Hohe Konzentration hochgiftiger Pestizide in Luzerner Fluss gefunden – die Sonntagsnews
Wallis ermittelte bereits wegen Covid-Kredit gegen Bar-Betreiber Moretti
Die Betreiber der Bar Le Constellation in Crans-Montana sind laut «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» vor dem tödlichen Brand Ziel zweier Untersuchungen im Wallis gewesen. Eine erste Untersuchung habe den Verdacht auf missbräuchliche Verwendung eines Covid-Kredits über 75’500 Franken für den Kauf eines Maserati betroffen. Das Verfahren sei jedoch mit einer Nichtanhandnahmeverfügung abgeschlossen worden, nachdem das Betreiberpaar nachgewiesen habe, dass das Fahrzeug nicht privat genutzt worden sei, sondern in der Buchhaltung des Betriebs figurierte. Eine zweite Untersuchung habe die kantonale Arbeitsinspektion geführt. Diese sei nach Anzeigen französischer Angestellter wegen nicht eingehaltener Arbeitszeiten, nicht bezahlter Nachtarbeit und missachteter Ruhezeiten aktiv geworden. Anfang 2022 seien mehrere Inspektoren vor Ort eingesetzt worden. Welche Konsequenzen die Walliser Behörden aus den Vorwürfen gezogen hätten, sei laut den Zeitungen unklar.
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Wegen Trump: Schweizer Parlamentarier gründen Grönland-Gruppe
Schweizer Parlamentarier haben laut «NZZ am Sonntag» eine Freundschaftsgruppe für Grönland gegründet. Das Co-Präsidium teilten sich demnach Elisabeth Schneider-Schneiter von der Mitte-Partei, der Freisinnige Laurent Wehrli und der SP-Nationalrat Fabian Molina. Hintergrund sei das Interesse von US-Präsident Donald Trump, die zu Dänemark gehörende Insel übernehmen zu wollen. Dass die Gründung der Freundschaftsgruppe die Regierung Trump nicht beeindrucken werde, dessen sei man sich bewusst, habe Fabian Molina der Zeitung gesagt. «Aber wir müssen das ohrenbetäubende Schweigen unseres Bundesrates durchbrechen.» Vorgesehen sei ihm zufolge auch eine Reise nach Grönland, um sich ein Bild vor Ort zu verschaffen. Die SVP habe mit Skepsis auf die Gruppe reagiert. «Es ergibt Sinn, dass der Bundesrat in der Aussenpolitik den Kurs sauber und klar durchzieht, sonst gibt es ein Durcheinander», sagte der SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel zur «NZZ am Sonntag».
Hohe Konzentration: Hochgiftige Pestizide in Luzerner Fluss gefunden
Der Kanton Luzern hat im Fluss Wyna laut «NZZ am Sonntag» sehr hohe Pestizidrückstände gefunden. Der Wirkstoff Deltamethrin sei hochgiftig für Fische und Insekten, hiess es in einem Schreiben an die Landwirte, das der Zeitung vorliege. Zwischen September und Oktober 2025 seien beim Insektizid «sehr hohe Konzentrationen» festgestellt worden. Laut «NZZ am Sonntag» hätten diese den ökotoxikologischen Schwellenwert bis zu 4200-fach überschritten. «Das ist besorgniserregend und wird ernst genommen», schrieb das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) auf Anfrage der Zeitung. Dessen Vorsteher, Albert Rösti, habe sich jedoch bei der laufenden Revision der Gewässerschutzverordnung gegen strengere Grenzwerte für das umstrittene Pestizid ausgesprochen. Der Stoff sei für die Bauern derzeit «unverzichtbar», und es gebe keine wirksamen Alternativen, habe Rösti bei einer Pressekonferenz im November gesagt.
Nestlé verfügt Stopp: Keine Thomy-Mayo mehr in der Migros
Der Lebensmittelhersteller Nestlé beliefert die Migros laut «NZZ am Sonntag» nicht mehr mit Thomy-Mayonnaise. Die Detailhändlerin habe der Zeitung bestätigt, dass der Lieferstopp vom Hersteller ausgehe und die Produkte nicht aktiv aus dem Sortiment genommen worden seien. Nestlé habe demnach vor einigen Monaten eine Preiserhöhung für Thomy-Mayonnaise gefordert, welche die Migros aus «sachlichen Gründen» nicht akzeptiert habe. Trotz der offenen Preisdiskussion sei die Thomy-Mayonnaise zunächst weiter geliefert worden. Nach einigen Monaten habe Nestlé jedoch entschieden, die Belieferung vollständig einzustellen, solange die geforderte Preiserhöhung nicht akzeptiert werde. Nestlé selbst habe dazu keine Stellung nehmen wollen. Während bei Nestlé vorerst nur die Thomy-Mayonnaise betroffen sei, habe Feldschlösschen kurzzeitig gar keine Produkte mehr an die Migros-Gruppe geliefert.
