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Westen nach 18 Toten in Einkaufszentrum bestürzt: «Der absolute Horror»

28.06.2022, 01:4928.06.2022, 06:34

Das ist passiert

Nach einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum in der zentralukrainischen Stadt Krementschuk sind nach offiziellen Angaben mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen. Darüber hinaus seien rund 60 Menschen teils schwer verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets Poltawa, Dmytro Lunin, am Montagabend mit. Mehr als 40 Menschen werden derzeit noch vermisst. Die Ukraine machte Russland für den Angriff verantwortlich.

Das brennende Einkaufszentrum in Krementschuk.
Das brennende Einkaufszentrum in Krementschuk.Bild: keystone

«Die Besatzer haben mit Raketen auf ein Einkaufszentrum geschossen, in dem mehr als tausend Zivilisten waren», schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj beim Nachrichtendienst Telegram. International wurde der Angriff aufs Schärfste verurteilt.

In einem Video, das unter anderem Selenskyj verbreitete, war das brennende Gebäude mit dicken dunklen Rauchwolken zu sehen. In unmittelbarer Nähe des Einkaufszentrums befinden sich mehrere Industrieanlagen, darunter eine Fabrik für Strassenbaumaschinen.

Nach Angaben des Zivilschutzes waren 115 Feuerwehrleute mit 20 Löschwagen im Einsatz. Zum Abend wurde der Brand örtlichen Behörden zufolge gelöscht. Auf einem von Gouverneur Lunin bei Telegram verbreiteten Video war ein weitgehend ausgebranntes Gebäude zu sehen.

Die Feuerwehr war auch bei Dunkelheit noch im Einsatz.
Die Feuerwehr war auch bei Dunkelheit noch im Einsatz.Bild: keystone

Die Rakete war am Nachmittag in das Gebäude eingeschlagen. Angaben der ukrainischen Luftstreitkräfte zufolge sollen bei dem Angriff Luft-Boden-Raketen des Typs X-22 eingesetzt worden sein. Diese seien von Tu-22-Langstreckenbombern aus dem russischen Gebiet Kursk abgefeuert worden, hiess es. Der Sekretär des Sicherheitsrats, Olexij Danilow, sagte, dass eine zweite Rakete in ein örtliches Sportstadion eingeschlagen sei.

Ein Arbeiter der Feuerwehr im Einsatz.
Ein Arbeiter der Feuerwehr im Einsatz.Bild: keystone

Schweiz verurteilt den Angriff

Die offizielle Schweiz hat den russischen Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum in der ukrainischen Stadt Krementschuk verurteilt. Es handle sich um eine schwerwiegende Verletzung des humanitären Völkerrechts, schrieb das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Montagabend auf Twitter.

Ein weiteres Mal werde die ukrainische Zivilbevölkerung zum direkten Angriffsziel, hiess es in der Stellungnahme weiter. Man sei zutiefst bestürzt über die Bombardierung. Die Schweiz rufe Russland einmal mehr auf, seine militärische Aggression gegen die Ukraine unverzüglich zu beenden.

USA: «Welt ist entsetzt»

Auch die USA reagierte auf den Vorfall in Kremenchuk. «Die Welt ist entsetzt über Russlands heutigen Raketenangriff, der ein belebtes Einkaufszentrum traf», schrieb US-Aussenminister Antony Blinken bei Twitter.

Die USA würden die Ukraine weiter unterstützen und die Verantwortlichen für Gräueltaten zur Verantwortung ziehen.

Später äusserte sich dann auch Präsident Joe Biden zum Angriff. Er kritisierte Russland ebenfalls scharf. «Der Angriff Russlands auf Zivilisten in einem Einkaufszentrum ist grausam», schrieb Biden in der Nacht zum Dienstag auf Twitter. «Wir sind solidarisch mit dem ukrainischen Volk.» Biden hält sich derzeit beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau in Bayern auf.

Der US-Präsident schrieb weiter: «Wie beim G7-Gipfel gezeigt, werden die USA gemeinsam mit unseren Verbündeten und Partnern Russland weiterhin für solche Gräueltaten zur Rechenschaft ziehen und die Verteidigung der Ukraine unterstützen.» Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hatte die Biden-Regierung am Montag weitere Strafmassnahmen der USA und der anderen G7-Staaten gegen Moskau angekündigt.

Johnson: Grausamkeit und Barbarei

Auch der britische Premierminister Boris Johnson verurteilte den Beschuss des Einkaufszentrums. «Dieser entsetzliche Angriff zeigt erneut, zu welchem Ausmass an Grausamkeit und Barbarei der russische Staatschef fähig ist», sagte Johnson am Rande des G7-Gipfels in Bayern.

Macron spricht von «Horror»

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den Raketenangriff als «absoluten Horror» bezeichnet. Man teile den Schmerz der Familien der Opfer und die Wut über eine solche Schmach, schrieb der Staatschef am Montagabend in einem Tweet. Das russische Volk müsse die Wahrheit sehen.

Das französische Aussenministerium kritisierte die Attacke als weitere entsetzliche Verletzung des humanitären Völkerrechts. Russland werde sich für diese Taten verantworten müssen.

G7-Länder drohen mit Konsequenzen

Auch am G7-Gipfel war der Angriff ein Thema. Die teilnehmenden Nationen am Gipfeltreffen reagierten mit einer gemeinsamen Erklärung und drohten Russland mit Konsequenzen. «Willkürliche Angriffe auf unschuldige Zivilistinnen und Zivilisten sind Kriegsverbrechen. Der russische Präsident Putin und die Verantwortlichen werden dafür Rechenschaft ablegen müssen», so die Botschaft.

Ukraine veranlasst UN-Treffen

Am Dienstag will sich der UN-Sicherheitsrat zu dem Thema beraten, wie Diplomaten in New York am Montag mitteilten. Das Treffen um 21.00 Uhr MESZ war auf Bitten der Ukraine anberaumt worden.

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So leidet die russische Bevölkerung unter dem Ukraine-Krieg

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So leidet die russische Bevölkerung unter dem Ukraine-Krieg
quelle: keystone / anatoly maltsev
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Video zeigt, wie Russland ganze Städte dem Erdboden gleich macht

Video: watson

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88 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Haarspalter
28.06.2022 04:02registriert Oktober 2020
„Der russische Präsident Putin und die Verantwortlichen werden dafür Rechenschaft ablegen müssen“

Von wegen Putin und seine Schergen - nicht sie werden die Zeche bezahlen.

Dieser Krieg kostet primär das Russische Volk Zehntausende Soldatenleben, Zehntausende von Invaliden, Abermilliarden an Militärausgaben, sowie einen enormen, generationenübergreifenden politischen und wirtschaftlichen Schaden.

Das Land demontiert sich in einer Abwärtsspirale Tag für Tag - mit Verve und Enthusiasmus - selber.

Warum?!

Ist den Russen die Zukunft ihres Landes schlussendlich völlig egal?
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Theor
28.06.2022 07:22registriert Dezember 2015
"Es handle sich um eine schwerwiegende Verletzung des humanitären Völkerrechts, schrieb das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Montagabend auf Twitter."

Danke für die Feststellung, liebe Schweizer Beamte! Und nun weiter fleissig mit Russland verkehren und sich anbiedern wie gehabt.
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Influenzer
28.06.2022 06:11registriert Januar 2018
Die Attacke ruft Erinnerungen an den Beschuss des Marktes in Sarajevo wach.
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