International
Thailand

Nach Tod von Model Noraphanpiphat: Thailand diskutiert über Frauenrechte

Mysteriöser Tod von bekanntem Model sorgt in Thailand für Diskussion über Frauenrechte

29.09.2019, 12:3729.09.2019, 16:30

Die ungeklärten Todesumstände eines bekannten Models haben in Thailand für Empörung gesorgt - und eine Debatte über Frauenrechte ausgelöst. Die Leiche des Models Thitima Noraphanpiphat war Mitte September auf einer Couch in der Lobby eines Wohnblocks in Bangkok gefunden worden.

Die Suche nach den Verantwortlichen für den Tod der 25-Jährigen dominierte in Thailand tagelang die Schlagzeilen. Auch im Online-Netzwerk Instagram, wo Thitima fast 85'000 Nutzer folgten, sorgte der Fall für Entsetzen.

Thitima war vor ihrem Tod auf einer Party gewesen, auf der sie als Kellnerin arbeitete. Sieben Party-Gäste stehen im Verdacht, Verantwortung für den Tod des Models zu tragen.

Die Polizei bemüht sich nun darum, gegen jeden Anklage zu erheben, der mit dem «Skandal» in Verbindung steht, wie ein Polizeisprecher am Samstagabend sagte. Die Ermittlungen richten sich demnach auch gegen die Agentur und den Manager des Models.

Nach Polizeiangaben soll der Hauptverdächtige, der ebenfalls als Model arbeitet, Thitima nach der Party mit in seine Wohnung genommen haben. Videoaufnahmen zeigen, wie der Mann Thitimas leblosen Körper später in einen Aufzug hievt und schliesslich auf der Lobby-Couch ablegt.

Ihm wird Freiheitsberaubung mit Todesfolge vorgeworfen. Er selbst bestreitet die Vorwürfe. Die sechs weiteren Verdächtigen wurden gegen Kaution freigelassen.

Thitimas Tod löste in Thailand eine seltene Debatte über Frauenrechte aus. Die Model-Industrie in dem südostasiatischen Land bewegt sich nach Ansicht von Kritikern in einem juristischen Graubereich.

Demnach werden auf privaten Partys angeheuerte Models oft zum Konsum von Alkohol und Drogen oder zu sexuellen Handlungen gezwungen. Woran Thitima starb, hat die Polizei noch nicht offiziell bestätigt. Der Polizeisprecher sagte jedoch, bei der Obduktion sei «sehr viel Alkohol» im Blut nachgewiesen worden. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die prunkvollste Beerdigung ever – Thailand trauert
1 / 17
Die prunkvollste Beerdigung ever – Thailand trauert
Thailand weint. Hunderttausende strömen in die Hauptstadt Bangkok, um ihrem verstorbenen König Bhumibol die letzte Ehre zu erweisen.
quelle: epa/epa / diego azubel
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Philippinischer Präsident Duterte erzwingt Kuss
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Wieso wir den Weltfrauentag am 8. März feiern – und es ihn immer noch braucht
An diesem Sonntag feiern Menschen weltweit den Internationalen Tag der Frau. Kurz vor den Feierlichkeiten haben die Vereinten Nationen der Gleichberechtigung von Mann und Frau ein verheerendes Urteil ausgestellt. «Viel zu oft bleiben die Täter ungestraft», kritisiert etwa Sarah Hendriks von der UN-Frauenorganisation in New York.
Zur Story