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sherlock, 4. Staffel, Cumberbatch, freeman

Denker im Dunkeln: John Watson (Martin Freeman) und Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch). Bild: bbc

Serien-Frust und -Lust: «Sherlock» ist kaputt, «Homeland» beginnt gut!

Nach drei Jahren Pause startete an Neujahr die vierte Staffel von «Sherlock». Und ganz überraschend gab's schon am 30. Dezember die Fortsetzung von «Homeland».



Wochenlang hab ich mich auf «Sherlock» gefreut. Ich und die BBC hatten am 1. Januar 2017 um 21:30 Uhr das Date aller TV-Dates. Es ist nicht so, dass ich eine «Sherlock»-Fanatikerin oder gar «Cumberbitch» wäre, ich habe jede Folge nur einmal gesehen und die meisten vergessen, ausser der Hochzeit von John Watson mit seiner Mary und ausser der Gothic-Spuk-Spezialfolge «The Abominable Bride» von vor einem Jahr, die ich für erhaben in ihrer Genialität halte. Ich bin damit allerdings ein bisschen allein, das weiss ich wohl.

Egal. Ich habe mich wie blöd gefreut. Doch dann ging alles bachab. Innerhalb von Minuten. Erstens war da ein Baby. John und Mary hatten es gemacht. Ein Baby gehört so wenig zu Sherlock Holmes wie – sagen wir – ein Fahrrad zu James Bond. Ein Baby ist sowas wie der grausamst mögliche Stilbruch.

sherlock, 4. Staffel, Cumberbatch, freeman

Jaja, schon gut: Gruppenbild mit Mary (Amanda Abbington), Sherlock, John und Baby. Es heisst irgendwas mit «Rose». Bild: bbc

Zweitens hätte mich der Vorbericht im «Guardian» stutzig machen müssen: Denn der «Guardian», der grundsätzlich jedes einigermassen passable britische Kulturerzeugnis in alle Himmel lobt, beschränkte sich darauf, die neue «Sherlock»-Folge mit andern britischen Ikonen zu vergleichen. Aus Sherlock Holmes wurde Hamlet und aus John Watson plötzlich King Lear. Der eine Shakespeare-Vergleich mag stimmen, der andere humpelt irgendwie durch die Gegend, aber immerhin, nobler Vergleich.

Vor allem aber ging es dem «Guardian» darum, aus Sherlock einen Bruder von Bond zu machen. Mehr Action, weniger Worte. Leider trifft genau das zu und führt zum Totalschaden von «The Six Thatchers», der Folge, die Conan Doyles Sherlock-Erzählung «The Adventure of the Six Napoleons» nachempfunden ist. Es war – ohne jetzt irgendwas zu spoilern – grausam. Albern und langweilig. Fucked up statt Mindfuck. Junk statt Juwel.

sherlock, 4. Staffel, Cumberbatch, freeman

Sieht das schlecht aus? Leider ja. Bild: bbc

Schliesslich besteht der Reiz von Bond und Sherlock genau in ihrer Differenz: Der eine ist ein mondäner, frauenverschlingender Lebemann, der andere ein genialer, menschenfeindlicher Autist, der am liebsten in seiner Wohnung nistet. Die DNA des einen wurde vor dem Hintergrund des Kalten Krieges entwickelt, die des andern ist viktorianisch. Der eine kämpft, der andere denkt, der eine ist ein Elitesoldat im Smoking, der andere ein Intellektueller im fliegenden Mantel. Beide sind super. Weil sie anders sind. Es waren einmal ...

Auf Twitter verlangten die Zuschauer wütend den sofortigen Tod einer Figur (sie bekamen ihn geliefert). Andere schalteten ob des Sherlock-Bond-Mashups lieber gleich um zu «Skyfall» auf itv. Was für ein himmeltrauriges Desaster. Ist es schlimm, dass diese Staffel, auf die wir drei Jahre gewartet haben (DREI!!!), wahrscheinlich die letzte ist? Herr Cumberbatch muss jetzt zuviel in Hollywood drehen, heisst es. Ist es das lichtlose Ende der Serien-Kultur des Abendlandes? Scheisse, nein. 

