International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Eine Online-Petition fordert die Freilassung der drei Khachaturyan-Schwestern. bild: screenshot/twitter

Die Geschichte der drei Schwestern, die ihren Vater töteten

36 Messerstiche in die Brust: Der Vater ist tot, drei Schwestern sitzen auf der Anklagebank. Die drei jungen Frauen töteten im vergangenen Sommer in Russland ihren Vater. Das bestreitet keine von ihnen. Doch der Fall ist damit nicht gelöst.



Was vor genau einem Jahr in einem Wohnhaus am Stadtrand von Moskau geschah, darüber spricht zurzeit fast ganz Russland. Nun jährt sich die verhängnisvolle Tat zum ersten Mal, und in vielen Städten gehen die Menschen für die jungen Frauen aus Solidarität auf die Strasse. Warum?

Maria, Angelina und Kristina – kaum volljährig – sitzen hinter Gitterstäben in einem Moskauer Gerichtssaal. Zum Zeitpunkt der Tat waren sie 17, 18 und 19 Jahre alt. Bei den Anhörungen bleiben sie stumm, fast schüchtern.

In this photo taken on Wednesday, June 26, 2019, Maria Khachaturyan attends hearings in a court room in Moscow, Russia. Three Khachaturyan sisters, now aged 18, 19 and 20, face charges for the premeditated murder of their father who allegedly abused them for years, could land them in prison for up to 20-years, but the case has provoked outrage in Russia and calls to stop the court case. (Alexander Avilov, Moscow News Agency photo via AP)

Maria, eine der Schwestern, an einer Anhörung. Bild: AP

Brutal erstochen, alles war als Verschwörung geplant, wirft ihnen die Anklage vor. Es war eine Verzweiflungstat, Notwehr, sie hatten keinen anderen Ausweg, argumentiert die Verteidigung.

Dutzende Male stachen sie auf ihren Vater Michail ein, als er im Fernsehsessel schlief. Sollten die drei jungen Frauen als Mörderinnen verurteilt werden, drohen ihnen bis zu 20 Jahre Haft. Der Prozess soll im August in Moskau beginnen.

Jahrelang hatte der Vater mit angeblichen Verbindungen zur russischen Mafia seine Töchter misshandelt. Er soll sie eingesperrt, geschlagen und sexuell missbraucht haben.

In this photo taken on Wednesday, June 26, 2019, Angelina Khachaturyan attends hearings in a court room in Moscow, Russia.  Three Khachaturyan sisters, now aged 18, 19 and 20, face charges for the premeditated murder of their father who allegedly abused them for years, could land them in prison for up to 20-years, but the case has provoked outrage in Russia and calls to stop the court case. (Alexander Avilov, Moscow News Agency photo via AP)

Angelina. Bild: AP

«Ich hatte Angst. Mir blieb aber nichts anderes übrig, als mich zu unterwerfen», sagte Angelina bei einer Vernehmung russischen Medien zufolge. Ansonsten hätte der 57-Jährige sie und ihre Schwestern umgebracht, ist sie sich sicher.

«Ich hatte Angst. Mir blieb aber nichts anderes übrig, als mich zu unterwerfen.»

Angelina

Wenn ihm die Wohnung nicht sauber genug war, soll er den Mädchen, die wie Sklavinnen in einer Plattenbauwohnung im Moskauer Norden lebten, Pfefferspray ins Gesicht gesprüht haben. Als Kristina sich einmal seinen Befehlen verweigerte, brachte er das Mädchen in einen Wald, band sie an einen Baum und verletzte sie mit einem Messer, wie ihr Anwalt erzählt.

Die Mutter habe er schon vor Jahren aus dem Haus getrieben, aus Angst sei sie nicht zur Polizei gegangen. Die Ermittler bestätigen das Martyrium der Familienmitglieder.

In Russland wird nur selten über häusliche Gewalt in der Öffentlichkeit gesprochen. Ein umstrittenes Gesetz aus dem Jahr 2017 macht die Lage für Opfer nicht einfacher: Wer in Russland seine Frau, Kinder oder andere Angehörige verprügelt, muss zunächst lediglich mit einer Ordnungsstrafe rechnen.

