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Vatikan-Immobilienskandal: Kardinal erinnert sich nicht an Dokumente

Vatikan-Immobilienskandal: Kardinal erinnert sich «wegen Stress» nicht an Dokumente

18.05.2022, 20:2018.05.2022, 20:20

Im Prozess um einen verlustreichen Immobilien-Deal des Vatikans hat der angeklagte Kardinal Giovanni Angelo Becciu Erinnerungslücken bei zahlreichen Vorgängen geäussert. In der 15. Verhandlung am Mittwoch in einem Saal der Vatikanischen Museen in Rom legte Strafverfolger Alessandro Diddi dem 73-jährigen Italiener zahlreiche Dokumente, Briefe und Chat-Verläufe vor. Becciu erklärte bei den meisten davon, sich nicht daran erinnern zu können, obwohl er auf einigen seine eigene Unterschrift erkannte.

Kardinal Giovanni Angelo Becciu
Kardinal Giovanni Angelo Becciu.Bild: imago images

«Der Stress dieses Prozesses hat sich sehr auf mein Gedächtnis ausgewirkt», sagte Becciu. Wie solle er sich an so viele Dokumente erinnern können, fragte er den Richter Giuseppe Pignatone.

Zwischen 2014 und 2018 kaufte der Vatikan in der britischen Hauptstadt London eine Luxusimmobilie. Der katholische Kirchenstaat machte damit nicht wie eigentlich geplant einen Gewinn durch die Wertsteigerung der Immobilie, sondern mehr als 100 Millionen Euro Verlust. Für den Kauf sollen dem Vorwurf zufolge auch Gelder aus dem Peterspfennig - der einmal jährlich gesammelten Spenden für den Vatikan - genommen worden sein. Dass die Kirche diese Gelder investiert ist normal. Ein Problem ist dagegen, dass einige an dem Deal mitverdient haben. Mittlerweile wurde das Gebäude verkauft.

Becciu war von 2011 bis 2018 im mächtigen Staatssekretariat Substitut - also in leitender Position. Er verwies am Mittwoch mehrmals darauf, dass seine Mitarbeiter die Investitionen des Vatikans geprüft und ihm als Vorschläge unterbreitet hätten. Er sei ihren Ratschlägen gefolgt.

Becciu ist der erste Kardinal, der auf einer Anklagebank sitzt. Er muss sich wegen Amtsmissbrauch und Veruntreuung verantworten. Neben ihm sind acht weitere Männer - frühere Vatikan-Bedienstete und Finanzmanager - sowie eine Sicherheitsberaterin angeklagt. (saw/sda/dpa)

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