International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa02142381 Members of the Outlaws motorcycle club gather in Kaiserslautern, Germany, 04 May 2010. The district court will announce the verdict on 04 May 2010 in a murder trial, in which two men of motorcycle club 'Hells Angels' are accused to have killed the chief of ''Outlaws' near Donnersbergkreis.  EPA/BORIS ROESSLER

Auch Rockergruppen setzen sich nach den Ereignissen von Köln gegen sexuelle Belästigung von Frauen ein. 
Bild: EPA

Zuhälter, Hooligans, Trump – Guck, wer sich nach Köln plötzlich für Frauenrechte stark macht ... 

Die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht von Köln werden politisch und imagepflegerisch nach allen Regeln der Kunst ausgeschlachtet. Wer sich da alles plötzlich als Frauenrechtler zu erkennen gibt, ist bisweilen erstaunlich.  



1. Donald Trump 

FILE - In this July 30, 2015 file photo, Republican presidential candidate Donald Trump stands with his daughter Ivanka, right, during a news conference on the 1st first day of the Women's British Open golf championship on the Turnberry golf course in Turnberry, Scotland. Ivanka Trump plays down her influence in her father’s Republican presidential campaign, but the 33-year-old is a trusted and influential political adviser. (AP Photo/Scott Heppell, File)

Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung mit seiner Tochter Ivanka. 
Bild: Scott Heppell/AP/KEYSTONE

Der republikanische Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur ist bisher nicht als grosser Verfechter der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau aufgefallen, sondern eher als Misogyn. So hackt er im aktuellen Vorwahlkampf mit Vorliebe auf der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton und dabei wiederum mit Vorliebe auf dem ehemals ausschweifenden Sexualleben ihres Mannes Bill herum. 

Seine republikanische Konkurrentin Carly Fiorina beleidigte er mit Aussagen wie «Kuckt euch mal dieses Gesicht an. Ich meine, ich sollte nichts böses sagen über sie, aber kann man sich dieses Gesicht als das des neuen US-Präsidenten vorstellen? Come on.»

Und der CNN-Nachrichtenmoderatorin Megyn Kelly unterstellte er durch die Blume, sie habe «wohl menstruiert», nachdem sie ihn auf mannigfaltige frühere frauenfeindliche Bemerkungen angesprochen hatte. 

Nachdem er zuvor schon mexikanische Immigranten als Gefahr für die sexuelle Integrität von Frauen in den USA bezeichnet hatte, schlachtete er auch die Ereignisse von Köln aus: «Was in Deutschland an Silvester geschah, war ein Desaster. DENKT!»

US-Präsidenten und die Haarfrage

2. Horst Seehofer 

Bavarian state premier and leader of the Christian Social Union (CSU) Horst Seehofer arrives for the annual CSU Epiphany meeting in the southern Bavarian resort of Wildbad Kreuth near Munich, Germany January 6, 2016.  REUTERS/Michaela Rehle

Bild: MICHAELA REHLE/REUTERS

Seehofer ist als bayrischer Ministerpräsident und Vorsitzender der Christlich-Sozialen Union (CSU) bisher eher durch ein katholisches Geschlechterverständnis aufgefallen. Linke Feministinnen und insbesondere die linke Berliner TAZ hält Seehofer auch vor, 1997 gegen einen Straftatbestand «Vergewaltigung in der Ehe» gestimmt zu haben. Satireportale legen ihm bereits Zitate wie «Vergewaltigung ohne Trauschein dulden wir hier nicht! Wem das nicht passt, der kann gehen!» in den Mund. Nun tut sich Seehofer als Hardliner in Sachen Flüchtlingskriminalität hervor. Seehofer verlangt, dass die Strafen verschärft werden und rügt das ZDF, das zu spät auf die Ereignisse in der Silvesternacht reagiert hatte und spricht von einem medienpolitischen Skandal

