International
Südkorea

Nach dem Korruptionsskandal – Südkorea wählt heute einen neuen Präsidenten

Women walk by posters showing candidates for the presidential election in Seoul, South Korea, Tuesday, May 9, 2017. South Koreans voted Tuesday for a new president, with victory widely predicted for a ...
Wahlplakate in Seoul.Bild: Lee Jin-man/AP/KEYSTONE

Nach dem Korruptionsskandal – Südkorea wählt heute einen neuen Präsidenten

09.05.2017, 05:1809.05.2017, 06:16

Zwei Monate nach der Amtsenthebung von Präsidentin Park Geun Hye in Südkorea ist am Dienstag die Wahl über den Nachfolger der konservativen Politikerin angelaufen. Die vorgezogene Wahl steht unter dem Eindruck eines Korruptionsskandals wie auch der Nordkorea-Krise.

Der linksliberale Oppositionspolitiker Moon Jae Invon von der Demokratischen Partei gilt laut Umfragen als aussichtsreichster Kandidat. Der 64-jährige frühere Menschenrechtsanwalt hatte die Präsidentschaftswahl Ende 2012 gegen seine langjährige Rivalin Park verloren.

Grösste Konkurrenten von Moon sind der frühere Software-Unternehmer und Zentrumspolitiker Ahn Cheol Soo von der kleineren Volkspartei sowie Hong Jung Pyo von der konservativen Freiheitspartei Koreas – der umbenannten Park-Partei Saenuri. Der neue Präsident soll bereits am Mittwoch ohne die übliche zweimonatige Übergangszeit die Amtsgeschäfte aufnehmen. Etwa 42,5 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.

Geringe Wahlbeteiligung

Drei Stunden nach der Öffnung der Wahllokale um 6.00 Uhr (Ortszeit) lag die Beteiligung nach Angaben der staatlichen Wahlkommission bei 9,4 Prozent – und damit etwas niedriger als bei der Wahl vor knapp viereinhalb Jahren. Allerdings hatten bereits mehr als 25 Prozent der Wahlberechtigten per vorzeitiger Stimmabgabe in der vergangenen Woche ihre Entscheidung getroffen.

Notwendig geworden war die vorgezogene Wahl nach der Amtsenthebung Parks durch das Verfassungsgericht am 10. März. Der Korruptionsskandal hatte die Menschen monatelang aufgewühlt und dem liberalen Lager eine höhere Zustimmung eingebracht. Park muss sich in den nächsten Monaten wegen Bestechlichkeit, Machtmissbrauchs und anderer Vorwürfe vor Gericht verantworten. Im Zentrum des Skandals steht ihre Freundin Choi Soon Sil. Diese soll ihre Beziehungen zu Park benutzt haben, um Sponsorengelder von Unternehmen für ihre Organisationen einzutreiben.

Nordkorea als Wahlkampfthema

Neben dem wirtschaftspolitischen Kurs in den nächsten fünf Jahren geht es bei der Wahl auch um den Umgang mit der kommunistischen Führung in Pjöngjang, das schwierige Verhältnis zu Japan und die Zusammenarbeit mit dem Bündnispartner USA. US-Präsident Donald Trump hatte mehrfach mit Alleingängen im Atomstreit mit Nordkorea gedroht und auch einen Militärschlag nicht ausgeschlossen.

Moon und Ahn wollen im Fall eines Wahlsiegs wieder stärker auf Nordkorea zugehen. Hong, der zuletzt in den Umfragen zulegte, hatte sich unter anderem für eine Wiedereinführung taktischer Atomwaffen der USA in Südkorea ausgesprochen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
Deshalb verursacht die Corona-Impfung von Astrazeneca Thrombosen
2021 erlitten mehrere Frauen nach der Impfung mit Astrazeneca in Europa Hirnthrombosen. Forschende haben die Stelle gefunden, wo das Immunsystem in seltenen Fällen fehlgeleitet wurde.
Der Impfstoff gegen Covid von Astrazeneca war 2021 nicht lange im Einsatz: Mitte März hatten mehrere EU-Staaten die Impfung gestoppt. Dies, nach dem aber schon fünf Millionen Personen geimpft worden waren. Bei 30 Personen all dieser Geimpften war ein Blutgerinnsel in der Vene aufgetreten, die ins Gehirn führt – der Sinusvene. In Deutschland beispielsweise wurden sechs Fälle bekannt – drei Frauen verstarben. In der Schweiz war der Stoff nie zugelassen.
Zur Story