International
Türkei

Erdogan kündigt für 2023 letzte Kandidatur an

Erdogan kündigt für 2023 letzte Kandidatur an

11.12.2022, 15:5111.12.2022, 15:51

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will nach eigenen Worten bei einem Wahlsieg nächstes Jahr nicht noch einmal kandidieren. Der 68-Jährige kündigte bei einem Auftritt in der nordtürkischen Stadt Samsun am Samstag an, 2023 ein «letztes Mal» um die Unterstützung der Nation zu bitten. Danach werde er an jüngere Politiker übergeben. Mit seiner islamisch-konservativen Partei AKP hofft Erdogan auf einen Erfolg bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen, die spätestens im Juni stattfinden.

epa10332710 Supporters of the Turkish President Recep Tayyip Erdogan take a part in a choreography during his 'Unity, Will, Victory' rally at the Galatasaray's Nef Stadium in Istanbul,  ...
Unterstützer des Präsidenten bei einer 'Unity, Will, Victory'-Rallye in Istanbul, 27. November 2022. Bild: keystone

Angesichts von mehr als 80 Prozent Inflation steht der Präsident allerdings erheblich unter Druck. Nach einer Umfrage von November kämen derzeit weder ein Zusammenschluss von sechs Oppositionsparteien noch die AKP mit ihrem Partner, der ultranationalistischen Partei MHP, auf eine absolute Mehrheit. Auch ein Sieg Erdogans bei der gleichzeitig stattfindenden Präsidentschaftswahl gilt alles andere als sicher.

Die sechs Oppositionsparteien, darunter die Mitte-Links Partei CHP, haben sich mit der Absicht zusammengeschlossen, Erdogan abzulösen. Einen Präsidentschaftskandidaten hat das Bündnis noch nicht bekanntgegeben. Erdogan ist seit fast 20 Jahren an der Macht - zunächst als Ministerpräsident, seit 2014 als Staatspräsident. Vor fünf Jahren wurde per Volksabstimmung das parlamentarische System durch ein Präsidialsystem ersetzt - seitdem hat der Präsident deutlich mehr Befugnisse.

(yam/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Sardinien-Trip mit «krankem» Kind: Neuer Wirbel um CDU-Skandalpolitiker Spahn
Jens Spahn steht neuer Ärger ins Haus. Der deutsche CDU-Politiker, der im Juli mit der sogenannten «Leihmutter-Affäre» für einen Skandal sorgte, sollte aus einem Ausschuss verbannt werden – er war anscheinend unter einem Vorwand einer Sitzung ferngeblieben.
Spahn hat sich unter der Woche, am Dienstag und am Mittwoch, im Haushaltsausschuss des deutschen Bundestags aus «familiären Gründen» entschuldigen lassen. Wie das Newsmagazin Stern berichtet, war der 46-Jährige offiziell nicht anwesend, weil er sich um sein krankes Kind habe kümmern müssen.
Zur Story