3. Pegida und Pro Köln 

epa05094262 Police drive back protesters at a demonstration by the anti-Islam Pegida movement (Patriotic Europeans Against the Islamisation of the Occident) of North Rhine-Westphalia and right-wing extremist party Pro Koeln, in Cologne, Germany, 09 January 2016. 
In the wake of the sexual assaults around Cologne's main station on New Year's Eve, various groups planned demonstrations on 09 January. Police in Cologne began dispersing a far-right protest march, after bottles and firecrackers were hurled at officials, a spokeswoman said.  EPA/ROLAND WEIHRAUCH

Pegida-Anhänger und solche der rechtsextremen Pro Köln werden an einer Demonstration vom 10. Januar von der Polizei auseinander getrieben. 
Bild: EPA/DPA

Die rechtsextreme Bewegung Pegida hat sich zwar schon in den Anfängen «die sexuelle Selbstbestimmung als rechtlich geschütztes Interesse» auf die Fahne geschrieben, sich damit aber eher auf die sexuelle Identität und Ausrichtung bezogen. Nun hat Pegida die Ereignisse in Köln genutzt, um auf dem Rücken der Opfer der Silvesternacht weiter Stimmung gegen Ausländer zu machen. Pegida-Anführer Lutz Bachmann ist wegen Volksverhetzung angezeigt worden, weil er die Veranstaltung mit dem offiziellen Slogan «Pegida schützt» mit dem Claim «Rapefugees not welcome» versehen hat. 

Pegida: Anhänger und Gegner

4. Hooligans 

epa04995110 Hogesa demonstrators with a flare in front of the Lanxess-Arena in Cologne, Germany, 25 October 2015. The Hooligans gegen Salafisten (Hogesa, Hooligans against Salafists) group is holding a demonstration in Cologne, while several counter demonstrations and events are also planned. In total, police are expecting up to 23,000 demonstrators.  EPA/MARIUS BECKER

Erlebnisorientierte Fussballfans an einer Demonstration von «Hooligans gegen Salafisten» (HoGeSa) in Köln im vergangenen Oktober. 
Bild: EPA/DPA

Wie gross die Schnittmenge zwischen Pegida-Anhängern und der Bewegung Hooligans gegen Salafisten (HoGeSa) ist, ist nicht näher erhoben. Jedenfalls sind politisch am mit Frauenrechten wenig vertrauten rechtskonservativen Rand zu verortende Hooligans an der samstäglichen Demonstration «Pegida schützt» mitmarschiert. Sie haben sich dabei hauptsächlich durch Stein- und Flaschenwürfe auf Polizisten und linke Gegendemonstranten ausgezeichnet. 

Hooligans gegen Salafisten

5. Rocker 

epa02142381 Members of the Outlaws motorcycle club gather in Kaiserslautern, Germany, 04 May 2010. The district court will announce the verdict on 04 May 2010 in a murder trial, in which two men of motorcycle club 'Hells Angels' are accused to have killed the chief of ''Outlaws' near Donnersbergkreis.  EPA/BORIS ROESSLER

Rocker des MC Outlaws bei einer Zusammenkunft von 2010 in Kaiserslautern anlässlich eines Mordprozesses gegen zwei Hells Angels.  
Bild: EPA

Neben Rechtsextremen und Hooligans haben am Wochenende auch Rockergruppen auf die Ereignisse vom Silvester reagiert. Für Sonntagabend hatten sich Türsteher, Rocker und Hooligans über eine geschlossene Facebook-Gruppe verabredet, um in der Kölner Innenstadt «ein wenig aufzuräumen». Eine nicht genannte Rockergruppe aus dem Grossraum Köln liess gegenüber dem «Express» verlauten: «Wir ziehen zwar nicht in den Krieg, wir werden aber auch nicht wegsehen, wenn Frauen angegriffen oder begrapscht werden.» Eines der traditionellen Kerngeschäfte des Rockermilieus ist die Prostitution, beziehungsweise die Zuhälterei. Zwei Rocker sind am Sonntagabend in Köln von der Polizei überprüft worden. Sechs Pakistaner mussten nach Angriffen ins Krankenhaus gebracht werden. 