In this photo taken on Thursday, July 27, 2019, Syuyumbike Davlet-Kildeyeva, center, speaks at a performance to support Khachaturyan sisters, in Moscow, Russia. Performers at Theater Doc last week were reading out the Khachaturyan sisters' chilling testimony to a full house, mixing the accounts of mundane, unrelenting violence meted out by the girls' own father with their own personal stories of sexual abuse or domestic violence in what was the first public reckoning for many of them. Three Khachaturyan sisters, now aged 18, 19 and 20, face charges of the premeditated murder of their father who allegedly abused them for years, could land them in prison for up to 20-years, but the case has provoked outrage in Russia and calls to stop the court case.(AP Photo/Pavel Golovkin)
Syuyumbike Davlet-Kildeyeva

Die Darsteller einer Theaterakademie in Russland gedenken der angeklagten Schwestern. Bild: AP

Eine härtere Strafe soll nur dann verhängt werden, wenn die Schläge mehr als einmal im Jahr vorkommen, Blutergüsse sichtbar sind oder Knochen brechen. Die Familie solle nicht wegen eines «Klapses» auseinandergerissen werden, argumentierte die Abgeordnete Jelena Misulina damals, die das Gesetz vorantrieb.

In this photo taken on Wednesday, June 26, 2019, Krestina Khachaturyan attends hearings in a court room in Moscow, Russia. Three Khachaturyan sisters, now aged 18, 19 and 20, face charges of the premeditated murder of their father who allegedly abused them for years, could land them in prison for up to 20-years, but the case has provoked outrage in Russia and calls to stop the court case. (Alexander Avilov, Moscow News Agency photo via AP)

Kristina. Bild: AP

Nach offiziellen Angaben geschehen schätzungsweise rund 40 Prozent der Körperverletzungen in Russland innerhalb der eigenen vier Wände. Etwa 36'000 Frauen leiden demnach jeden Tag unter den Schlägen ihrer Männer, 26'000 Kinder werden täglich von ihren Eltern misshandelt.

Knapp alle 40 Minuten kommt in Russland eine Frau durch häusliche Gewalt ums Leben, insgesamt sterben deswegen pro Jahr etwa 12'000 Frauen an den Folgen der Gewalt. Statistiken einer Nichtregierungsorganisation zufolge werden rund 90 Prozent der Fälle überhaupt nicht bekannt.

«Der Fall zeigt ganz deutlich: Unser System will das Problem der häuslichen Gewalt leider nicht anerkennen», sagt die Juristin Anna Riwina, die eine Anlaufstelle für Betroffene häuslicher Gewalt in Moskau leitet. «Für viele ist das lediglich eine «Familienangelegenheit», in die man sich nicht einmischt.» Diese Ohnmacht führe dazu, dass viele Betroffene nicht um Hilfe bitten, weder bei Nachbarn noch bei den Behörden.

«Der Fall zeigt ganz deutlich: Unser System will das Problem der häuslichen Gewalt leider nicht anerkennen.»

Anna Riwina

Selbst der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hatte Russland erst Anfang Juli aufgefordert, Opfer besser vor häuslicher Gewalt zu schützen. Hintergrund war der Fall einer Russin, die über Jahre von ihrem Ex-Partner misshandelt, bedroht und verfolgt wurde. Obwohl sich die Frau mehrfach an Polizei und Gerichte wandte, seien die Behörden untätig geblieben.

Russische Menschenrechtler hegen nun die Hoffnung, dass der Fall der drei Schwestern etwas bewegen könnte. Die landesweite Aufmerksamkeit soll zu einer Änderung des umstrittenen Gesetzes führen.

«Wir fordern Gerechtigkeit für die Frauen, die gezwungen sind, sich zu verteidigen», rufen die Organisatoren eines Protestzuges auf. In Moskau ist am kommenden Samstag (27. Juli), dem Jahrestag der Tat, eine riesige Protestaktion geplant.

Für Maria, Angelina und Kristina wird die Demonstration so schnell nichts an ihrer Lage ändern. Die drei sitzen im Hausarrest – getrennt voneinander. Sie dürfen weder mit der Aussenwelt noch miteinander kommunizieren. Doch alles ist besser als das Leben mit dem brutalen Vater, sagt eine Schwester. Selbst Jahre hinter Gittern. (ohe/sda/dpa)

Die 10 wertvollsten Unternehmen der Welt

Der Bund verbannt Kaffee aus Notvorräten

Play Icon

Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

42
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
42Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Leckerbissen 23.07.2019 15:20
    Highlight Highlight Selbst der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hatte Russland erst Anfang Juli aufgefordert, Opfer besser vor häuslicher Gewalt zu schützen.

    Aber sobald die Schweiz einen Straftäter ausweisen möchte, gehen die Strassburger wie Wilde auf unser Recht los.
  • HerbertBert 23.07.2019 12:43
    Highlight Highlight Dass der Vater bestraft gehörte ist unbestritten. Wie diese Strafe auszusehen hat, hätte nur ein Gericht beurteilen können.

