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Spanien

Nach Amateur-Restaurierung fordern Experten schärfere Gesetze in Spanien

Schon wieder: Amateure restaurieren Gemälde in Spanien – und es sieht nicht gut aus🙈

Es ist nicht das erste Mal, dass in Spanien ein historisches Gemälde von Amateur-Restauratoren verhunzt wurde. Das Bild eines zerstörten Jesus-Freskos ging 2012 um die Welt. Nun ist es wieder passiert. Jetzt fordern Experten eine Verschärfung der Gesetze für Restaurierungsarbeiten.
23.06.2020, 20:4624.06.2020, 15:28

In Spanien hat ein privater Kunstsammler einem Restaurator 1200 Euro bezahlt, um ein Bild der Jungfrau Maria des Barockkünstlers Bartolomé Esteban Murillo zu restaurieren. Der Auftrag scheiterte jedoch kläglich. Auch nach zwei Versuchen bleibt das Gesicht unkenntlich. Dies berichtet der «Guardian».

Es ist nicht das erste Mal, das ein Gemälde verhunzt wird: Bereits vor acht Jahren machte ein Jesus-Fresko die Runde und sorgte für sehr viel Schadenfreude: Damals hatte eine 80-jährige Frau die Restaurierung des «Ecce Homo», ein Werk von Elias Garcia Martinez aus dem 19. Jahrhundert, selbst umgesetzt. Trotz des schrecklichen Ergebnisses wurde damals die Amateur-Restaurierung nicht als böswillig angesehen.

Nun werden Stimmen laut, die strengere Regeln fordern: Fernando Carrera, Professor an der Galizischen Schule für die Erhaltung und Wiederherstellung des kulturellen Erbes, sagte gegenüber der Zeitung, solche Fälle würden die Notwendigkeit betonen, dass Arbeiten nur von ordnungsgemäss ausgebildeten Restauratoren durchgeführt werden dürfen.

«Ich denke nicht, dass jeder als Restaurator bezeichnet werden soll», sagte Carrera dem Guardian. «Seien wir ehrlich: Das sind Menschen, die Dinge verpfuschen.»

View of the deteriorated version of 'Ecce Homo' mural by 19th century painter Elias Garcia Martinez, right, next to a copy of the original, left, at the Borja Church in Zaragoza, Spain, Wedn ...
Bereits 2012 wurde ein altes Gemälde von Jesus verhunzt: Die Bilder davon gingen damals um die Welt. Bild: AP/AP

Carrera, ehemaliger Präsident des spanischen Berufsverbandes der Restauratoren und Restauratoren (Acre), sagte, das Gesetz erlaube derzeit jedem, sich an Restaurierungsprojekten zu beteiligen. Auch wenn ihnen die erforderlichen Fähigkeiten fehlten. «Können Sie sich vorstellen, dass jeder Menschen operieren darf? Oder jeder Medikamente ohne Apothekerlizenz verkaufen darf? Oder jeder, der kein Architekt ist, ein Gebäude errichten darf?» Während Restauratoren «weit weniger wichtig als Ärzte» seien, müsse der Sektor im Interesse der spanischen Kulturgeschichte streng reguliert werden. «Solche Verunstaltungen passieren immer wieder.»

Laut María Borja, Vizepräsidentin von Acre, seien Missgeschick wie das von Murillo «leider weitaus häufiger als man denkt». «Wir erfahren davon nur, wenn Menschen sie der Presse melden oder in den sozialen Medien teilen, aber es gibt zahlreiche Situationen, in denen Arbeiten von Menschen ausgeführt werden, die für so etwas nicht ausgebildet sind.»

Spanien verfüge nicht über die finanziellen Mittel, um alle Schätze der Vergangenheit zu bewahren. Der Acre sei es wichtig, dass das Thema in der Politik diskutiert wird. (cki)

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