(thi)

Du hast watson gern?
Sag das doch deinen Freunden!
Mit Whatsapp empfehlen

Das könnte dich auch interessieren:

Fazit nach Frauenstreik: Hunderttausende Menschen protestierten für Gleichstellung

Link zum Artikel

«Er hat nicht unrecht» – das sagt Christoph Blocher zu SVP-Glarners Handy-Terror

Link zum Artikel

Du willst dein Handy sicherer machen? Dann solltest du diese 10 Regeln kennen

Link zum Artikel

FCB-Sportchef Streller tritt mit emotionalem SMS zurück: «Es bricht mir s’Herz»

Link zum Artikel

Trump hat sich im Persischen Golf verzockt

Link zum Artikel

5 Action-Heldinnen, die die Filmwelt ordentlich gerockt haben

Link zum Artikel

Preisgeld-Vergleich: So viel mehr kassieren Männer im Sport als Frauen

Link zum Artikel

14 Gründe, warum die Frauen heute streiken

Link zum Artikel

«Das stimmt einfach nicht» – Martullo-Blocher wird in der «Arena» vorgeführt

Link zum Artikel

Nach Handy-Terror: Betroffene Mutter rechnet mit SVP-Glarner ab – und wie

Link zum Artikel

Trump setzte Kopfgeld auf unschuldige Schwarze aus – jetzt melden sie sich zu Wort

Link zum Artikel

9 spannende Geisterstädte und ihre Geschichten

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

22
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Smart as hell 12.01.2016 23:13
    Highlight Highlight Lol. In den Äusserungen von Trump und Co geht es nicht um Frauenrechte, sondern um die Gefahren der Massenmigration. Sind wir ein wenig doof oder ein wenig manipulativ mit unseren Umdeutungsversuchen? Welche Bewegung besagte Ereignisse am dreistesten für ihre Zwecke zu instrumentalisieren versucht ist ziemlich offensichtlich.
  • NonplusUltra 12.01.2016 18:36
    Highlight Highlight Leute die sich für Europa einsetzen, leute wie Merkel oder auch so hipster Linke wie ihr zerstört alles was wir lieben. Defend Europe!
    • Sleepy Bad Boy Lee 12.01.2016 19:26
      Highlight Highlight Dein Kommentar tut ja beinahe weh :(
    • peeti 12.01.2016 21:46
      Highlight Highlight haha AL:BM <3
  • peeti 12.01.2016 14:22
    Highlight Highlight Hier ein spannender Artikel zu sexuellen Übergriffen am Oktoberfest (ca. 200 Vergewaltigungen/Jahr wird geschätzt): http://www.taz.de/!5156348/

    Alles fast schon Tagesordnung, so scheint es. Aber wenn Flüchtlinge solch scheussliche Taten begehen, steht das ganze Land Kopf.
    • AdiB 12.01.2016 16:31
      Highlight Highlight gehts noch? zu behaupten das "westliche zivilisierte menschen" so etwas tun? das ist doch eine schweinerei.
    • Shabina 12.01.2016 17:57
      Highlight Highlight @peeti
      200 Vergewaltigungen sind eine Fehlinformation! Irgendjemand hat diese Zahl in den Raum geworfen ohne fundierte Infos. Zudem sind am Oktoberfest x-millionen Besucher auf 2 Wochen verteilt, und nicht nur 1000 Personen in einer Nacht, also kein Vergleich! Bitte besser recherchieren und nicht einfach nachplappern. Aber genau das ist das Problem. Sind es Ausländer gewesen, wird schnell relativiert und beschwichtigt.