Richtig Lust auf viel mehr macht dafür der Überraschungsangriff, den Showtime zwischen den Jahren mit der Pilotfolge der sechsten Staffel von «Homeland» lancierte. Was für ein Coup! Was für eine geile Idee! Showtime kündigte den 15. Januar an, schaltete die eine Folge aber spontan am 30. Dezember auf. Ein Marketingtrick natürlich, aber ein willkommener.

Achtung, Spoiler-Warnung! Nicht, dass ihr euch danach wieder beschwert! 

Wo hatte wir die bipolare Ex-CIA-Agentin Carrie Mathison schon wieder verlassen? Genau, in Berlin. Dort spielte nämlich die ganze fünfte Staffel, Carrie lebte da mit Tochter und deutschem Boyfriend und arbeitete als Sicherheitschefin für einen superreichen Wohltäter. Ihr ehemaliger Chef war dummerweise in eine russische Doppelagentin verliebt, ihr langjähriger Lieblings-Kumpel Quinn wurde entführt und grausam gefoltert. Carrie rettete Berlin vor dem schlimmsten Terroranschlag der Geschichte, etc. Eine tolle Staffel, die fünfte.

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Claire Danes hat auch in der sechsten Staffel von «Homeland» den typischen Carrie-Mathison-Blick. bild: showtime

Und jetzt? Lebt Carrie mit ihrer Tochter (okay, die Tochter wäre nicht nötig, ein Kind gehört so wenig zu Carrie wie ...) in Brooklyn und berät Opfer von Racial Profiling. Der deutsche Wohltäter will sie zurück. Carrie wirkt geistig ganz gesund und entspannt. Ob das wohl lange gut geht? Dafür ist Quinn nach der Berliner Folter ein totales Wrack, ist in einem Spital für Kriegsveteranen, geht ins Bordell, nimmt Drogen. Armer Quinn. Und: New Yorker Jugendliche radikalisieren sich. Mit welchem Ziel?

All dies sind erst lose Anfänge von neuen Erzählungen. Geisterhaft vertraut ist dagegen der politische Rahmen. Die ganze Staffel spielt nämlich in der Zeitspanne zwischen der Wahl des neuen Präsidenten und seiner Amtseinführung. Aus diesem politischen Schwebezustand soll sich auch die Haupthandlung der Staffel entwickeln.

homeland carrie mathison

Himmel hilf! Quinn (Rupert friend) gehts richtig, richtig schlecht. Bild: showtime

Der neue Präsident ist: eine Frau! Damit rechnete Showtime nämlich so sicher wie viele andere. CBS etwa musste nach der Wahl von Trump grosse Teile seines «The Good Wife»-Spinoffs «The Good Fight» neu drehen.

homeland carrie mathison

Elizabeth Marvel ist «Madame president-elect».  Bild: showtime

Amerikas neu gewählte Präsidentin spielt nun in «Homeland» ausgerechnet Elizabeth Marvel, die Präsidentschaftskandidatin und grösste Gegnerin von Frank Underwood aus «House of Cards». Was für eine Karriere. Und was für eine Ausgangslage. Am 15. Januar, wenn «Sherlock» hoffentlich besser endet als er jetzt begonnen hat, gehts mit «Homeland» weiter. Die Aussichten könnten schlechter sein.

