DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Schweden lässt Anklage gegen Wikileaks-Gründer Assange fallen



Wikileaks-Gründer Julian Assange wird sich in Schweden nicht wegen Vergewaltigung verantworten müssen. Die dortige Justiz hat entsprechende Vorwürfe fallengelassen. (Archivbild)

Julian Assange Bild: AP

Die schwedische Staatsanwaltschaft lässt die Anklage gegen den australischen Wikileaks-Chef Julian Assange fallen. Das teilte die stellvertretende Direktorin der schwedischen Strafverfolgung, Eva-Marie Persson, am Dienstag mit.

Zwar hielten die Ermittler die Klägerin für glaubhaft und zuverlässig, doch reichten die Beweise für eine Verurteilung nicht aus, sagte Persson vor den Medien in Stockholm. Nach fast einem Jahrzehnt erinnerten sich die Zeugen nicht mehr genau. Nach einer umfassenden Prüfung würden die Ermittlungen daher nicht fortgeführt. Gegen diese Entscheidung könne allerdings Widerspruch eingelegt werden.

So äussert sich Wikileaks:

Assange, der derzeit in Grossbritannien im Gefängnis sitzt, war vorgeworfen worden, im August 2010 eine Schwedin vergewaltigt zu haben. Der heute 48-Jährige hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Andere Vorwürfe sind mittlerweile verjährt.

Die schwedischen Ermittlungen waren 2017 schon einmal eingestellt worden, weil es nicht gelungen war, die Vorwürfe ausreichend zu untersuchen. Die Schuldfrage konnte damals nicht geklärt werden. Im Mai 2019 hatte die schwedische Staatsanwaltschaft ihre Voruntersuchungen aber wiederaufgenommen und Haftbefehl beantragt, was das zuständige Gericht in Uppsala aber im Juni ablehnte. Die Strafverfolgung hatte darauf verzichtet, gegen die Ablehnung des Haftbefehls in Berufung zu gehen.

Weitere Anklage hängig

Seit April sitzt Assange in Grossbritannien eine fast einjährige Haftstrafe wegen Verstosses gegen Kautionsauflagen ab. Zuvor hatte er sich sieben Jahre lang in der ecuadorianischen Botschaft in London versteckt, um einer Auslieferung nach Schweden wegen der Vergewaltigungsvorwürfe zu entgehen. Im April wollte ihm Ecuador keinen diplomatischen Schutz mehr gewähren.

In den USA ist der Wikileaks-Gründer zudem wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente und Verstössen gegen das Anti-Spionage-Gesetz angeklagt. Derzeit läuft das Auslieferungsverfahren dazu in Grossbritannien. Die Anhörung zum Auslieferungsantrag der USA ist für Februar angesetzt. Im Falle eines Schuldspruchs in allen Anklagepunkten in den USA droht ihm dort lebenslange Haft. (aeg/sda/afp/dpa/reu)

Julian Assange in der Botschaft Ecuadors festgenommen

Video: srf

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Sieben Jahre in der Botschaft: Der Fall Julian Assange

1 / 15
Sieben Jahre in der Botschaft: Der Fall Julian Assange
quelle: shutterstock.com
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Uno-Folterexperte nimmt Fall Assange unter die Lupe – sein Urteil ist vernichtend

Ein Interview mit dem Schweizer Uno-Sonderberichterstatter für Folter, Nils Melzer, sorgt momentan für Aufsehen. Das Online-Magazin Republik interviewte Melzer zu seinen Recherchen im Fall Julian Assange. Das gesamte Interview findet ihr hier.

Die Aussagen des Sonderberichterstatters lassen aufhorchen. Er beschuldigt die Behörden in Schweden, die Vergewaltigung, die Assange vorgeworfen wird, konstruiert und Beweise manipuliert zu haben. Der Vorwurf der sexuellen Belästigung der zweiten Frau …

Artikel lesen
Link zum Artikel