      siehe:
      http://www.sueddeutsche.de/muenchen/sexuelle-uebergriffe-der-weite-weg-von-koeln-zum-oktoberfest-1.2813464
    • Repplyfire 12.01.2016 19:50
      Highlight Highlight Mit dem Relativieren und Verharmlosen dieser Aktionen der maghrebineischen Täter (insbesondere mit diesen Apfel/Birnen Oktoberfestvergleichen) spielt man genau jenen in die Hände, welche man eigentlich mit den Vergleichen argumentativ entwaffnen wollte.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Blutgruppe 12.01.2016 13:40
  • zombie woof 12.01.2016 13:28
    Highlight Highlight Frauen an den Herd! So sieht der Schutz für die Frauen seitens Trump, Nazis etc aus!
  • EvilBetty 12.01.2016 12:24
    Highlight Highlight Dann berichtet doch einfach nicht mehr über solche Spasten... 🙄
  • Ruffy 12.01.2016 12:15
    Highlight Highlight Gleich und gleich gesellt sich gerne
  • ferox77 12.01.2016 11:35
    Highlight Highlight Die Bereitschaft echte Flüchtlinge aufzunehmen wäre deutlich höher, wenn man die sich ausbreitenden Probleme mit den bereits anwesenden Migranten gelöst hätten. Das hat man aber nicht.
    Die Probleme sind mehr oder weniger gut dokumentiert. Ein Ansprechen dieser Schwierigkeiten birgt weiterhin die Gefahr als Rechtsextremer gebrandmarkt zu werden. Jetzt nach Köln ist das vielleicht etwas einfacher.
    Einen positiven Aspekt der Flüchtlingskrise liegt in der Hoffnung, dass nun intensiver, konstruktiver und lösungsorientierter über die Migrationsprobleme gesprochen werden könnte.
    • ferox77 12.01.2016 11:54
      Highlight Highlight 2)
      Das geschah viel zu wenig bis gar nicht. Im Vordergrund der Diskussion standen bis jetzt Relativierungen, Etikettierungen und persönliche Angriffe.
  • pd90 12.01.2016 10:32
    Highlight Highlight Sind auch erlebnisorienterte Hockeyfans dabei?
  • thompson 12.01.2016 10:25
    Highlight Highlight Und wo sind bitte die katholischen und orthodoxen Kreuzritter?
    Wehe, wenn die sich formieren....
  • Alex23 12.01.2016 10:24
    Highlight Highlight Ja, so verschieben sich die Perspektiven. Ist ein bisschen so mit allem: wenn man selbst was macht ist's irgendwie okay. Aber wehe die ANDEREN.
    • Human 12.01.2016 11:08
      Highlight Highlight Ja dachte auch eben wollen die Rocker vielleicht erstmal in ihren eigenen Bordellen aufräumen bevor sie anfangen das auf der Strasse zu tun....
  • meerblau 12.01.2016 09:38
    Highlight Highlight Krisen, egal welcher Natur, waren in der Menschheitsgeschichte schon mehrmals Nährboden und Tarnumhang, um eigene Interessen und "Lösungen" durchzubringen. Also liebe Mitmenschen, ja nicht trügen lassen! Immer kritisch bleiben und selber denken! Der Wolf kann auch Schafpelz tragen.
  • crust_cheese 12.01.2016 09:21
    Highlight Highlight Das war doch schon so, als plötzlich alle Sozialwerke, Renten und Obdachlose wieder tierisch wichtig wurden und man das plötzlich ungeheuerlich fand, dass Ausgaben für phöse Asylanten getätigt werden, wo doch so viele unbescholtene Volksgenossen Hunger leiden müssen. Wer vor den Flüchtlingsströmen aber auf Hilfe angewiesen war, galt eher als Parasit.
    • HabbyHab 12.01.2016 10:46
      Highlight Highlight hauptsache immer auf den noch schwächeren rumhacken, die sich nicht wehren können.

Gestrandet im Terminal – diese Kurden leben seit 49 Tagen im Transit des Flughafens Zürich

Vier kurdische Familien wollen in der Schweiz Asyl beantragen. Unbemerkt von der Öffentlichkeit stecken sie in der Transitzone des Flughafens Zürich fest – teilweise seit sieben Wochen. watson hat sie vor Ort besucht.

«I am going home» – «Ich gehe nach Hause», sagt Tom Hanks in seiner Rolle als Viktor Navorski am Ende des Hollywood-Blockbusters  «Terminal» von Steven Spielberg. Er spielt einen im New Yorker Flughafen JFK gestrandeten Touristen aus Osteuropa. Als in seiner Heimat ein Bürgerkrieg ausbricht, wird Navorskis Pass ungültig. Er harrt neun Monate im Transitbereich aus, bevor er endlich wieder nach Hause darf.

Die Realität der acht kurdischen Kinder und Jugendlichen, vier Frauen und acht Männer, …

Artikel lesen
Link zum Artikel