    Diese Möglichkeit wird durch Selbstjustiz aber genommen. Allgemein führt Selbstjustiz an einem Rechtsstaat vorbei, weshalb Forderungen nach Freilassungen fehl sind. Es kann nicht sein, dass man trotz der Umstände sich über den Rechtsstaat stellt.

    Auch sind 36! Messerstiche in die Brust keine Notwehr mehr.


    Das einzig gute was hier herausgekommen ist, ist dass über die beschriebenen Gesetzte diskutiert wird und hoffentlich was geändert wird.
    • Caerulea 23.07.2019 15:32
      Highlight Highlight Nachvollziehbar sind aber die Stiche. Da ist sicher der ganze Hass und die Wut explodiert in den dreien.
    • honesty_is_the_key 23.07.2019 19:22
      Highlight Highlight Natürlich sind 36 Stiche in die Brust keine Notwehr mehr. Trotzdem kann ich deine Argumentation nicht teilen.

      Wenn Kinder und Teenager über Jahre hinweg sexuell, körperlich und psychisch misshandelt werden, dann gelten normale Regeln nicht mehr. Wer so unglaubliche Qualen erleidern muss, vor allem als Kind, reagiert verständlicherweise auch nicht mehr "normal". Nicht aus Bosheit, sondern als Notwehr oder Selbstschutz.

      Und ja, für so unglaublich widerwärtige Menschen habe ich null Verständnis.
    • HerbertBert 24.07.2019 07:33
      Highlight Highlight Es ist traurig. Doch genau das nicht mehr normal reagieren ist das Problem. Am Ende des Tages haben sie die Todesstrafe an einem schlafenden Menschen vollzogen. Dass dieser regelrechtes Abschaum war spielt hier keine Rolle.

      Ansonsten können anfangen darüber zu diskutieren ob die Todesstrafe auch in der Schweiz wieder eingeführt werden soll. Dass man die Gerichte und Polizei nicht mehr braucht und jeder für sich schaut.

    Weitere Antworten anzeigen
  • Sagittarius 23.07.2019 11:18
    Highlight Highlight Moralisch: Der Vater gehörte in die Zelle, die Mädchen haben sich gewehrt und ja als Aussenstehende sehen wir offensichtlich den Schuldigen und können Opfer und Täter identifizieren.

    ABER (juristisch):
    !36! Messerstiche in die Brust?!
    Ja schon klar, die Mädchen wurden misshandelt und waren traumatisiert und die Wut überkam sie wohl. Notwehr ist das aber nicht mehr, vor allem nicht bei einem schlafenden Menschen.

    Ganz so einfach ist die Sache nicht.
    • King33 23.07.2019 12:13
      Highlight Highlight Wäre in der Schweiz wohl ein klassischer Fall von Notstandexzess. Dennoch, ich habe extrem Mühe hier nur das Geringste Mitleid ggü. dem Vater zu empfinde - auch wenns 136 Messerstiche gewesen wären.
    • Hardy18 23.07.2019 12:57
      Highlight Highlight Wenn dich der Hass nach eins zwei Messerstichen einholt, gibt es kein halten mehr und man lässt seine Wut freien Lauf im Rausch.

      Die sogenannte Notwehr mit einem Stich ist meines Erachtens eine falsche Aussage - bei dieser Vergangenheit. Ich selber weiss es nicht, aber ich könnte mir vorstellen genauso zu handeln und erst aufzuhören wenn ich "aufwache".
    • lilie 23.07.2019 14:41
      Highlight Highlight @Sagittarius: Man sollte allerdings bedenken, dass es sich um junge Mädchen handelt und womöglich so viele Stiche notwendig waren, um einen erwachsenen Mann zu töten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • P. Silie 23.07.2019 10:58
    Highlight Highlight Es gilt noch zu erwähnen, dass die 3 Schwestern Armenischer Abstammung sind bzw. deren Vater zumindest. Der Kaukasus hat eine äusserst patriarchalische Gesellschaftsordnung.. Häusliche Gewalt ist in der Ecke noch öfters anzutreffen als in Russland. Zudem wird häusliche Gewalt nicht wirklich geahndet, ja der Frau quasi noch die Schuld gegeben.