Von diesen Serien wünschen sich die watson-User ein Remake

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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mero12 12.01.2017 12:46
    Highlight Highlight Die erste Folge der vierten Staffel war tatsächlich nicht ganz das, was man sich nach 3 Jahren warten erhofft hat. Die zweite Folge der Staffel ist dafür der absolute Knaller und meiner Meinung nach sogar die beste überhaupt.
    3 0 Melden
  • Herren 05.01.2017 23:22
    Highlight Highlight Was soll dieser Artikel? 1. Ist er voller unnötiger Spoiler 2. Basiert die Kritik völlig auf irgendwelchen enttäuschten Erwartungen der Autorin 3. Passt ein Baby gut zu John (und auch zu Sherlock; wenngleich auch aus anderen Gründen) 4. Fand ich die Folge besser als mehrere Folgen zuvor 5. Sollte die Autorin das nächste Mal zwei, dreimal darüber Schlafen, bevor sie solchen Chabis veröffentlicht. Das ist ein Text auf dem Niveau von übelsten Fanboy/-girl Tiraden auf irgendwelchen Foren.
    4 0 Melden
  • MikoGee 03.01.2017 13:48
    Highlight Highlight Meckerei auf hohem Niveau, es war nur eine Episode von vielen! Schaut mal "Gravity Falls": die versteckten Codes zu finden & knacken ist für jeden Hobby-Sherlock eine Herausforderung, der Humor ist grandios und der Plot ist so unterhaltsam und verstrickt wie ich es noch nie erlebt habe. Die Sendung mag kindlich beginnen, wird aber mit jeder Episode düsterer. Dass die Sendung nach zwei Staffeln enden musste hat zwar noch jedem den ich kenne das Herz gebrochen...aber es lohnt sich!
    2 0 Melden
  • chilli37 03.01.2017 12:45
    Highlight Highlight *Spoiler*
    Ich bin ein Sherlock Fan, fand aber in den ersten 3 Staffeln nicht jede Episode hervorragend und gebe zu, die 1. der vierten Staffel gehört nicht zu meinen Favourites.
    Nur wegen einer Kameraeinstellung Richtung MI6 von 'Bond' und wegen eines Babies von 'kaputt' zu sprechen, geht mir dann doch ein bisschen zu weit.
    20 0 Melden
  • thelegend27 03.01.2017 10:45
    Highlight Highlight Gute Folge!
    Will mehr!
    Jetzt!
    12 0 Melden
  • Boogie Lakeland 03.01.2017 10:40
    Highlight Highlight Höö, also ich fand Sherlock top. Keine Note 6 aber ein 5,25.
    23 0 Melden
  • obi 03.01.2017 09:31
    Highlight Highlight I enjoyed it :-)
    24 0 Melden
  • Meet The Mets 03.01.2017 08:02
    Highlight Highlight Bei Sherlock kommen zwei medizinische Notfälle vor, und ich fand's sehr unglaubwürdig, wie Dr. (Doctor!) Watson bei beiden reagiert hat. Gerade er als Kriegsarzt hätte bei einer Schusswunde sicher anders gehandelt als nur ein bisschen Händchen zu halten.
    8 6 Melden
  • Ruffy 03.01.2017 06:52
    Highlight Highlight Sherlock is broken, r you drunk?
    24 1 Melden
  • Sherlock Holmz 03.01.2017 01:03
    Highlight Highlight Habt ihr mich vermisst?
    14 2 Melden
  • Beasty 03.01.2017 00:51
    Highlight Highlight Gibt es beide Serien auf Netflix in der CH?
    0 2 Melden
    • Cyman 03.01.2017 08:16
      Highlight Highlight Nein
      2 4 Melden
    • Herren 05.01.2017 23:11
      Highlight Highlight Nein, aber du kannst sie noch bis Sonntag (?) als Replay auf BBC1 anschauen. Sie wurde am 1.1. ausgestrahlt.
      0 0 Melden
  • Cyman 02.01.2017 23:57
    Highlight Highlight Zweimal wird kritisiert, dass ein Kind vorkommt. Mein Gott, als ob dies ein Problem wäre.Man könnte schon fast meinen, Frau Meier hätte generell was gegen das Kinderkriegen...Was die beiden Episoden anbelangt: Mir gefiel Sherlock besser. Homeland war nicht viel Neues, die alte Leier des sich radikalisierenden Jungen, befeuert duch ungerechte Vorverurteilung.
    28 7 Melden
  • alana 02.01.2017 21:23
    Highlight Highlight Sherlock hast mich zum ersten Mal überhaupt auch enttäuscht. Alles war ein wenig Too much und teilweise schon an den Haaren herbeigezogen

    !!!!! ((SPOILER ALERT:)) !!!!!

