International
Schweiz

Deutschland: Schweizer Lockerung bei Waffenexporten ändert nur wenig

Schweizer Lockerung bei Waffenexporten ändert für Deutschland wenig

27.01.2026, 07:2627.01.2026, 07:26

Die vom Parlament in der Wintersession beschlossene Lockerung der Waffenexporte ändert für Deutschland laut dem deutschen Botschafter in Bern, Markus Potzel, wenig. Wegen des vorgesehenen Vetorechts des Bundesrates fehlt weiter eine Planungssicherheit, wie er sagte.

dpatopbilder - 21.03.2024, Berlin: Markus Potzel, Sonderbeauftragter der Bundesregierung f�r Afghanistan und Pakistan bis Juli 2021, nimmt als Zeuge an der �ffentlichen Sitzung des 1. Untersuchungsaus ...
Markus Potzel ist deutscher Botschafter in der Schweiz.Bild: DPA

Wie der Bundesrat das Vetorecht ausüben würde, sei heute unklar, sagte Potzel in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Dienstag und fügte an: «Berlin hat daher weiterhin keine Garantie, dass es wirklich frei über die gekauften Waffen aus der Schweiz verfügen kann.»

Gerade in gefährlichen Zeiten braucht ein Staat laut Potzel aber Planbarkeit beim Kriegsmaterial. «Noch wichtiger ist, dass wir weiter beliefert werden, wenn wir es am nötigsten brauchen», sagte der deutsche Botschafter. Frei über das gekaufte Kriegsmaterial verfügen zu können, sei für Deutschland entscheiden.

Sollte Deutschland in einem Nato-Bündnisfall andere Mitgliedsstaaten militärisch unterstützen, dürfte es aus neutralitätsrechtlichen Gründen von der Schweiz nicht mehr mit Waffen beliefert werden. «Deswegen sehen wir immer mehr Schweizer Rüstungsunternehmen, die in Deutschland und anderen befreundeten Staaten Produktionskapazitäten aufbauen», sagte Potzel. Die Unternehmen würden so die Beschränkungen durch das Kriegsmaterial- beziehungsweise das Neutralitätsrecht umgehen.

Lockerung ist innenpolitisch umstritten

Die bürgerliche Mehrheit ist in der Wintersession der Schweizer Rüstungsindustrie zu Hilfe geeilt. Heute ist es verboten, Schweizer Kriegsmaterial in Länder zu exportieren, die in interne oder internationale Konflikte verwickelt sind. Mit der neuen Gesetzesvorlage dürften Schweizer Rüstungsbetriebe künftig auch Kriegsmaterial an 25 westliche Ländern liefern, wenn sich diese in einem bewaffneten Konflikt befinden. Der Bundesrat soll ein Vetorecht erhalten.

Gegen die Vorlage lancierte eine Allianz aus SP, Grünen, EVP, Armeegegnern und NGOs Anfang Januar ein Referendum. Sie wehrt sich unter anderem gegen das Vetorecht des Bundesrats. «Der Bundesrat wird alleiniger Türsteher – und die Tür steht weit offen», sagte der Berner EVP-Nationalrat Marc Jost bei der Lancierung vor den Medien. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Minnesota Proteste gegen ICE
1 / 52
Minnesota Proteste gegen ICE
quelle: fr172090 ap / adam gray
Auf Facebook teilenAuf X teilen
So toll Langlaufen kannst du jetzt in ... New York
Video: extern
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
6 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
6
Billigmode-Riese Primark wollte in dieses Schweizer Einkaufszentrum – doch das lehnte ab
Der irische Kleiderhändler ist bei Schnäppchenjägern äusserst beliebt. Doch bisher gibt es Primark nur im Ausland. Dies hätte sich ändern können, doch ein hiesiger Einkaufstempel bockte.
Alles begann 1969 an der Mary Street im Zentrum von Dublin. Dort eröffnete der erste Penney's-Laden seine Tore. Heute betreibt die Firma, die ausserhalb Irland Primark heisst, knapp 500 Geschäfte voll mit Billig-Mode und Accessoires. Primark ist quasi das fleischgewordene Shein. Sprich: Kleider, Schuhe, Lippenstifte und Handykabel zu Spottpreisen made in China, Bangladesh, Kambodscha oder Sri Lanka. Der Jahresumsatz beträgt rund 10 Milliarden Franken.
Zur Story