    Statt da den prügelnden Vater mit auf den Polizeiposten mitzunehmen wird in verständlichem Ton auf ihn eingeredet mit der Bitte sich doch zu beruhigen.. die Polizei fährt dann wieder zurück - ohne den Prügler.
  • BuddySpence 23.07.2019 10:03
    Highlight Highlight Manchmal vorm Einschlafen stelle ich mir vor, ein Superheld zu sein. Einer, der immer wie durch ein Wunder dann ans Fenster klopft, wenn gerade irgendwo wieder ein Kind von seinen Eltern verprügelt oder misshandelt wird. Aber dann, gegen Ende der Geschichte, merke ich, dass ich wohl kein Held wäre. Denn Helden retten nur, sie töten nicht...
    • EhrenBratan. Hääää! 23.07.2019 16:49
      Highlight Highlight "Denn Helden retten nur, sie töten nicht..."
      Mhm. Vielleicht in Disneyfilmen!🤦‍♂️
  • Switch_on 23.07.2019 09:04
    Highlight Highlight "Wer in Russland seine Frau, Kinder oder andere Angehörige verprügelt, muss zunächst lediglich mit einer Ordnungsstrafe rechnen."


    Dieses Gesetz sagt doch sehr viel über das Weltbild von Putin und seinen Parteigenossen aus.


    Natürlich bin auch ich gegen Selbstjustiz. Aber wenn ich lese was dieser Mann seinen Töchtern angetan hat, dann ist aus meiner Sicht alles andere als ein Freispruch (Notwehr) vollkommen unverständlich und ein Schlag ins Gesicht für alle Opfer von häuslicher Gewalt.
  • P. Silie 23.07.2019 08:55
    Highlight Highlight Keine allzu gute Idee ist, wenn sich westliche Medien zu sehr einschalten. Wer die russische Seele etwas kennt weiss, dass diese sich NICHT bevormunden lassen wollen und eher mit Trotz auf Kritik bzw. Hinweise aus dem Westen reagieren.

    Hoffen wir die Justiz wird ein richtiges Urteil fällen.
    • P. Silie 23.07.2019 10:55
      Highlight Highlight Anhang: Ihr missversteht hier die Russen.. es ist kontraproduktiv wenn sich der Westen einschaltet! Die werden genau das Gegenteil machen von dem was wir uns wünschen... Ich erwarte die typische Trotzreaktion.
    • Steckenpferd 23.07.2019 15:55
      Highlight Highlight @P. Silie:
      Verstehe was du sagen möchtest. Aber was wäre dann besser? Einfach still sein, zuschauen und drauf hoffen dass sich schon etwas ändern wird?
    • Ichiban 23.07.2019 20:09
      Highlight Highlight Aha willst du dem westen die schuld zuweisen falls es eine hohe strafe gibt. Selbst wenn es aus trotzteaktion wäre zeigt es auf wie falsch und zersetzt das russische rechtssystem ist und dann gehört es recht angeprangert...
    Weitere Antworten anzeigen
  • King33 23.07.2019 08:37
    Highlight Highlight Wie degeneriert muss ein Volk sein, welches Gewalt gegen Kinder und Frauen rechtfertigt?!?

    Ich hoffe inständig, dass diesen Mädchen nun endlich Gerechtigkeit wiederfährt, sie ein "normales" Leben führen und irgendwann ihrer Traumata verarbeiten können..
    • derKuchen 23.07.2019 10:48
      Highlight Highlight In der Schweiz sind ja leider Schläge gegenüber Kindern auch nicht verboten, wenn sie der erzieherischen Massnahme dienen...

      Mir ist klar dass dies kein 1:1 Vergleich ist, trotzdem bin ich der Meinung, dass auch wir in der Schweiz noch aufholbedarf haben.
    • King33 23.07.2019 12:10
      Highlight Highlight @derKuchen: Grundsätzlich geb ich dir absolut Recht, jedoch ist die Rechtfertigung in Bezug auf die Intensität der Gewaltanwendung nochmals auf einem ganz anderen Level.
      Und ja, ich weiss, dass es in anderen Ländern z.T. durchaus noch schlimmer ist, dies relativiert das Ganze jedoch nicht im Geringsten.
    • Dnipro 23.07.2019 12:48
      Highlight Highlight Gleich das ganze Volk als degeneriert zu diffamieren ist völlig daneben! Einfach mal tief durchatmen bitte. Der allergrösste Teil des russischen Volkes ist anständig, gastfreundlich und aufgeschlossen. Sie möchten einfach nur in Frieden und Wohlstand leben - wie wir und alle anderen Völker der Erde. Die viel besungene russische Seele gibt es tatsächlich und wer sie nicht versteht sollte mit Kritik und Beleidigungen etwas vorsichtig sein!
  • lilie 23.07.2019 08:14
    Highlight Highlight Die brauchen über ein Jahr um zu überlegen, ob Folterungen, Verletzungen und sexueller Missbrauch den Tatbestand von "nicht nur ein Klaps" übertrifft? 🤔😳🙈
    • Alnothur 23.07.2019 11:22
      Highlight Highlight Nein:

