International
Terrorismus

Mehrere Tote: Al-Shabaab greift Strandhotel in Mogadischu an

Mehrere Tote: Al-Shabaab greift ein Strandhotel in der somalischen Hauptstadt an

21.01.2016, 23:3622.01.2016, 06:33

Bei zwei Selbstmordanschlägen in der somalischen Hauptstadt Mogadischu über 20 Menschen getötet worden. Nach Polizeiangaben rammte ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug am Donnerstagabend das Beach View Hotel am Lido-Strand. Danach stürmten vier Kämpfer das Hotel und eröffneten das Feuer. Die Terrormiliz Al-Shabaab bekannte sich zu dem Anschlag.

Al-Shabaab-Sprecher: Terrormiliz bekennt sich zu den Angriffen in Mogadischu.
Al-Shabaab-Sprecher: Terrormiliz bekennt sich zu den Angriffen in Mogadischu.
ArchivBild: FEISAL OMAR/REUTERS

Die islamisch-fundamentalistische Organisation übernahm die Verantwortung für den Angriff auf ihrem Online-Radiosender, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Die Kämpfe dauerten am Donnerstagabend an, wie ein Polizeikommandant sagte.

Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben der Polizei um Zivilisten und Wachleute. «Sie schossen wahllos um sich im Hotel und ausserhalb», sagte der Augenzeuge Mustafa Elmi. «Ich konnte mit leichten Verletzungen entkommen, aber es gab Leute, die auf der Stelle tot waren.»

Zu einer weiteren Explosion soll es in einem nahegelegenen Restaurant gekommen sein. Nach Polizeiangaben handelte es sich auch dabei vermutlich um ein Selbstmordattentat.

Da im Hotel der Strom ausfiel, habe es Chaos gegeben, sagte ein Helfer. «Für die Rettungskräfte ist es sehr schwer, den Opfern inmitten von Schusswechseln zwischen Sicherheitskräften, privaten Wachleuten und den Angreifern zu helfen.» In den Hotels und Restaurants am Lido-Strand verkehren viele Regierungsvertreter und Unternehmer.

Angriff auf kenianische Friedenstruppen

Erst am Sonntag hatten die sunnitischen Extremisten die kenianischen Friedenstruppen in Somalia angegriffen. Die Streitkräfte weigern sich nach wie vor, Auskunft zu geben, wie viele Soldaten bei dem komplexen Angriff getötet wurden. Al-Shabaab spricht von rund 100 getöteten Kenianern.

Das angegriffene Beach View Hotel liegt am Lido-Strand in Mogadischu.
Das angegriffene Beach View Hotel liegt am Lido-Strand in Mogadischu.
Bild: EPA/AU UN IST

Die islamisch-fundamentalistische Miliz verbreitet seit Jahren in Somalia Angst und Schrecken und verübt auch in Nachbarländern wie Kenia Anschläge.

Zwar vertrieben Regierungstruppen und Soldaten der Afrikanischen Union die Extremisten 2011 aus der Hauptstadt Mogadischu, Al-Shabaab beherrscht aber noch weite Teile Mittel- und Südsomalias. Die Organisation hat Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida und kooperiert mit den Extremisten von Boko Haram in Nigeria. (kad/sda/dpa/reu)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Stefan Raab: RTL-Chef gesteht Fehler bei Comeback ein
Der Entertainer kehrte 2024 nach zehn Jahren Pause ins TV zurück – mit einem Millionendeal bei RTL. Es folgten mehrere Quotenflops, auf die der Sender jetzt reagiert.
Lange galt er als einer der grössten Entertainer im deutschen Fernsehen und feierte mit seinen Showformaten riesige Erfolge. Doch im Dezember 2015 verabschiedete sich Stefan Raab aus dem deutschen Fernsehen und der Öffentlichkeit. Fast zehn Jahre lang herrschte Funkstille, bis er im Herbst 2024 sein Comeback feierte – bei RTL statt bei seinem früheren Heimsender ProSieben.
Zur Story