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21 Tote bei Geiselnahme: Mali verhängt den Ausnahmezustand



Nach dem Angriff auf ein Luxushotel in Mali hat der Präsident der ehemaligen französischen Kolonie den landesweiten Ausnahmezustand verhängt. Dieser werde zehn Tage lang gelten, sagte Boubacar Keïta am Freitagabend im staatlichen Fernsehen.

Zudem ordnete er drei Tage Staatstrauer an. Insgesamt seien bei dem Angriff 21 Menschen getötet worden, darunter zwei der islamistischen Angreifer. Sieben Menschen seien verletzt worden.

Mehr als 100 Gäste des Radisson Blu waren bei dem Angriff stundenlang als Geiseln gehalten worden, bevor die malischen Sicherheitskräfte die Geiselnahme beendeten. Unter den Toten war auch ein US-Bürger, während vier Deutsche das Drama unversehrt überlebten. Zu der Tat bekannte sich die Islamistengruppe Al-Mourabitoun.

Entwarnung nach neun Stunden

Die Angreifer gelangten nach Angaben aus Sicherheitskreisen am Morgen mit einem Auto mit Diplomatenkennzeichen auf das Hotelgelände und eröffneten in der siebten Etage des Gebäudes das Feuer. Nach neun Stunden konnte Sicherheitsminister Traoré Entwarnung geben: «Jetzt haben sie keine Geiseln mehr in ihrer Gewalt.»

John Kirby, der Sprecher des US-Aussenministeriums, erklärte, unter den Toten sei auch ein US-Bürger. Etwa «ein Dutzend» US-Bürger seien aus dem Hotel gerettet worden, darunter auch Angestellte der US-Botschaft.

Er wies Angaben zurück, wonach auch der US-Botschafter in dem Hotel war. Ein Vertreter des US-Afrikakommandos sagte, zwei US-Elitesoldaten hätten sich an dem Einsatz beteiligt. Auch französische Spezialeinheiten unterstützten die malischen Einsatzkräfte.

In this TV image taken from Mali TV ORTM, a security officer gives instructions to other security forces inside the Radisson Blu Hotel in Bamako, Mali, Friday Nov. 20, 2015.  Men shouting

Sicherheitskräfte im Radisson Blu. 
Bild: AP/Mali TV ORTM via Associated Press TV

Menschen aus 14 Nationen betroffen

Unter den Getöteten befand sich nach offiziellen Angaben ein ranghoher belgischer Beamter. Mehrere algerische Diplomaten wurden nach Angaben aus Algier befreit. Insgesamt waren Angehörige von 14 Nationen von der Geiselnahme betroffen, darunter auch Deutsche, Franzosen, Inder, Belgier, Türken und Chinesen.

«Nach allem, was wir wissen, sind keine deutschen Staatsangehörigen zu Schaden gekommen», erklärte aber der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Vier Deutsche überlebten demnach die Geiselnahme unversehrt.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Geiselnahme als einen «abscheulichen Terrorangriff» und zeigte sich «besorgt», weil der Angriff zu einem Zeitpunkt komme, an dem Mali «grosse Fortschritte» im Friedensprozess zwischen der Regierung und den Tuareg-Rebellen im Norden des Landes mache. Auch die US-Regierung verurteilte den Angriff «auf das Schärfste».

Algerische Islamisten bekennen sich zum Anschlag

Zu dem Angriff bekannte sich die Gruppe Al-Mourabitoun des algerischen Islamisten Mokhtar Belmokhtar. «Wir, die Mourabitoun, mit der Beteiligung unserer Brüder von Al Kaida im Islamischen Maghreb, bekennen uns zu der Geiselnahme im Radisson-Hotel», sagte ein Sprecher am Telefon dem Nachrichtensender Al-Dschasira und dem mauretanischen Nachrichtenportal Al-Achbar. Belmokhtar gilt auch als Drahtzieher des Angriffs auf das algerische Gasfeld In Aménas mit 38 Toten im Jahr 2013.

