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epa06858272 An undated handout photo released by Royal Thai Army on 02 July 2018 shows Thai soldiers carrying equipments inside the flooded cave complex during a rescue operation for a missing youth soccer team and their coach at Tham Luang cave in Khun Nam Nang Non Forest Park, Chiang Rai province, Thailand. Rescuers are attempting to pump water out of a cave complex in an effort to continue the rescue of 13 young members of a youth soccer team including their coach that are believed to have been trapped in the flooded cave complex since 23 June 2018.  EPA/ROYAL THAI ARMY HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/ NO SALES HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA/ROYAL THAI ARMY

Höhlenretter stehen vor schwieriger Entscheidung – die Kinder haben nur noch eine Chance

Das Höhlendrama von Thailand wird zum Wettlauf mit der Zeit. Die Lage ist brenzlig. 



Einiges spricht für einen baldigen Versuch, die zwölf eingeschlossenen Jungen und ihren Fussballtrainer zu bergen. Sie sitzen seit zwei Wochen in einer Höhle fest. Die Wettervorhersage setzt die Retter unter Zeitdruck.

Der Zeitpunkt für einen Rettungsversuch sei gerade günstig, sagt der Leiter der Mission am Samstagabend (Ortszeit). Aber eine Entscheidung für einen Einsatz ist immer noch nicht gefallen. Über Stunden durch die überflutete Höhle zu tauchen, könnte lebensgefährlich für die geschwächten Jungen im Alter von 11 bis 16 Jahren sein. Abwarten ebenfalls.

Der Missionsleiter, Provinzgouverneur Narongsak Osotthanakorn, ist in einer schwierigen Lage. Derzeit seien die Bedingungen für eine Rettung - was den Wasserstand und den Gesundheitszustand der zwölf Jungen und ihres Trainers angehe - «sehr geeignet». Aber die Diskussionen und Vorbereitungen dauerten noch an.

Für den strapaziösen Weg aus der dunklen, kilometerlangen Höhle ins Freie brauchen selbst Elite-Einheiten der Marine fünf bis sechs Stunden. Der Tod eines erfahrenen Tauchers in der Höhle am Freitag lastet zudem schwer auf den Helfern.

Gleichzeitig läuft den Rettungsmannschaften aber die Zeit davon. In den vergangenen Tagen war es rund um die Höhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non in der nördlichen Provinz Chiang Rai trocken geblieben, doch am späten Samstagabend öffnete der Himmel wieder seine Schleusen.

Bald auf zehn Quadratmetern?

Auch für die kommenden Tage sagt der Wetterbericht wieder heftige Regenfälle in der bergigen Region an der Grenze zu Myanmar voraus. Das bedeutet oft Stunden dauernde, starke Wolkenbrüche. Das Regenwasser dringt durch das Gestein in die Höhle ein, rasch kann der Wasserstand steigen. Ein möglicher Tauchgang durch enge, verwinkelte Höhlenpassagen wird damit noch gefährlicher.

«An manchen Stellen wird es sehr eng», sagt der dänische Rettungstaucher Ivan Karadzic, einer von vielen ausländischen Helfern und Bergungsspezialisten, die sich vor der Höhle bereithalten. «Man muss entweder den (Atemluft-)Tank abnehmen und ihn zuerst durchquetschen, oder man braucht Spezialausrüstung.»

Die Gruppe sitzt auf einer trockenen Stelle etwa 4 Kilometer im Höhleninneren fest, seit ihnen am 23. Juni eine Sturzflut den Weg ins Freie versperrt hatte. Steigt das Wasser, wird es auch dort eng. Die Gruppe müsste sich dann auf weniger als zehn Quadratmetern zusammendrängen, schätzen Taucher, die die Jugendlichen mit dem Nötigsten versorgen.

epa06862806 A video grab handout made available by Thai Royal Navy shows some of the members of a trapped soccer team in a section of Tham Luang cave in Khun Nam Nang Non Forest Park, Chiang Rai province, Thailand, 04 July 2018. Chiang Rai provincial Governor Narongsak Osatanakorn said on 02 July that all of 13 members of a youth soccer team, including their coach, had been found alive in a cave after they went missing over a week prior. Rescuers have delivered supplies and food into the cave to sustain the team while there extraction is planned.  EPA/ROYAL THAI NAVY / HANDOUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/ NO SALES HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA/ROYAL THAI NAVY

Längerfristig ist keine Entspannung in Sicht, denn von Juni bis November herrscht Regenzeit in Thailand. Das Wasser ist nicht die einzige Sorge, die die Helfer plagt. Am Zufluchtsort der Jungen wird der Sauerstoff knapp.

Auch die hygienischen Zustände seien erbärmlich, berichtete die Zeitung «The Nation». Jeder aus der Gruppe müsse sich auf engstem Raum erleichtern. Bakterien, Viren und Pilze können sich leicht ausbreiten.

Andere Optionen fallen weg

Trotz der Komplikationen bevorzugen die Rettungskräfte derzeit eine Bergung durch Taucher. Sollte es regnen, bliebe für andere Szenarien auch gar keine Zeit mehr: Im Wettlauf mit dem Regen wären die Wasserpumpen zur Senkung des Pegels chancenlos.

Die Bohrung eines 600 Meter langen Rettungsschachts würde viel zu lange dauern. Auch die Suche nach einem alternativen Höhlenzugang blieb bislang erfolglos.

Um gerettet zu werden, müssen die Kinder tauchen lernen

Video: srf

«Macht euch keine Sorgen»

Den seit Tagen vor der Höhle ausharrenden Angehörigen überbrachte ein Rettungstaucher nun einen handgeschriebenen Zettel mit persönlichen Botschaften der Jungs. «Macht euch keine Sorgen, wir sind alle stark», heisst es in dem Brief, der am Samstag auf der Facebook-Seite der thailändischen Spezialeinheit Navy Seals veröffentlicht wurde.

Der Trainer bat die Familien seiner Schützlinge um Verzeihung und versprach, sich bestmöglich um die Jungs zu kümmern. «Derzeit geht es ihnen allen gut», versicherte Ekapol Chanthawong. 

(sda/dpa)

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