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Crans-Montana: Ex-Gemeinderat im Brandschutzbereich tätig
Der frühere Crans-Montanaer Gemeinderat Thibaud Beytrison ist laut «SonntagsBlick» beruflich im Brandschutzbereich tätig gewesen. Beytrison habe von 2017 bis 2020 als Gemeinderat das Amt für öffentliche Sicherheit bekleidet. Recherchen der Zeitung zeigten, dass er seit 2015 den Verwaltungsrat eines Unternehmens im Rhonetal präsidiere, das sich auf die Entwicklung und Überwachung von Brandschutzkonzepten für private und öffentliche Einrichtungen spezialisiert habe. Zudem habe Beytrison von 2007 bis 2014 die lokale Milizfeuerwehr kommandiert. Seit 2007 sitze er ausserdem in der Geschäftsleitung einer Firma, die unter anderem Akustikschaumstoff-Matten für Decken vertreibe. Aufnahmen in sozialen Medien belegten, dass die Decke im Partykeller der Bar «Le Constellation» bereits 2015 mit derartigen Akustikschaumstoff-Matten ausgekleidet gewesen sei. Der «SonntagsBlick» habe sich mit Fragen an Beytrison gewandt, aber darauf keine direkte Antwort erhalten.
Walliser Gemeinden antworten nicht auf Brandschutz-Umfrage
120 Walliser Gemeinden haben eine Umfrage der «NZZ am Sonntag» zu den Brandschutzkontrollen grösstenteils nicht beantwortet. Manche hätten angegeben, man sei im Auftrag des Kantons daran, den Brandschutz zu überprüfen und habe keine Zeit für die Anfrage. Lediglich einige wenige kleine Gemeinden hätten mit konkreten Zahlen geantwortet. Auch bedeutende Ski-Orte hätten keine Auskünfte erteilt. Gastrovalais, der Verband der Walliser Hotels, Restaurants und Bars, habe laut Bericht seine Mitglieder angewiesen, sich nicht in Zusammenhang mit Crans-Montana zu äussern. Recherchen würden zudem zeigen, dass die Walliser Staatsanwaltschaft den Anwälten der Opfer untersagt hätte, über die Aussagen der Betreiber der Bar Le Constellation zu sprechen. Diese Anordnung solle für vier Wochen gelten und die laufenden Untersuchung schützen, hiess es.
Wunderkerzen an Alkoholflaschen sind Preistreiber in Clubs und Bars
Sprühkerzen auf Champagnerflaschen sind laut der «SonntagsZeitung» für viele Bar- und Clubbetreiber ein gutes Geschäft. Sie würden der Inszenierung dienen und den Verkauf ganzer Flaschen fördern, die eine zentrale Einnahmequelle darstellten. So koste eine Flasche Moët & Chandon im Club rund 170 Franken, obwohl sie im Detailhandel für unter 50 Franken erhältlich sei, während für Dom Pérignon bis zu 460 Franken verlangt würden. Bei den als «Eisfontänen» bekannten Sprühkerzen, die grundsätzlich auch für Innenräume zugelassen seien, werde im Partybetrieb der empfohlene Mindestabstand oft nicht eingehalten. Einzelne Betriebe hätten nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana öffentlich auf den Einsatz von Sprühkerzen verzichtet. Mehrere Clubs, auf deren Social-Media-Kanälen Partyvideos mit Sprühkerzen zu sehen gewesen seien, hätten auf Anfragen der Zeitung nicht reagiert, einzelne hätten entsprechende Aufnahmen von ihren Profilen gelöscht.
Calmy-Rey fordert Konsequenzen im Wallis nach Crans-Montana
Der aus Crans-Montana stammenden Alt Bundesrätin Micheline Calmy-Rey geht die Brandkatastrophe persönlich sehr nah. Vieles sei schiefgelaufen, erklärte sie in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Behörden und Eigentümer der Bar trügen die Verantwortung für das, was passiert sei. «Es ist einfach schrecklich. Die Menschen weinen, man spürt diese Last überall» sagte Calmy-Rey. Für sie gebe es ganz klar ein Davor und ein Danach der Katastrophe. Nichts sei mehr wie früher. Es tue ihr unendlich leid für die Familien, deren Kinder ihr ganzes Leben noch vor sich gehabt hätten. Dieser Schmerz sei kaum auszuhalten. In Crans-Montana kenne fast jeder jemanden, der betroffen sei, sagte die ehemalige Bundesrätin. Man höre jeden Tag von neuen Schicksalen. Crans-Montana könne jetzt kein Ort mehr sein, an dem man einfach unbeschwert lache. Es fühle sich an, wie ein Friedhof. Der Ort sei nicht mehr derselbe.
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(sda/con)
