International
Syrien

Einmalige Hilfslieferung wird Not in Madaja nicht stoppen

Mitglieder der Gruppe «Jemaah Islamiyah» halten ein Plakat mit einem hungernden syrischen Kind, um vor dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes in Beirut auf die Leiden der Menschen in der syrisc ...
Mitglieder der Gruppe «Jemaah Islamiyah» halten ein Plakat mit einem hungernden syrischen Kind, um vor dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes in Beirut auf die Leiden der Menschen in der syrischen Stadt Madaja aufmerksam zu machen.
Bild: NABIL MOUNZER/EPA/KEYSTONE

Eine einmalige Hilfslieferung wird die Not in Madaja nicht stoppen

10.01.2016, 15:5510.01.2016, 15:55

Angesichts der dramatischen Hungersnot in der belagerten syrischen Stadt Madaja hat die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) regelmässige Hilfseinsätze gefordert.

«Eine einzelne Lieferung wird das Problem nicht lösen.»
Tammam Aludat, stellvertretender medizinischer Direktor der Ärzte ohne Grenzen

Es müsse eine konstante Versorgung der Tausenden Hungernden in dem Ort sichergestellt werden. In der Stadt rund 25 Kilometer nordwestlich von Damaskus sind seit einem halben Jahr rund 40'000 Menschen von der Armee und ihren Verbündeten eingeschlossen.

25 Kilometer entfernt von Madaja liegt Damaskus: Kinder spielen in einem Vorort der syrischen Hauptstadt. 
25 Kilometer entfernt von Madaja liegt Damaskus: Kinder spielen in einem Vorort der syrischen Hauptstadt.
Bild: BASSAM KHABIEH/REUTERS

Eine dringend benötigte Hilfslieferung wird nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) Madaja frühestens am Montag erreichen. Hilfsorganisationen konnten nach eigenen Angaben zuletzt im Oktober Lieferungen nach Madaja bringen.

Aludat forderte weiter, es müsse eine Möglichkeit geben, einzelne Personen aus der Stadt in Sicherheit zu bringen. Momentan lägen im Spital von Madaja 150 Schwerkranke – zehn Patienten seien in einem kritischen Zustand. Sie würden sterben, wenn sie nicht schnell behandelt würden.

Insgesamt kamen seit Dezember MSF-Angaben zufolge mindestens 23 Menschen – darunter sechs Kinder im Alter unter fünf Jahren – in der Klinik ums Leben. Weitere Opfer, die sich nicht an das Spital gewandt hätten, seien aber wahrscheinlich. (sda/dpa)

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