    Ich meine das mit dem Jungen, per Zufall gleichzeitig wie der Einbruch? Und sie trocken Mary und sind doch vor ihr an genau der Stelle, zu der sie will? Auch die Lösung des Falls war mir etwas zu weit hergeholt, aber vielleicht muss ich die Folge mit weniger Erwartungen nochmals schauen.
    3 10 Melden
  • derBurch 02.01.2017 19:59
    Highlight Highlight Wann und wo kann man die neuen Sherlock Folgen auf Deutsch sehen?
    8 10 Melden
    • ben_fliggo 03.01.2017 02:41
      Highlight Highlight google.com?q=sprachaufenthalt+england
      24 8 Melden
  • rothi 02.01.2017 18:34
    Highlight Highlight Bitte das nächste Mal eine Spoilerwarnung anbringen. Danke!
    34 5 Melden
  • Zarzis 02.01.2017 16:27
    Highlight Highlight Was, habe ich gestern eine andere Folge Sherlock gesehen? Ich fand die folge echt brilliant mit unerwarteten Wendungen und was der Humor angeht, da war mir die 1 Folge der 3. Staffel, viel mehr Comedie. Die folge konnte man kaum ernst nehmen.
    Aber Gestern. Sherlock hat zu wenig geredet? Echt, muss was ganz anderes gesehen habe! Bin in einigen Szennen kaum nach gekommen.
    74 3 Melden
    • User01 02.01.2017 17:46
      Highlight Highlight Ganz deiner Meinung. Ich denke, die Person, die gestorben ist, hat sowieso nicht wirklich zu "Sherlock Holmes and John Watson" gepasst. Ihre Geschichte wirkte aufgesetzt und die Macher der Serie mussten einen Weg raus finden - was sie nun umgesetzt haben.
      37 2 Melden
    • Zarzis 02.01.2017 18:02
      Highlight Highlight Und das mit dem Baby, hätte Marry die nächste Folgen immer im 9mt. Schwanger sein sollen?
      Das wäre doch noch lächerlicher.
      Und glaube nicht das dass Baby jetzt die Hauptfigur der Staffel ist.
      37 1 Melden
  • Rabbi Jussuf 02.01.2017 15:58
    Highlight Highlight Homeland, eine amerikanisch aufgeblasene Lindenstrasse? Man stopft alles nur denkbare rein, was irgendwelche Quoten bringen könnte.
    Schon nach ein, zwei Folgen: Nein Danke.

    Hingegen war Sherlock sehr gut, wenigstens am Anfang.
    Nach diesem Bericht kann man nur hoffen, dass sich die neue Staffel wieder auffängt.
    Aber mit Baby??? ... besteht kaum Hoffnung.
    16 35 Melden
  • Stachanowist 02.01.2017 15:33
    Highlight Highlight Tipp für Seriensüchtige: Die ersten zwei Staffeln von Homeland basieren auf "Hatufim" (Die Entführten, engl. Prisoners of War), einer israelischen Fernsehserie. Ab dem Punkt, an dem Homeland die Vorlage von Hatufim "verbraucht" hatte (Ende Staffel II), ging es meiner Meinung nach auch mit Homeland bergab.

    Hatufim ist definitiv empfehlenswert; mir persönlich gefiel es besser als Homeland. Aber das ist Geschmackssache.

    http://www.imdb.com/title/tt1676462/?ref_=fn_al_tt_2
    27 1 Melden
  • 90er 02.01.2017 15:23
    Highlight Highlight Ich hab extra schnell durchgescrollt um nicht wegen Sherlock Holmes gespoilert zuwerden.
    Ist es möglich ein Spoiler Hinweis anzubringen? Wenn es denn nötig ist ( Weiss ich ja nicht, weil ich den Artikel übersprungen habe).
    18 5 Melden
    • Simone M. 02.01.2017 15:30
      Highlight Highlight Ich spoilere nicht! Also, nicht bei Sherlock. Bei Homeland ein bisschen. Da wird aber gewarnt, und um den neuen «Fall» gehts auch noch nicht, über den erfährt man aber auch noch nichts in Folge 1. Im Gegensatz zu Sherlock. Don't worry!
      12 30 Melden
    • 90er 02.01.2017 18:17
      Highlight Highlight Okay dann bin ich beruhigt und kann denn Artikel lesen, Danke :)
      4 1 Melden
    • incorruptus 04.01.2017 14:24
      Highlight Highlight Liebe Simone M. nur schon der Baby-Spoiler war einer zu viel. Zudem finde ich die Kritik absolut unangebracht. Mag Ihre eigene Sicht sein, doch die Dramaturgie, welche gleich zweimal an die Spitze getrieben wird macht auch Folge 1 der Staffel 4 zum wunderbaren Sherlock. Ich freue mich auf die neuen Abenteuer!

      Etwas Gutes hatte dieser Bericht dann doch: meine Erwartung war so tief, dass mich die Folge umso mehr begeisterte. Also danke? Aber bitte, vielleicht lassen sie die Serien-Analysen lieber
      5 0 Melden

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