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Nach Anklage wegen Hochverrat: Inhaftierter Wissenschaftler in Russland gestorben

03.07.2022, 11:42
Das Institut für Laserphysik in Nowosibirsk.
Das Institut für Laserphysik in Nowosibirsk.bild: Insistute of Laser Physics

Der des Hochverrats angeklagte Physiker Dmitri Kolker ist in Moskau wenige Tage nach seiner Inhaftierung gestorben. Er sei aus dem Untersuchungsgefängnis auf die Intensivstation eines Moskauer Krankenhauses verlegt worden und dort gestorben, teilte die Nachrichtenagentur Interfax am Sonntag mit.

Kolker leitete das Laboratorium für Quantenoptik-Technologien am Institut für Laserphysik in der Staatsuniversität von Nowosibirsk. Quantenoptik befasst sich mit der Wechselwirkung zwischen Licht und Materie. Kolker war an der Entwicklung von Lasern unter anderem für medizinische Zwecke beteiligt. Der 54-Jährige litt an Bauchspeicheldrüsenkrebs in der Endphase und wurde vom Geheimdienst FSB vor wenigen Tagen in einem Nowosibirsker Krankenhaus verhaftet und nach Moskau verbracht.

Die Ermittler werfen Kolker Geheimnisverrat an China vor. Nach Angaben seines Sohnes hat der Forscher im Rahmen eines Wissenschaftsaustauschs zwar in China Vorlesungen vor Studenten gehalten, wurde dabei jedoch stets von FSB-Agenten begleitet. Auch die Vorlesungen seien bis ins Detail mit dem Geheimdienst abgestimmt worden, damit dort keine Informationen auftauchten, die als Staatsgeheimnis gelten, sagte er. Neben Kolker war in dem Zusammenhang auch der 75-jährige Anatoli Maslow festgenommen worden, der zum Hyperschall forschte. Die Strafverfolgung von Wissenschaftlern wegen angeblichen Hochverrats hat in Russland zuletzt deutlich zugenommen, speziell nach Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine gab es gleich mehrere Fälle. (sda/dpa)

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6 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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LURCH
03.07.2022 12:20registriert November 2019
Brain Drain auf russisch.
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Haarspalter
03.07.2022 13:31registriert Oktober 2020
„Die Ermittler werfen Kolker Geheimnisverrat an China vor.“

Noch bei der Winterolympiade hiess es, die Russisch-Chinesische Freundschaft kenne „keine Grenzen“.

Wer Putin als Freund hat, braucht keine Feinde.
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Maya Eldorado
03.07.2022 13:19registriert Januar 2014
Wenn ich mir vorstelle, was wir hier im Westen nur schon alles in sozialen Medien und wie hier rauslassen! Bei russischen Verhältnissen würden wir schon alle im Gefängnis oder schlimmerem schmoren.
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