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Ukraine attackiert Rüstungsfabrik und Raffinerie in Russland

Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte Bilder des Angriffs.
Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte Bilder des Angriffs.screenshot: x

Ukraine attackiert Rüstungsfabrik und Raffinerie in Russland

05.05.2026, 13:3805.05.2026, 13:45

Bei ukrainischen Drohnenangriffen sind nach Angaben der regionalen Behörden in der russischen Grossstadt Tscheboksary an der Wolga drei Menschen verletzt worden.

Einer der Verletzten sei ins Krankenhaus eingeliefert worden, teilte das Gesundheitsministerium der Teilrepublik Tschuwaschien mit. Die Drohnen waren demnach Teil einer zweiten Angriffswelle. Bei einer ersten Attacke traf ein Marschflugkörper nach Berichten des Internetportals «Astra» die Rüstungsfabrik «WNIIIR Progress», wo Navigationsmodule für Drohnen, Marschflugkörper und Raketen hergestellt werden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Einsatz von Marschflugkörpern des Typs Flamingo. Dabei seien «unter anderem Objekte des militärisch-industriellen Komplexes in Tscheboksary» beschossen worden, teilte er auf sozialen Netzwerken mit. Die Raketen haben ihm zufolge eine Entfernung von über 1'500 Kilometer zurückgelegt.

Video: twitter/ZelenskyyUa

Tscheboksary liegt etwa 1'000 Kilometer von der Front entfernt. Insgesamt wurde sogar in 18 russischen Regionen Raketenalarm ausgerufen, darunter erstmals auch in dem im asiatischen Teil Russlands liegenden autonomen Kreis der Chanten und Mansen. Die Ukraine produziert seit dem vergangenen Jahr Marschflugkörper des Typs Flamingo, die eine Reichweite von bis zu 3'000 Kilometer haben sollen. Bislang wurden sie allerdings erst wenige Male eingesetzt.

Grosse Raffinerie in Nordrussland in Brand

Im Norden Russlands wurde derweil einmal mehr die Raffinerie Kirischinefteorgsintes angegriffen. Der Gouverneur des die Millionenstadt St. Petersburg umgebenden Leningrader Gebiets, Alexander Drosdenko, bestätigte einen Brand im Industriegebiet der Stadt Kirischi. Das Feuer sei inzwischen unter Kontrolle, schrieb er auf Telegram. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen. Die Raffinerie in Kirischi ist die grösste im Norden Russlands und daher nicht das erste Mal Ziel ukrainischer Attacken. Zuletzt hatten die russischen Behörden am 26. März einen Angriff auf die Ölverarbeitungsanlage gemeldet.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, in der Nacht seien 289 ukrainische Drohnen abgewehrt worden.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen die von Russland betriebene Invasion. Dazu attackiert sie neben militärischen Einrichtungen und Rüstungsbetrieben auch verstärkt die Ölindustrie des Nachbarn. Damit soll dem russischen Militär die Treibstoffversorgung und dem Kreml die Kriegsfinanzierung erschwert werden. (sda/dpa)

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Kukei
05.05.2026 14:05registriert Dezember 2019
Bewundernswert die Ingenieurs- und Fertigungsfähigkeiten der Ukrainerinnen und Ukrainer: In wenig mehr als 3 Jahren Marschflugkörper Flamingo entwickeln und einsatzfähig produzieren. Zudem die Drohnen und Kampfroboter . Das alles ohne "brauchbare" Luftwaffe. Und das VBS ist seit Jahren nicht fähig, Einkäufe für Produkte zu tätigen, die in absehbarer Zeit einsatzbereit wären (Isr. Drohnen, Kommun. System, Luftverteidigung, Flugis), geschweige denn CH Entwicklungen zu identifizieren und zu fördern bis Waffenfähigkeit erreicht würde (Drohnen, Komm. System z.B. ).
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stronghelga
05.05.2026 13:58registriert März 2021
Sie ziehen ihre Bahnen wie Zugvögel,
doch ihr Ziel ist kein Sommer,
sondern Feuer.

Unter ihnen:
Lichter, die verlöschen.
Maschinen, die verstummen.
Ein Land, das plötzlich weiss,
dass Entfernung keine Sicherheit ist.

Und irgendwo zwischen Radar und Dunkelheit
bleibt nur dieser eine Ruf:

Fliegt, Flamingos, fliegt.
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banda69
05.05.2026 14:02registriert Januar 2020
💛💙💪🏻
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Die Nachricht der ukrainischen Drohne, die am Sonntag ein Luxus-Hochhaus in einem gehobenen Moskauer Wohnviertel traf, kam für Wladimir Putin zur Unzeit. Keine zehn Kilometer vom Kreml entfernt war das Geschoss niedergegangen und hatte das Gebäude erheblich beschädigt. Zwei weitere Drohnen waren laut des Bürgermeisters der Stadt, Sergej Sobjanin, noch rechtzeitig abgefangen worden. Auch über anderen russischen Regionen flogen ukrainische Drohnen, in der Nacht zu Montag laut Auskunft des russischen Verteidigungsministeriums insgesamt 117, davon 60 allein in der Region St. Petersburg, der Heimat von Kremlherrscher Putin.
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