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Hier attackieren Drohnenboote russische Kriegsschiffe

Hier attackieren Drohnenboote russische Kriegsschiffe

31.10.2022, 16:3231.10.2022, 17:28
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Das Letzte, was die Kamera filmt, ist eine Nahaufnahme der Steuerbordseite der Admiral Makarow. Dann bricht das Video ab.

In einer anderen Szene beschiesst ein Helikopter ein fahrendes Boot, mutmasslich eine unbemannte Seedrohne. Danach passiert ein Gefährt derselben Bauart ein Fischerboot haarscharf.

Ein Besatzungsmitglied des kleinen Kahns scheint sich dabei mit einem Sprung ins Meer retten zu wollen. Es sind dramatische Szenen.

Ein Besatzungsmitglied des Fischerbootes wirft sich ins Meer. Kurz danach passiert die Drohne das Schiff haarscharf.
Ein Besatzungsmitglied des Fischerbootes wirft sich ins Meer. Kurz danach passiert die Drohne das Schiff haarscharf.bild: screenshot

Die Videos sind Teile einer Serie, die auf Social-Media-Plattformen aktuell die Runde machen und mutmasslich den Angriff auf die russische Schwarzmeerflotte in Sewastopol zeigen. Dabei handelt es sich um sogenannte FPV-Videos. FPV steht für «First Person View»: Betrachter nehmen die Perspektive des ferngesteuerten Objekts ein. Selbstredend brechen bei solchen Videos die Signale ab, sollten Träger und Kamera zerstört werden.

Veröffentlicht wurden die Aufnahmen unter anderem vom ukrainischen Journalisten Andriy Tsaplienko. Ihre Echtheit ist nicht gesichert. Es gibt aber gewisse Indizien, die dafür sprechen. Das für Geolokalisierung spezialisierte Freiwilligen-Kollektiv «Geo Confirmed» fand in unterschiedlichen Quellen diverse Überschneidungen. Der besagte Helikopter beispielsweise taucht auch in Videos auf, die vom Festland aus gedreht wurden. Dabei ist zu sehen, wie er ein Objekt im Wasser beschiesst – und auch zerstört. Der Zugriff zu diesen Festlandkameras wurde später von russischen Behörden gesperrt.

Zudem gelang es dem Kollektiv, die Fregatte Makarow eindeutig zu identifizieren sowie Detonationen in und um den Hafen von Sewastopol zu lokalisieren. Offen bleibt die Grösse des angerichteten Schadens.

Bereits im September diskutierten russische Militärblogger ein angeschwemmtes USV (uncrewed surface vessel – unbemanntes Oberflächen-Schiff) in der Nähe von Sewastopol. Die Bestandteile des Gefährts sind auch für Zivilisten leicht erhältlich. Der Antrieb stammt beispielsweise vom kanadischen Jet-Ski-Hersteller Sea-Doo. Mindestens der Bug des Bootes scheint vergleichbar mit denjenigen in den neusten Videos.

Angeschwemmte Drohne in der Nähe von Sewastopol vom September.
Angeschwemmte Drohne in der Nähe von Sewastopol vom September.

Bei den Angriffen auf die russische Schwarzmeerflotte am Samstag wurden je nach Quelle ein bis drei Kriegsschiffe beschädigt. Laut russischen Angaben waren dabei neun Luft- und sieben Seedrohnen im Einsatz. Die Attacke sei erfolgreich abgewehrt worden, sämtliche Drohnen seien abgeschossen worden. Einzig das Minensuchboot Iwan Golubez sei leicht beschädigt worden, berichtet der von Russland im besetzten Gebiet installierte Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswosschajew, auf seinem Telegram-Kanal.

Offizielle Stellen der Ukraine haben sich bisher noch nicht zum Angriff geäussert.

Video zeigt Präzisionsschuss der ukrainischen Luftwaffe

Video: watson/Fabian Welsch
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24 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Lafayet, der gelöschte
31.10.2022 16:53registriert Juli 2022
Man sollte die Getreidefrachter einfach begleiten, mit u-Booten als Schutzschilden und Fregatten.
Etwas anderes hat zwangsläufig zwischfälle zur Folge, der Feind hat sich entblösst, er wird alles daran setzen die Welt zu destabilisieren.
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Liebu
31.10.2022 20:11registriert Oktober 2020
Sehr speziell.
Die Russen greifen seit Wochen zivile Infrastruktur an und zerstören sie, wenn aber eigene militärische Ziele angegriffen werden, weinen sie.
Ich sehe militärische als legitimere Ziele an als zivile Infrastruktur.
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Sälüzäme
31.10.2022 18:21registriert März 2020
Und nächste Woche ist die Makarow wegen des hohen Seeganges bei Dunkelheit gesunken, kenn wir doch von irgendwo her.
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