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Das Königreich Saudi-Arabien will die Nachkommen des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi unterstützen. (Archivbild)

Der Sohn des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi schüttelt dem Kronprinzen bin Salman die Hand. Bild: AP Saudi Press Agency

Riad zahlt Khashoggi-Kindern Entschädigungen im Wert von bis zu 70 Millionen US-Dollar



Millionen für Jamal Khashoggis Nachkommen: Saudi-Arabien hat einem Medienbericht zufolge die Kinder des ermordeten Journalisten mit Luxusvillen und monatlichen Zahlungen entschädigt.

Die «Washington Post» berichtete am Montag, jedes der vier Kinder Khashoggis habe ein Haus in der saudiarabischen Küstenstadt Dschidda im Wert von bis zu vier Millionen Dollar bekommen. Die zwei Söhne und zwei Töchter würden zudem monatlich mindestens 10'000 Dollar erhalten.

Wie CNN am Abend berichtete, könnten sich die Entschädigungen für Khashoggis Kinder auf bis zu 70 Millionen US-Dollar belaufen.

Die saudiarabische Führung wolle eine langfristige Übereinkunft mit der Familie des ermordeten Regierungskritikers finden, berichtete die «Washington Post», für die Khashoggi einst geschrieben hatte. Damit solle sichergestellt werden, dass sich die Familie weiterhin mit öffentlichen Äusserungen zu dem Fall zurückhalte.

FILE - In this Dec. 15, 2014, file photo, Saudi journalist Jamal Khashoggi speaks during a press conference in Manama, Bahrain.  More than a dozen global news organizations including The Associated Press have formed a coalition to spotlight the world’s most threatened journalists. Member editors and publishers of the One Free Press Coalition will publish across platforms each month a “10 Most Urgent” list of journalists whose press freedoms are being abused. (AP Photo/Hasan Jamali, File)

Jamal Khashoggi: Der Journalist wurde in der Türkei von einem saudischen Killerkommando ermordet. Bild: AP/AP

Dem Bericht zufolge will Khashoggis ältester Sohn Salah weiter in Saudi-Arabien leben. Die anderen Kinder leben in den USA und dürften die Luxushäuser verkaufen, schreibt die «Washington Post».

Die Entschädigungen seien Ende 2018 von König Salman abgesegnet worden, berichtete die Zeitung weiter. Ein ehemaliger Funktionär bezeichnete die Kompensationen demnach als Anerkennung einer «grossen Ungerechtigkeit», die verübt worden sei, und als Versuch, «einen Fehler wiedergutzumachen». Es handle sich um eine «unserer Traditionen und unserer Kultur entsprechende» Praxis.

Khashoggi war am 2. Oktober im Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul ermordet worden. Erst nach wochenlangen Dementis gab Riad unter internationalem Druck zu, dass der Regierungskritiker von saudiarabischen Agenten getötet wurde. Die Führung des Königreichs spricht aber von einem aus dem Ruder gelaufenen Einsatz zur Festnahme des Journalisten, der in den USA im Exil lebte.

Viele Fragen noch nicht geklärt

Viele Fragen in dem Fall sind weiter ungeklärt, etwa die Rolle von Saudi-Arabiens mächtigem Kronprinzen Mohammed bin Salman. Der US-Senat machte den Thronfolger auf Grundlage von Geheimdiensterkenntnissen für Khashoggis Tod verantwortlich. US-Präsident Donald Trump weigert sich dagegen, öffentlich Stellung gegen den wichtigen Verbündeten zu beziehen.

Die Verhandlungen über die Entschädigungen wurden laut «Washington Post» von Chalid bin Salman geführt, Bruder des Kronprinzen und Botschafter Saudi-Arabiens in den USA. (sda/afp)

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