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Erdogan gibt «Unterstützern» von YPG-Milizen Mitschuld an Anschlag

Erdogan gibt «Unterstützern» von YPG-Milizen Mitschuld an Anschlag

16.11.2022, 09:25
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epa10307925 Turkey's President Recep Tayyip Erdogan speaks during a press conference on the sidelines of the G20 Leaders' Summit in Bali, Indonesia, 16 November 2022. The 17th Group of Twent ...
Recep Tayyip ErdoganBild: keystone

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat «Unterstützern» der syrischen Kurdenmiliz YPG eine Mitschuld an dem Anschlag in Istanbul unterstellt. «Wer die Terrororganisation unter dem Vorwand des Kampfes gegen den IS (Islamischen Staat) unterstützt, beteiligt sich auch am Blutvergiessen bei Istanbuls jüngstem Terroranschlag», so Erdogan am Mittwoch bei dem G20-Gipfel auf Bali laut türkischer Kommunikationsdirektion.

Die Türkei macht die YPG und die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK für den Anschlag mit sechs Toten am Sonntag verantwortlich. Wen Erdogan mit Unterstützern konkret meinte, sagte er nicht. Die Türkei hat die USA allerdings immer wieder für deren Unterstützung der YPG kritisiert.

Video: twitter/Adnan Akcakoyun

Washington sieht die Miliz in dem Bürgerkrieg in Syrien als Partner im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Ankara hingegen als Ableger der PKK. Gegen beide geht die Türkei regelmässig militärisch vor.

Ankara blockiert zudem derzeit die Nato-Norderweiterung um Schweden und Finnland, auch wegen deren angeblicher Unterstützung der YPG. Man erwarte aufrichtige Unterstützung von allen «Freunden und Alliierten» im Kampf gegen den «Terror», so Erdogan laut Mitteilung.

Auf der belebten Istanbuler Einkaufsstrasse Istiklal waren am Sonntag sechs Menschen getötet und mehr als 80 verletzt worden. Der türkischen Polizei zufolge ist eine Hauptverdächtige aus Syrien festgenommen worden. Sie habe erklärt, ihren «Befehl» von der YPG erhalten zu haben. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. YPG und PKK haben jegliche Beteiligung an dem Anschlag abgestritten. Auch in Teilen der türkischen Öffentlichkeit wird die offizielle Darstellung kritisch diskutiert. (aeg/sda/dpa)

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