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BBC-Moderator lässt US-Rechtspopulist Ben Shapiro auflaufen – mit Folgen

13.05.2019, 15:5314.05.2019, 11:11

Was ist passiert?

Für die, die ihn nicht kennen: Ben Shapiro ist einer der momentan einflussreichsten politischen Kommentatoren in der US-amerikanischen Medienwelt. Immer wieder postet er Videos, in denen er zum Beispiel linke Studenten «zerstört». Nun wurde er aber selbst zerstört.

Die BBC hat ihn am vergangenen Freitag für ein Interview über sein neues Buch «The Right Side of History» eingeladen. Aber wie es scheint, konnte der Shootingstar der konservativen Medien nicht mit den kritischen Fragen des BBC-Moderators Andrew Neil mithalten und brach nach ca. 15 Minuten wutentbrannt das Interview ab.

Das ist das Video:

Das Interview lief gut, bis Neil zum Thema Abtreibungen kam. Zum Kontext: Der US-Bundesstaat Georgia will ein neues Gesetz einführen, das Abtreibungen nach der sechsten Woche verbietet. Frauen würden demnach Gefängnisstrafen riskieren, wenn sie für die Abtreibung in einen anderen Staat reisen. Neil fragte provokant, was Shapiro vom barbarischen und ignoranten Gesetz halte.

  • Shapiro: «Sind Sie ein objektiver Journalist oder sind Sie ein Meinungsjournalist?»
  • Neil: «Ich bin ein Journalist, der Fragen stellt.»
  • Shapiro: «Sie geben vor, ein objektiver Journalist zu sein, und auch BBC gibt das vor. Aber offensichtlich sind Sie das nicht, und war das niemals so. Sie als Journalist nennen eine Seite der Politik ignorant, barbarisch und werfen ihr vor, uns zurück ins Mittelalter zu verfrachten. Wieso sagen Sie nicht einfach, dass Sie links sind?»
  • Neil: «Mr. Shapiro, wenn Sie wüssten, wie lächerlich dieses Statement ist, hätten Sie es nicht gesagt.»

Was Shapiro offensichtlich nicht weiss: Andrew Neil ist ein Konservativer und nimmt in Interviews grundsätzlich die Gegenposition ein.

Als Neil später Fragen zur aggressiven Rhetorik von Shapiro stellt, löscht es dem Amerikaner vollkommen ab:

  • Shapiro: «Ehrlich gesagt ... ich finde das Zeitverschwendung. Ich gebe einen Scheiss darauf, was Sie denken, ich hab noch nie etwas von Ihnen gehört. Ich bin berühmt, aber von Ihnen hat noch nie jemand etwas gehört.»
  • Neil: «Und ich hab noch nie etwas von Ihnen gehört, bevor ich mich auf das Interview vorbereitet habe.»
  • Shapiro: «Ich bin nicht geneigt, das Interview fortzuführen, mit so jemandem der so demotiviert ist wie Sie ... Ich glaube wir sind hier fertig.»

Neil nimmt es gelassen und antwortet sarkastisch:

«Danke, dass Sie sich Zeit genommen haben, um uns zu zeigen, dass Wut keinen Platz im amerikanischen politischen Diskurs hat.»
Andrew Neil

Neil äusserte sich später zum missglückten Interview und schoss ausserdem gegen seine amerikanischen Kollegen: «Üblicherweise übernehme ich bei einem Interview die gegensätzliche Position. Das sagt nichts über meine eigenen Ansichten aus. Was machen amerikanische Interviewer?»

Über das Wochenende gelangte wohl auch Shapiro zur Einsicht, dass er sich über sein Gegenüber zu wenig informiert hatte. So tweetete er dann auch: «Neil ZERSTÖRT Ben Shapiro! So fühlt sich das also an. Ich brach meine eigene Regel und war nicht ausreichend vorbereitet. Neil 1, Shapiro 0.»

So reagiert das Netz

Jungfrau wird von BBC (höhö) zerstört:

Ben Shapiro im richtigen Leben:

«Im Gegensatz zu euch Snowflakes bin ich nicht so schnell getriggert» vs. «Ich bin berühmt und niemand hat jemals etwas von dir gehört!»
«Im Gegensatz zu euch Snowflakes bin ich nicht so schnell getriggert» vs. «Ich bin berühmt und niemand hat jemals etwas von dir gehört!»bild: reddit/ u/lengau

Wie man in den Wald hineinruft so schallt es heraus ...

screenshot: twitter

(jaw)

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