Mali sucht nach Terroranschlag Komplizen der Täter

Nach dem Anschlag von Dschihadisten auf ein Luxushotel im westafrikanischen Mali fahndet die Regierung nach Komplizen. Man nehme an, dass die beiden Terroristen, die bei dem Anschlag am Freitag ums Leben gekommen sind, nicht allein gehandelt hätten.

Dies sagte ein Sprecher des Ministeriums für Innere Sicherheit der Nachrichtenagentur dpa am Samstag. Der Einsatz der Spezialkräfte im Radisson Blu Hotel in der Hauptstadt Bamako sei abgeschlossen. Das Gelände um das Hotel bleibe aber abgesperrt, während das Justizministerium versuche, die Leichen zu identifizieren, hiess es. (sda/dpa)

Mali kommt nicht zur Ruhe

Mali kommt nicht zur Ruhe, seitdem die Regierung im Frühjahr 2012 von der Armee gestürzt wurde. Tuareg-Rebellen und islamistische Milizen nutzten das anschliessende Machtvakuum aus, um den Norden des Landes in ihre Gewalt zu bringen.Später verdrängten die Islamisten die Tuareg-Rebellen und übernahmen allein die Kontrolle. Als sie Anfang 2013 weiter nach Süden vorzudringen drohten, intervenierte die frühere französische Kolonialmacht und vertrieb die Islamisten aus den Städten.

Weitere Anschläge trotz UNO-Friedensmission

Trotz einer UNO-Friedensmission verüben islamistische Gruppen aber weiterhin regelmässig Anschläge in Mali. So wurden im August bei einem Angriff auf ein Hotel der Stadt Sévaré 13 Menschen getötet, unter ihnen mehrere UNO-Mitarbeiter.

Die deutsche Bundeswehr beteiligt sich derzeit mit rund 220 Soldaten an der Ausbildung und Unterstützung der malischen Armee. Nach den Anschlägen in Paris vor einer Woche kündigte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) an, Deutschland werde sein militärisches Engagement in Mali deutlich ausbauen. (dhr/sda/afp)

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ferox77 21.11.2015 08:33
    Highlight Highlight Das ist die asymmetrische Kriegsführung. Dagegen gibt es praktisch keinen Schutz. Die Terroristen ziehen sich wieder in die Wüste zurück und warten ab. Sie wissen, wenn es sie nicht mehr geben würde, werden andere Glaubensbrüder an ihre Stelle treten und wieder zuschlagen. Genauso wie in Paris.
    Solange der Westen sich aus den islamischen Gebieten nicht zurückzieht, wird es Attentate wie in Paris, Madrid oder London geben. Es ist Europa nur zu raten, sich aus dem Mittleren Osten herauszuhalten, um nicht selbst ein Angriffsziel für den Islam zu sein.
    • ferox77 21.11.2015 09:45
      Highlight Highlight 2)
      Denn auch in Europa hat es bereits Millionen islamische Kämpfer und Unterstützer, die im Zweifel immer für den Islam stehen.
      Die islamischen Kämpfer haben dazu die gleichen Waffen und Technik und darüber hinaus noch einen Glauben, der ihnen, falls sie fallen, ein ewiges Leben im Paradiese verspricht.
      Während die westlichen Staaten ihren Soldaten nur Blechsterne und eine Holzkiste versprechen können.
    • Oberon 21.11.2015 10:43
      Highlight Highlight Man kann das eher mit einem Partisanenkrieg im Deckmantel einer Religion betiteln. Da der Islam aktuell die einzige Weltreligion ist wo man Mord und Unterdrückung legitimieren kann und zusätzlich in der Region am meisten Potential hat um genügend Idioten zu rekrutieren um sich für die ISIS Zwecke missbrauchen zu lassen. Die "Führung" wird sich wohl nie und nimmer selber einen Sprengstoffgürtel anlegen. Trotzdem werden unschuldige Menschen sterben egal auf welcher Seite und das ist genau das Dilemma.

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