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Russland

Ukraine-Krieg: Klitschko rät Bürgern von Kiew zum Verlassen der Stadt

Schäden nach russischem Angriff: Klitschko rät Bürgern von Kiew zum Verlassen der Stadt

09.01.2026, 16:4609.01.2026, 19:09

Nach dem schweren russischen Luftangriff auf Kiew hat Bürgermeister Vitali Klitschko den Einwohnern zum zeitweiligen Verlassen der Dreimillionenstadt geraten. 6000 Wohnblocks, die Hälfte der Mehrfamilienhäuser der ukrainischen Hauptstadt, könnten derzeit nicht geheizt werden, schrieb Klitschko auf Telegram. «Die städtischen Dienste arbeiten im Notfallmodus.»

Mayor of Kyiv Vitali Klitschko inspects damages as smoke rises out from a destroyed apartment building after a Russian attack in Kyiv, Ukraine, Tuesday, Jan. 2, 2024. (AP Photo/Efrem Lukatsky)
Vitali Klitschko, der Bürgermeister von Kiew.Bild: keystone

Der Angriff der vergangenen Nacht sei für die Infrastruktur von Kiew der bislang folgenschwerste des Krieges gewesen. Die Lage werde durch den strengen Winter verschärft. Wer anderswo Energie und Wärme finden könne, sollte die Hauptstadt vorübergehend verlassen, schrieb Klitschko.

Dies war kein offizieller Aufruf zur Evakuierung, sondern als Ratschlag an die Kiewer gemeint, auf ihre ofengeheizten Datschen zu fahren oder sich bei Verwandten und Freunden in weniger betroffenen Orten einzuquartieren.

Wer in seiner Wohnung wieder Strom, Wasser und Heizung habe, solle seine Nachbarn einladen, sich aufzuwärmen, sagte der Bürgermeister. Ein Teil der Wohnblocks solle noch ab Freitagabend wieder geheizt werden. Klitschko sagte, die Lage in Kiew sei schwierig, aber unter Kontrolle.

Smoke rises from a residential building damaged by a Russian strike on Kyiv, Ukraine, on Friday, Jan. 9, 2026. (AP Photo/Evgeniy Maloletka)
Russia Ukraine War
Der russische Angriff hinterliess schwere Schäden in Kiew.Bild: keystone

500'000 Verbrauchsstellen ohne Strom

In der Hauptstadt und im Umland waren nach Angaben des Energieministeriums am Freitagmorgen etwa 500'000 Verbrauchsstellen ohne Strom. Nach Zählung der ukrainischen Luftwaffen hatte die russische Armee Kiew in der Nacht mit mehr als 200 Drohnen sowie Dutzenden Raketen und Marschflugkörpern attackiert. Dabei wurden mindestens vier Menschen getötet. Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, 20 Wohnblocks seien beschädigt worden.

Russland überzieht das Nachbarland Ukraine seit fast vier Jahren mit einem verheerenden Krieg. (dab/sda/dpa)

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B-Arche
09.01.2026 17:21registriert Februar 2016
Und Europa schaut zu aus Angst vor dem 3. Weltkrieg mit dem Vladimir droht und aus Angst AfD, Le Pen etc gewinnen ansonsten noch haushöher.

Es ist zum Davonlaufen.
Die Angst vor Russland ist nicht mehr rational zu erklären. Ein Land mit einem BIP kleiner als Italien. Mit einer Bevölkerung von weniger als 1/3 der EU und mit einer Armee die nicht einmal zahlenmässig in der Lage wäre das eigene viel zu grosse sehr schwach besiedelte Land zu verteidigen.

Aber Europa scheisst sich in die Hose und Trump träumt immer noch von Trump-Immobilien in Moskau.
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Legal
09.01.2026 17:17registriert September 2020
Wo ist die „humanitäre“ Schweiz? In Schwyz müssen sich die ukrainischen Flüchtlinge, welche im ehemaligen Personalhaus des Kantonsspitals untergebracht sind, in Containern! ausserhalb mit Wasser versorgen, weil die sanitären Anlagen in desolatem Zustand sind. Und das in einem mehrstöckigen Haus im Winter. Wenn wir nicht mal hier in der reichen Schweiz ukrainische Flüchtlinge menschlich behandeln wollen, wie können wir dann vor Ort, im Kriegsgeschehen helfen? Heute ist ein Doppel-Trauer-Tag für uns, die Schweiz.
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Helas
09.01.2026 17:18registriert Oktober 2016
Zu diesem verheerenden Irrsinn kommt nun wahrscheinlich noch hinzu, dass jetzt, in der kältesten Jahreszeit, die Wasserleitungen in den nicht mehr beheizbaren Häusern einfrieren und durch den Druck des Eises bersten werden, wenn man sie nicht entleert. Auch die Radiatoren und Heizungsleitungen könnten einfrieren, wenn darin nicht genügend Frostschutzmittel zirkuliert. Unter Kriegsbedingungen die Leitungen aus der Hälfte aller Häuser dieser Hauptstadt herauszuspitzen und neu zu erstellen, das wird unüberschaubar lange dauern. Wirklich perfide und desaströs, dieser Krieg!
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