International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa07744038 Russian riot police detain a participant of an unauthorized liberal opposition protest near the office of the mayor, in Moscow, Russia, 27 July 2019. Activists and protesters say that Russian election authorities are preventing opposition candidates from running in upcoming municipal elections for the Moscow City Duma, according to reports.  EPA/YURI KOCHETKOV

Russische Polizisten verhaften eine Demonstrantin Moskau. Bild: EPA

Mehr als 1000 Festnahmen bei Oppositionsdemo in Moskau



Mehr als 1000 Menschen sind bei einer Protestkundgebung in der russischen Hauptstadt Moskau festgenommen worden. Diese Zahl nannte die Polizei am Samstagabend, wie die Agentur Interfax meldete.

1074 Teilnehmer der Demonstration gegen den Ausschluss zahlreicher Oppositionspolitiker von der Regionalwahl Anfang September seien wegen «verschiedener Straftaten» in Polizeigewahrsam gekommen, hiess es demnach.

Am Nachmittag hatte die Polizei noch von knapp 300 Festgenommenen gesprochen. Das Bürgerrechtsportal OWD-Info, das Festnahmen bei Demonstrationen erfasst, listete am Abend ebenfalls mehr als 1000 Fälle auf.

Nach Angaben der Polizei wurden an der nicht bewilligten Kundgebung rund 3500 Teilnehmer gezählt. Einige Oppositionspolitiker wurden kurz vor der Demonstration in Gewahrsam genommen.

Zahlreiche Oppositionskandidaten waren kürzlich wegen angeblicher formaler Mängel von den Kommunalwahlen in Moskau ausgeschlossen worden. Dagegen protestierten vor einer Woche mehr als 20'000 Menschen in der russischen Hauptstadt - es war die grösste Demonstration seit Jahren.

Für Samstag mobilisierte die Opposition ihre Anhänger trotz eines Demonstrationsverbots der Behörden zu weiteren Protesten. Im Online-Netzwerk Facebook hatten fast 11'000 Menschen Interesse an einer Teilnahme bekundet. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin bezeichnete die Demonstration als «Bedrohung für die Sicherheit» in Moskau und kündigte ein entschlossenes Vorgehen der Sicherheitskräfte an.

Tausende Demonstranten lassen sich nicht einschüchtern. Bild: EPA

Platz vor Rathaus abgeriegelt

Die Polizei riegelte den Platz vor dem Moskauer Rathaus ab. Dort sollte die Demonstration ursprünglich stattfinden. Die Teilnehmer der Kundgebung wichen daher auf die angrenzenden Strassen aus. «Das ist unsere Stadt» und «Wir wollen freie Wahlen», riefen die Demonstranten. «Ich hatte mein ganzes Leben lang Angst, aber genug ist genug», sagte die Rentnerin Elena Rastowka. «Wenn wir zu Hause bleiben, wird sich nichts ändern.»

Bereits im Vorfeld hatten die Behörden ihr Vorgehen gegen die Opposition verstärkt. Oppositionsführer Alexej Nawalny wurde am Mittwoch zu 30 Tagen Haft verurteilt, weil er zu neuen Protesten aufgerufen hatte.

Oppositionspolitiker wie Ilja Jaschin, Iwan Schdanow, Ljubow Sobol und Dmitri Gudkow wurden kurz vor Beginn der Kundgebung am Samstag in Gewahrsam genommen.

Wahlkampfbüros der Opposition durchsucht

Am Freitagabend hatten Polizisten bereits mehrere Wahlkampfbüros von Verbündeten des Kreml-Kritikers Nawalny durchsucht. Dies sei «dreister und unrechtmässiger Druck auf die Opposition inmitten des Wahlkampfs», schrieb Jaschin, der bei dem Urnengang im September nicht antreten darf, im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Gudkow forderte die Russen auf, trotz der Repressalien weiter für freie und faire Wahlen zu kämpfen. «Wir reden nicht mehr über unsere Mandate», sagte er am Freitag. «Wenn wir jetzt verlieren, wird es Wahlen als politisches Instrument nicht mehr geben und der Unterdrückungsapparat wird das Land ins Jahr 1937 zurückwerfen», fügte er mit Blick auf den Höhepunkt der Stalin-Diktatur hinzu. (sda/afp/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Gebt Putin Mädels und er strahlt wie ein Maienkäfer

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

4 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4

EU sanktioniert Russen für massiven Hackerangriff auf deutschen Bundestag

Die EU hat wegen des massiven Hackerangriffs auf den Deutschen Bundestag im Jahr 2015 neue Russland-Sanktionen verhängt.

Betroffen von den EU-Sanktionen sind der Leiter der Hauptdirektion des Generalstabs der russischen Streitkräfte, einer der mutmasslichen Hacker sowie eine für Cyberangriffe verantwortlich gemachte Militäreinheit, wie aus dem Amtsblatt der Europäischen Union vom Donnerstag hervorgeht. Die Sanktionsregelung sieht vor, dass die EU nun Vermögenswerte einfrieren kann. Zudem gelten für die Personen EU-Einreiseverbote.

Die bislang grösste Cyber-Attacke gegen den Bundestag war im April und Mai 2015 …

Artikel lesen
Link zum Artikel