International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Foto geht viral – warum diese Gorillas wie Menschen für ein Selfie posieren



Seit Tagen wird ein Selfie tausendfach im Netz herumgereicht. Ein Ranger des Virunga-Nationalparks in der Demokratischen Republik Kongo posiert mit zwei Gorillas und titelt das Foto mit «Ein ganz normaler Tag im Büro».

Ganz so alltäglich ist das Selfie allerdings nicht: Die beiden weiblichen Berggorillas Ndakazi und Ndeze stehen aufrecht wie Menschen.

Um ihr untypisches Verhalten zu verstehen, muss man ihre Hintergrundgeschichte kennen. Die beiden Gorillas wurden als Jungtiere im Sommer 2007 gefunden – verwaist, denn ihre Mütter wurden von Wilderern getötet. Damals waren sie nur vier Monate alt. Seitdem leben die Tiere in einem Zentrum für verwaiste Berggorillas, das dem Virunga-Nationalpark angehört und wurden von Menschen aufgezogen.

Weil die beiden Gorillas mit den Rangern aufwuchsen, versuchen sie, ihre menschlichen Retter zu imitieren. «Sie denken also, dass diese Ranger ihre Eltern seien», führt Innocent Mburanumwe aus. Er ist der stellvertretende Direktor des Virunga-Nationalparks und erzählte der BBC weiter, dass Primaten in freier Wildbahn nur in Ausnahmefällen auf zwei Beinen stehen, nämlich wenn sie neugierig seien oder sich einen Überblick verschaffen wollen.

«Ich war sehr überrascht, als ich das Selfie sah ... es ist sehr witzig. Es ist erstaunlich zu sehen, wie ein Gorilla einen Mensch imitieren kann.»

Innocent Mburanumwe zur BBC

Frans de Waal, ein Wissenschaftler auf dem Gebiet der Primatologie und Psychologie-Professor der Emory-Universität, kommt zur gleichen Einschätzung. Tiere im allgemeinen ahmen ihre menschlichen Pfleger nach und imitieren zum Beispiel Gesichtsausdrücke oder Posturen. Weil Primaten eine ähnliche Statur wie Menschen haben, sei es für sie noch einfacher, sagte de Waal zur «Washington Post».

Die Ranger des Nationalparks warnen aber unbedachte Touristen: «Wir möchten betonen, dass sich diese Gorillas in einem abgeschlossenen Zufluchtsort für verwaiste Gorillas befinden, in dem sie seit ihrer Kindheit leben.» Und weiter: «Es sind aussergewöhnliche Umstände, in denen das Foto entstanden ist. Es ist niemals erlaubt, sich einem Gorilla in freier Wildbahn zu nähern.»

Die Arbeit als Parkranger ist allerdings nicht immer so herzig, wie es die obigen Bilder darstellen. Im letzten Jahr wurden fünf Wildhüter des Virunga-Nationalparks von Rebellen getötet, seit 1996 verloren mehr als 130 Ranger ihr Leben. Die Demokratische Republik Kongo befindet sich in einem Bürgerkrieg mit mehreren bewaffneten Gruppen, die oftmals Zuflucht im Virunga-Nationalpark suchen. Das Wildern stellt eine lukrative Devisen-Quelle dar. (jaw)

Das sind einige der am meisten gefährdeten Tierarten

Dieses Gorilla-Baby versüsst Tausenden den Tag

Play Icon

Das könnte dich auch interessieren:

Nach Maurers Englisch-Desaster: Jetzt nimmt ihn Martullo in die Mangel (You Dreamer!😂)

Link zum Artikel

13 Cartoons, die unsere Gesellschaft auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

Super-GAU für Huawei? Das müssen Handy- und PC-User jetzt wissen

Link zum Artikel

Perlen aus dem Archiv: So (bizarr) wurde 1991 über den Frauenstreik berichtet

Link zum Artikel

Strache-Rücktritt: Europas Nationalisten haben einen wichtigen General verloren

Link zum Artikel

Steakhouse serviert versehentlich 6000-Franken-Wein – die Reaktionen sind köstlich

Link zum Artikel

Das Huber-Quiz: Dani ist zurück aus den Ferien. Ist er? IST ER?

Link zum Artikel

Instagram vs. Realität – 14 Vorher-nachher-Bilder mit lächerlich grossem Unterschied

Link zum Artikel

8 Gerichte, die durch die Beigabe von Speck unwiderlegbar verbessert werden

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

6
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Adventurer 23.04.2019 19:32
    Highlight Highlight Spannend! Gibt auch einen sehr guten und eindrücklichen Dokumentarfilm über den Virunga und seine Gorillas. Sehr empfehlenswert!
  • R10 23.04.2019 19:13
    Highlight Highlight Faszinierendes Bild, aber leider mit einer traurigen Hintergrundgeschichte...
  • Rumbel the Sumbel 23.04.2019 17:30
    Highlight Highlight Tierquälerei!
    • Mia_san_mia 23.04.2019 23:41
      Highlight Highlight @Rumbel the Sumbel: Wieso Tierquälerei? Die Menschen ziehen die Affen ja sogar auf.
  • DrFreeze 23.04.2019 16:09
    Highlight Highlight Da bekriegen sich die Menschen und die Tiere dürfen wieder einmal die Zeche dafür zahlen. Es ist zum...
    Das Bild ist allerdings recht witzig und zeigt, wie nahe uns diese Wesen stehen.
    • Mutbürgerin 23.04.2019 17:57
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte bleibe beim Thema und beachte die Kommentarregeln.

Die vegane Armee

Sie fordern gleiches Recht für alle – egal ob Mensch, Büsi oder Milchkuh: Kürzlich haben Tierrechtler in der ganzen Westschweiz Städte mit Postern plakatiert. Es ist der jüngste Coup sogenannter Antispeziesisten. Blick auf die radikale Bewegung, die nun auch die Politik auf den Plan ruft.

Angefangen hat es in der Romandie. Dort haben Tierrechtsaktivisten in den letzten zwei Jahren einen McDonald's mit Kunstblut beschmiert, setzten sich mitten in Lausanne an einen Tisch mit Kuhkopf und entführten 18 Ziegen von einem Schlachthof in Rolle VD.

Dieses Jahr haben die radikalen Tierschützer bereits mehr als 20 Metzgereien, Restaurants und Pelzgeschäfte angegriffen. Über die letzte, gemässigtere Aktion der Szene berichtete letzte Woche die Tribune de Genève: In der Nacht auf …

Artikel lesen
Link zum Artikel