International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Angriffe im Nordosten Syriens

IS-Dschihadisten verschleppen in Syrien 90 Christen



Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat im Nordosten Syriens 90 assyrische Christen entführt. Die Opfer seien nordwestlich der Stadt al-Hassaka verschleppt worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montagabend mit.

Die assyrische Nachrichtenagentur Aina berichtete, der IS habe in der Region mehrere Kirchen angezündet. Über das weitere Schicksal der Entführten war zunächst nichts bekannt. Laut Erzdiakon Emanuel Youkhana von der christlichen Hilfsorganisation CAPNI im Irak gibt es in der Region 35 assyrische Dörfer. Mindestens zwei der Dörfer seien vom IS umzingelt.

epa04633896 A picture made avaliable 23 February 2015 shows fighters from the Kurdish People's Protection Units (YPG), flashing the victory sign as they pose with a flag with a picture of the imprisoned PKK leader Abdullah Ocalan as in the background a Turkish tank guards the new site for the Tomb of Suleyman Shah, near the Esme region in Syria, 22 February 2015. The historic Ottoman tomb of Suleyman Shah, the 12th century grandfather to the founder of the Ottoman dynasty, along with the dozens of Turkish troops who protect it have been evacuated from its former position approximately 40 kilometers inside Syrian territory, while a new site is prepared some 200 meters inside Syria from the Turkish-Syrian border.  EPA/MURSEL COBAN / DEPO PHOTOS

Kurdische Kämpfer in Syrien nach einem Erfolgserlebnis.  Bild: MURSEL COBAN / DEPO PHOTOS/EPA/KEYSTONE

In dem Gebiet kommt es seit Montagmorgen zu heftigen Kämpfen zwischen den Extremisten und kurdischen Einheiten, die die Region bislang beherrschen. Die sunnitische Terrormiliz hatte dort mehrere Dörfer eingenommen, in denen mehrheitlich assyrische Christen wohnen. Zahlreiche Menschen seien vor den Extremisten geflohen, erklärten die Menschenrechtler.

Mitte des Monats hatten IS-Anhänger in Libyen 21 Christen aus Ägypten getötet. Der IS kontrolliert in Syrien und im Irak riesige Gebiete, in denen er eine Gewaltherrschaft errichtet hat. Seine Bluttaten erfüllen nach Einschätzung von UNO-Experten wahrscheinlich den Tatbestand des Völkermords. 

Der UNO-Menschenrechtsrat warf den Extremisten am Montag vor, systematisch Angehörige bestimmter ethnischer und religiöser Gruppierungen anzugreifen, um sie zu vernichten. Dazu gehörten neben anderen Jesiden, Kurden, Turkmenen und Christen. Assyrische Christen machen etwa fünf Prozent der Bevölkerung Syriens aus.

Die internationale Gemeinschaft verstärkt inzwischen ihren Kampf gegen die Terrormiliz. Frankreich setzt gegen die Dschihadisten im Irak jetzt auch den Flugzeugträger «Charles de Gaulle» ein. Das Schiff befindet sich etwa 200 Kilometer nördlich von Bahrain im Persischen Golf.

Neuseeland stellt zudem 146 Soldaten als Ausbilder für die irakische Armee zur Verfügung, wie Premierminister John Key am Dienstag in Wellington mitteilte. Der Einsatz beginne im Mai und dauere maximal zwei Jahre.

Eine internationale Koalition greift den IS seit mehreren Monaten in Syrien und im Irak aus der Luft an. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden dabei allein in Syrien bislang mindestens 1600 Menschen getötet.

(feb/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Erzwungene Abtreibungen und andere Gräueltaten: Syrische Folteropfer zeigen Assad an

Bei der deutschen Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe ist eine Anzeige sieben ehemaliger syrischer Häftlinge eingegangen. Sie werfen insgesamt neun Männern aus dem Machtapparat von Machthaber Baschar al-Assad brutale Foltermethoden vor. Es geht konkret um Vergewaltigungen, Elektroschocks auf Genitalien, erzwungene Nacktheit und erzwungene Abtreibungen.

Alle Beschuldigten entstammen dem Dunstkreis der syrischen Regierung und des besonders für seine entgrenzte Gewalt im Umgang mit Häftlingen …

Artikel lesen
Link zum Artikel