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Omikron greift in Europa rasant um sich: So reagieren die einzelnen Länder

Bild: shutterstock.com
20.12.2021, 10:59

Die hoch ansteckende Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich in Europa atemberaubend schnell aus und droht mancherorts die Gesundheitsversorgung zu überlasten. Um die Infektionswelle zu bremsen, verhängten Dänemark und die Niederlande kurz vor Weihnachten nun eilends einen strengen Lockdown.

Die Lage im Einzelnen:

Niederlande

Nur einer Taube ist unterwegs: Eine Einkaufspassage am Sonntag in Rotterdam.
Nur einer Taube ist unterwegs: Eine Einkaufspassage am Sonntag in Rotterdam. Bild: keystone

Die Regierung in Den Haag hat wenige Tage vor Weihnachten einen neuen strengen Lockdown verhängt. Seit Sonntag müssen fast alle Geschäfte, Gaststätten, Kultur- und Sporteinrichtungen, Schulen und Friseure schliessen. Ausgenommen sind nur Läden wie Supermärkte und Apotheken, die für die Versorgung wichtig sind. Die extrem schnelle Verbreitung der Omikron-Variante erzwinge die harten Massnahmen, sagte Ministerpräsident Mark Rutte.

Jeder Haushalt darf nun in der Regel nur noch zwei Gäste empfangen. Nur über Weihnachten und zum Jahreswechsel sind bis zu vier Besucher erlaubt. Der Lockdown soll zunächst bis zum 14. Januar gelten. Eine Ausgangssperre soll es vorerst nicht geben.

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Die Omikron-Variante breitet sich nach Angaben von Experten viel schneller aus als erwartet. In Amsterdam verdoppelt sich die Zahl der Infektionen alle zwei bis drei Tage. Bereits vor Weihnachten werde diese Variante in der Hauptstadt dominant sein, hiess es. Zurzeit sinkt die Zahl der Neuinfektionen zwar. Doch die Krankenhäuser stehen unter hohem Druck, so dass sie nach Befürchtung der Experten einen weiteren Zustrom von Patienten nicht auffangen könnten.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in den Niederlanden lag am Samstag bei 617. Zum Vergleich: In der Schweiz wurden zuletzt knapp 732 Infektionen pro 100'000 Einwohner in sieben Tagen registriert.

Deutschland

Die rasante Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus sorgt für grosse Beunruhigung auch in Deutschland – und erhöht den Druck auf die Politik. Der neue Corona-Expertenrat der Bundesregierung warnte vor einer dramatischen Lage und sieht «Handlungsbedarf» bereits für die kommenden Tage:

«Sollte sich die Ausbreitung der Omikron-Variante in Deutschland so fortsetzen, wäre ein relevanter Teil der Bevölkerung zeitgleich erkrankt und/oder in Quarantäne. Dadurch wäre das Gesundheitssystem und die gesamte kritische Infrastruktur unseres Landes extrem belastet.»

Boosterimpfungen alleine bewirkten keine ausreichende Eindämmung der Omikron-Welle, es seien «zusätzlich» Kontaktbeschränkungen notwendig. Die Omikron-Variante bringe eine «neue Dimension» in das Pandemiegeschehen. Omikron zeichne sich durch eine stark gesteigerte Übertragbarkeit und ein Unterlaufen eines bestehenden Immunschutzes aus, so der Expertenrat

Bund und Länder beraten am Dienstag über das weitere Vorgehen. Dabei solle es um vorbereitende Massnahmen zum Schutz der kritischen Infrastruktur sowie weitere kontaktreduzierende Massnahmen zum Schutz des Gesundheitssystems vor einer drohenden Überlastung in Folge der Omikron-Welle gehen, hiess es.

Dänemark

Dänemarks Premierministerin Mette Frederiksen verkündete am Freitag einen Shutdown.
Dänemarks Premierministerin Mette Frederiksen verkündete am Freitag einen Shutdown.Bild: keystone

Auch Dänemark fährt grosse Teile des öffentlichen Lebens wieder herunter: Theater, Kinos, Zoos, Vergnügungsparks und Sportstätten müssen nun wieder geschlossen bleiben. Restaurants dürfen nur noch bis 23 Uhr öffnen. Im Land mit knapp sechs Millionen Einwohnern steigen die Corona-Zahlen seit einigen Wochen wieder stark an. Am Freitag erreichte die Zahl der täglichen Neuinfektionen einen Rekordwert von rund 12'000. In mehr als einem Fünftel der Fälle handele es sich um die Omikron-Variante. Die strengeren Regeln gelten zunächst bis Mitte Januar.

Grossbritannien

Die Omikron-Mutante ist in England schon dominierend: Sie mache nun 60 Prozent aller Fälle aus, sagte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid im Sky News-Interview. Allein am Sonntag waren im Vereinigten Königreich 12'133 neue Omikron-Fälle gemeldet worden – am Freitag waren es noch gut 3200. Insgesamt sind in Grossbritannien damit bereits mehr als 37'000 bestätigte Omikron-Fälle bekannt.

Gleichzeitig spitzt sich in Grossbritannien, wo bislang noch weitreichende Freiheiten gelten, die Debatte um schärfere Corona-Massnahmen zu. London hat schon den Katastrophenfall ausgerufen. Medienberichten zufolge laufen Diskussionen über eine Art Wellenbrecher-Lockdown nach den Weihnachtstagen.

Wissenschaftliche Berater fordern eine möglichst schnelle Verschärfung der Beschränkungen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Man sei «fast sicher, dass es aktuell Hunderttausende neue Omikron-Infektionen pro Tag» in England gebe – also eine hohe Dunkelziffer. Einige Modellierer warnten dem «Guardian» zufolge, ohne schärfere Massnahmen drohten bis zum Jahreswechsel bis zu zwei Millionen Neuinfektionen täglich.

Frankreich

Die Regierung in Paris greift im Kampf gegen die fünfte Welle auf strengere Impfregeln zurück. Im Januar kann eine Auffrischungsimpfung nach bereits vier statt fünf Monaten erfolgen. Gesundheitsminister Olivier Véran kündigte an, dass eine dritte Injektion für Pflegekräfte und Feuerwehrleute Pflicht wird. Vor wenigen Tagen begannen die Schutzimpfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahre. Das zu Silvester geplante Feuerwerk und Konzert auf den Champs-Élysées fällt wegen der vielen Neuinfektionen aus.

Schweiz

Auch in der Schweiz bahnt sich die erwartete Ansteckungswelle mit der Omikron-Virusvariante bereits an. Zahlen aus dem Kanton Genf zeigten, dass Omikron dort aktuell bereits elf Prozent aller sequenzierten Proben ausmache, erklärte die Genfer Epidemiologin Olivia Keiser in einem Interview.

Die Omikron-Variante würde sich mit einer Verdopplungszeit von zwei bis drei Tagen rasend schnell ausbreiten, sagte die Wissenschaftlerin des Institute of Global Health der Universität Genf im Interview mit dem «Tages-Anzeiger» (Samstagausgabe).

Aktuelle Zahlen zur schweizweiten Verbreitung der Omikron-Variante lagen zunächst nicht vor. Die letzten Zahlen vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) datierten vom 5. Dezember. Omikron machte damals 2,1 Prozent der Neuinfektionen aus. Das BAG erklärte jedoch, dass die Daten der verschiedenen Virusvarianten nicht repräsentativ seien.

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