      "Eine härtere Strafe soll nur dann verhängt werden, wenn die Schläge mehr als einmal im Jahr vorkommen, Blutergüsse sichtbar sind oder Knochen brechen. "
  • Eight5 23.07.2019 08:10
    Highlight Highlight Vermutlich (nein ganz bestimmt) hat es der Vater nicht besser verdient. Normaler Menschenverstand nimmt natürlich die 3 Mädchen in Schutz, mache ich auch.

    Aber irgendwie ist da trotzdem die Sache mit der Selbstjustiz. Wenn sie alle drei freigesprochen werden, ist es möglich dass sie Nachahmerinnen finden, die möglicherweise für "weniger" töten.
    • lilie 23.07.2019 08:42
      Highlight Highlight @Eight5: Idealerweise werden andere Opfer von häuslicher Gewalt durch diesen krassen Fall dazu motiviert, frühzeitig Hilfe zu holen. In den Medien könnten begleitend zur Berichterstattung entsprechende Anlaufstellen publiziert werden.

      Wenn aber in Russland häusliche Gewalt dermassen tabuisiert wird, werden die Mädchen womöglich dämonisiert. In diesem Fall würde sich vermutlich nicht allzu viel ändern.
    • Walter Sahli 23.07.2019 09:05
      Highlight Highlight Wenn ich mich entscheiden muss, ob es besser ist, wenn Kindsmisshandler Nachahmer finden, weil ihnen nichts passiert oder die Kinder, die ihren Peiniger töten, dann wähle ich letztere.
    • Wolkenlos 23.07.2019 11:18
      Highlight Highlight Ohne Justiz bleibt halt nur Selbstjustiz.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerSeher 23.07.2019 07:41
    Highlight Highlight Erinnert an den Fall Linda Andersen (Kanada), dort kamen die Töchter relativ leicht davon und studieren bzw. arbeiten heute anonym. Wurde später auch verfilmt.
    https://en.wikipedia.org/wiki/Murder_of_Linda_Andersen
    • manta 23.07.2019 10:43
      Highlight Highlight Im Fall Linda Andersen ging es jedoch darum, dass die Kinder die Alkoholsucht ihrer Mutter als Geldverschwendung empfanden und materielle Absichten (Versicherungsgelder durch den Tod der Mutter) mit der Tötung hatten.
    • Alnothur 23.07.2019 11:27
      Highlight Highlight Richtig, und trotzdem wirds geblitzt...

      "According to police reports, "Sandra" and "Beth", aged 18 and 17 respectively,[2] had become irritated of their mother "wasting...money on alcohol". They were also unhappy that their friends had "better things like swimming pools and clothes". Because of their discontent, the sisters began to search on the Internet for ways to kill their mother. Sandra and Beth believed that by killing their mother, they would be entitled to insurance money. This compensation, the sisters resolved, would be spent on a trip with their friends to Europe."
  • Walter Sahli 23.07.2019 07:21
    Highlight Highlight Ich drücke den drei Schwestern die Daumen und wünsche Ihnen, dass Ihr Martyrium endgültig vorbei ist.
    Und nein, ich trauere einem Kindsmisshandler, Vergewaltiger und Frauenschläger nicht nach.
  • häxxebäse 23.07.2019 07:10
    Highlight Highlight 😢
    • Daroli 23.07.2019 13:36
      Highlight Highlight Super Aktion der Schwestern, niemand hat ihnen geholfen, also mussten sie selber handeln.

Erstes schwimmendes Atomkraftwerk legt von russischem Hafen ab

Das erste schwimmende Atomkraftwerk, die «Akademik Lomonossow», hat von der nordrussischen Hafenstadt Murmansk abgelegt. Das Schiff mit zwei Atomreaktoren an Bord soll innerhalb der nächsten zwei Monate am Zielort, der Stadt Pewek im Fernen Osten Russlands, ankommen

Das teilte der russische Atomkonzern Rosatom am Freitag bei der feierlichen Zeremonie mit. Das schwimmende AKW soll vor allem schwer zugängliche Regionen mit Strom und Wärme versorgen. Zudem soll die mobile Anlage Energie für die …

Artikel lesen
Link zum Artikel