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Ein Funke Hoffnung: Syrische Opposition kommt nun doch zu Genfer Friedensgesprächen 



Die syrische Opposition hat ihre Teilnahme an den Friedensgesprächen in Genf angekündigt. Das Hohe Verhandlungskomitee der Opposition – eine Allianz bewaffneter und ziviler Gegner der Assad-Regierung – will «rund 30, 35» Abgesandte nach Genf schicken.

Dies sagte ein Vertreter des Komitees am Freitag in Riad. Der TV-Nachrichtensender al-Arabiya al-Hadath berichtete, der Sinneswandel sei durch Garantien der USA und der UNO zustande gekommen. Die Opposition hatte einen Stopp der Angriffe auf Zivilisten, ein Ende der Blockaden syrischer Städte sowie weitere Hilfslieferungen zur Vorbedingung für eine Teilnahme an den Genfer Verhandlungen gemacht.

epa05133796 Syrian chief negotiator Bashar al-Jaafari, Ambassador of the Permanent Representative Mission of the Syria to UN New York, sits after arriving for the round of negotiation between the Syrian government and the opposition in Geneva, Switzerland, 29 January 2016. Syria's long-awaited peace talks, set to start in Geneva, have been thrown in doubt as a Saudi-based opposition group appears hesistant to attend. Key members of the opposition have been indicating their participation may hinge on the Syrian government stopping airstrikes and lifting its siege on towns inside the war-ravaged country. World powers hope that the Geneva negotiations will initiate a political process to resolve Syria's conflict that started as peaceful anti-government protests in 2011 and is estimated to have cost the lives of more than 250,000 people.  EPA/MARTIAL TREZZINI

Bashar al-Dschafari vertritt bei den Gesprächen Assads Seite.
Bild: EPA/KEYSTONE

Die Ankunft der Delegation in der Schweiz werde an diesem Samstag erwartet, sagte Oppositionssprecher Ahmed Ramadan am Freitagabend im türkischen Istanbul. Allerdings werde sie nicht in Verhandlungen eintreten, bevor ihre humanitären Forderungen nicht erfüllt seien.

Entscheid nach viertägiger Beratung

In dem Gremium sind die wichtigsten Oppositionsgruppen vereint, darunter auch Vertreter starker bewaffneter Rebellengruppen. Es hatte am Freitag in Riad den vierten Tag in Folge über eine Teilnahme an den Friedensverhandlungen diskutiert. Am Abend kam dann die Zusage.

Unterstützt werden die Regimegegner vom Westen, aber auch von der Türkei und Saudi-Arabien. Russland will als Verbündeter des Regimes von Bashar al-Assad dschihadistische Gruppen von den Genfer Gesprächen ausschliessen.

Die Syrien-Gespräche hatten am Nachmittag ohne die wichtigsten Oppositionsgruppen mit einem Treffen des UNO-Sondergesandten Staffan de Mistura mit der Delegation der syrischen Regierung begonnen.

U.N. mediator for Syria Staffan de Mistura delivers a statement after the opening of the Syrian peace talks at the United Nations European headquarters in Geneva, Switzerland, January 29, 2016. REUTERS/Denis Balibouse

UNO-Vermittler Staffan de Mistura informiert am 29. Januar in Genf die Presse.
Bild: DENIS BALIBOUSE/REUTERS

Nach einer ersten Konsultationsrunde sagte der Diplomat, er gehe davon aus, am Sonntag mit einer Delegation der Opposition sprechen zu können. Eine formelle Zusage der Opposition dafür habe er aber noch nicht erhalten.

Zunächst indirekte Gesprächsrunden

Zuletzt fand Anfang 2014 ein Gipfel statt. Zuerst sind indirekte Gesprächsrunden geplant, in denen de Mistura einzeln mit den verschiedenen Parteien spricht. Verhandlungen mit allen Seiten an einem Tisch stehen noch nicht an. Die erste Phase dürfte nach Einschätzung de Misturas zwei bis drei Wochen dauern und soll einen «echten Waffenstillstand» zum Ziel haben.

Der UNO-Sondervermittler rechnet damit, dass die Verhandlungen insgesamt mindestens sechs Monate dauern. Die Friedensgespräche zwischen Regime und Opposition unter UNO-Vermittlung sollen den fünfjährigen Bürgerkrieg beenden.

Der bei einem Treffen in Wien ausgehandelte Fahrplan der internationalen Gemeinschaft sieht vor, dass eine Übergangsregierung gebildet und eine Verfassung ausgearbeitet wird. Innerhalb von 18 Monaten soll es freie Wahlen unter Aufsicht der Vereinten Nationen geben.

Über eine Viertelmillion Tote

Seit Ausbruch des Bürgerkriegs 2011 sind mehr als 250'000 Menschen ums Leben gekommen. 4,6 Millionen Syrer sind nach UNO-Angaben vor der Gewalt ins Ausland geflüchtet, weitere 6,6 Millionen Menschen im Land selbst vertrieben. 13,5 Millionen Syrer brauchen humanitäre Hilfe.

Die Sprecherin des Welternährungsprogramms (WFP), Bettina Luescher, erklärte in Genf, die Syrer bräuchten dringend Frieden. 18 Regionen in Syrien stünden unter einer Blockade. 4,6 Millionen Syrer lebten in Gebieten, die belagert oder nur schwer zu erreichen seien.

Humans of Syria – Sieben Schicksale von syrischen Flüchtlingen im Libanon

(sda/dpa/afp/reu)

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