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Prozess gegen Erdogan-Gegner Imamoglu begonnen

Prozess gegen Erdogan-Gegner Imamoglu begonnen

09.03.2026, 13:3809.03.2026, 13:38

Der Hauptprozess gegen den ehemaligen Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu hat fast ein Jahr nach seiner Verhaftung in Istanbul begonnen.

epa11865495 Istanbul Mayor Ekrem Imamoglu speaks to supporters gathered in front of the Istanbul Courthouse, in Istanbul, Turkey, 31 January 2025. Imamoglu testified in court as part of a new investig ...
Erdogan-Gegner Ekrem Imamoglu wurde vor rund einem Jahr entlassen.Bild: keystone

Dem Oppositionspolitiker und Gegner des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan drohen der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge mehr als 2'000 Jahre Haft. Ihm werden unter anderem die Gründung und Leitung einer kriminellen Vereinigung sowie Bestechung und Geldwäsche vorgeworfen.

Insgesamt sind 407 Menschen angeklagt, 105 davon sitzen in Untersuchungshaft. Im Prozesssaal erklang lauter Applaus für den eintretenden Imamoglu.

Unter den Beschuldigten sind auch Imamoglus Anwalt, sein Sprecher sowie Journalisten. Menschenrechtsorganisationen und Kritiker werten den Prozess als politisch motiviert. Seine Verhaftung und Absetzung löste eine landesweite Protestwelle aus. Imamoglu gilt als aussichtsreicher Gegner des türkischen Präsidenten bei zukünftigen Wahlen. Er war im März vergangenen Jahres wegen Korruptionsvorwürfen verhaftet und als Bürgermeister abgesetzt worden. Auch sein Universitätsdiplom – Voraussetzung für eine Präsidentschaftskandidatur – wurde annulliert.

Ehefrau hofft auf ein gutes Ergebnis

Dilek Imamoglu, die Ehefrau des Angeklagten, sagte der Deutschen Presse-Agentur noch vor Beginn, sie betrachte den Prozess nicht nur als persönliche Angelegenheit, sondern als wichtige Bewährungsprobe für die Rechtsstaatlichkeit im Land. «Unsere Hoffnung ist sehr gross. Denn wir wissen, dass wir im Recht sind, und daran glauben wir von ganzem Herzen.»

Für sie bedeute ein gutes Ergebnis nicht nur ein Freispruch. «Aber „ein gutes Ergebnis“ bedeutet für mich, dass das Vertrauen der Gesellschaft in die Justiz wieder gestärkt wird.»

Wöchentlich soll nun von Montag bis Donnerstag verhandelt werden, hiess es vom Richter. (dab/sda/dpa)

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