassen der Hauptstadt am Freitag weitestgehend menschenleer. Die Sicherheitslage im Irak hatte sich zuletzt wieder verschärft.

Pope Francis is flanked by Iraqi Prime Minister Mustafa al-Kadhimi upon hi arrival at Baghdad's international airport, Iraq, Friday, March 5, 2021. Pope Francis heads to Iraq on Friday to urge th ...
Franziskus mit Mustafa al Kadhimi.Bild: keystone

Die immer wieder verfolgte christliche Gemeinde in dem überwiegend muslimischen Land ist seit der US-Militärintervention und dem Sturz des Diktators Saddam Hussein 2003 stark geschrumpft. Damals lebten mehr als eine Millionen Christen im Irak. Heute sind es nach Schätzungen noch 250'000 bis 400'000.

Im Mittelpunkt der Reise steht für den Papst der interreligiöse Dialog. Er will bis Montag unterschiedliche Teiles des Landes bereisen. Gespannt blicken viele auf das Treffen am Samstag mit dem wichtigsten schiitischen Geistlichen des Landes, Grossajatollah Ali al-Sistani. Am Sonntag reist der 84-Jährige zu christlichen Gemeinden in die nordirakischen Städte Mossul und Karakosch. Im heutigen Irak liegen auch biblische Stätten, darunter die sumerische Stadt Ur, aus der laut Genesis der Patriarch Abraham stammte.

Franziskus besucht den Irak in einer Zeit, in der sich die Corona-Pandemie wieder verschlimmert. In dieser Woche war die Zahl der täglichen Neuinfektionen im Irak auf einen Rekordstand gestiegen. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
7 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7
Streit um Grönland: Macron bringt «Handels-Bazooka» ins Spiel – USA warnen
Der Streit um Grönland und angedrohte US-Zölle sorgt für wachsende Spannungen zwischen den USA und der Europäischen Union. Während mehrere europäische Regierungen auf Zurückhaltung setzen, bringt Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erstmals offen schärfere handelspolitische Gegenmassnahmen ins Spiel. Gleichzeitig warnt Washington die EU eindringlich vor Vergeltung.
Auslöser ist die erneute Forderung von US-Präsident Donald Trump, Grönland unter US-Kontrolle zu bringen. Weil mehrere europäische Staaten, darunter Dänemark, diese Pläne ablehnen, kündigte Trump Strafzölle an. Ab dem 1. Februar sollen auf Importe aus Deutschland und sieben weiteren europäischen Ländern zusätzliche Zölle von zehn Prozent erhoben werden, ab Juni könnten diese auf 25 Prozent steigen. Trump begründet dies mit angeblich unzureichenden Sicherheitsanstrengungen Dänemarks zum Schutz der arktischen Insel vor Russland.
Zur Story