Wef lädt Irans Aussenminister nach Kritik aus
Mindestens 3000 Menschen wurden bei Protesten gegen die iranische Führung in den vergangenen Tagen brutal getötet. Menschenrechtsorganisationen gehen von weit höheren Opferzahlen aus, die Schätzungen reichen hoch bis zu 20'000.
Die Verantwortlichen des Wef in Davos, das heute Montag beginnt, wollten ursprünglich ein Podiumsgespräch mit Irans Aussenminister Abbas Araghtschi abhalten. Doch am Montagmorgen kam die Absage. Das Wef schreibt auf X:
Die US-Gruppe United Against Nuclear Iran (UANI) hatte die Wef-Verantwortlichen zuvor aufgefordert, keine Vertreter der iranischen Regierung zuzulassen, wie Fox News berichtet. Beim konservativen US-Newssender durfte Araghtschi kürzlich ebenfalls auftreten und die Gewaltexzesse seiner Regierung herunterspielen, was für Kritik sorgte.
Mark Wallace, Ex-US-Botschafter bei den Vereinten Nationen unter Präsident George W. Bush und heute CEO von UANI, kritisierte das Wef in einem Brief an CEO Borge Brende scharf, wie Fox berichtet.
Aussenminister Araghtschi sei Mitglied des iranischen Sicherheitsrates, welcher den Befehl erteilt habe, Zivilisten zu töten. Wallace:
Im Iran kam es rund um den Jahreswechsel zu grossen Protesten wegen des Zusammenbruchs der Währung, die die wirtschaftliche Not vieler Menschen im Land noch erhöhte. Dazu herrscht in weiten Teilen der Bevölkerung Unzufriedenheit aufgrund des äusserst repressiven Regimes.
Die iranische Regierung reagierte äusserst brutal auf die Proteste, sperrte zunächst das Internet und begann danach, auf die Menschen schiessen zu lassen. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran mehrfach mit einer Intervention, sollten die Tötungen fortgesetzt werden. Er sah dann aber doch davon ab, soll sich aber nach wie vor für die Absetzung der iranischen Regierung aussprechen. Befürchtungen, dass es zu einer militärischen Eskalation kommen könnte, bestehen weiterhin.
