DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Erdogan droht Europa: «Wir werden 3,6 Millionen Flüchtlinge schicken»

10.10.2019, 15:5010.10.2019, 16:57
Droht: Erdogan.
Droht: Erdogan.
Bild: EPA

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat der EU wegen Kritik an der Militäroffensive gegen Kurden in Nordsyrien mit dem Ende des Flüchtlingsabkommens gedroht.

Sollten die Europäer den Armee-Einsatz als Besatzung brandmarken, werde die Türkei den Weg für Flüchtlinge nach Europa wieder frei machen, sagte Erdogan vor Abgeordneten seiner Partei AKP am Donnerstag. «Wir werden die Tore öffnen und 3,6 Millionen Flüchtlinge auf den Weg schicken.» Europa sei nicht ehrlich und habe noch nie die Wahrheit gesagt.

Die EU-Kommission bekräftigte ihre Kritik und forderte die Türkei zur Erfüllung ihrer Pflichten als Beitrittskandidat auf. «Der Beitritt zur Europäischen Union erfordert, dass sich alle Kandidaten der Aussenpolitik der Europäischen Union anschliessen», sagte eine Sprecherin der Kommission in Brüssel. «In diesem Zusammenhang, wenn die Türkei es ernst meint mit ihren Ambitionen, ist das der Weg, den sie gehen muss.»

Erdogan wies internationale Kritik, die auch aus Ägypten und Saudi-Arabien kam, als unaufrichtig zurück. Die Militäroffensive, bei der nach seinen Worten bislang 109 feindliche Kämpfer getötet wurden, solle auch zur territorialen Integrität Syriens beitragen.

Die Türkei hatte ihre Offensive gegen die Kurden-Miliz YPG in Nordost-Syrien am Mittwoch gestartet. Sie will im Grenzgebiet auf syrischem Boden eine sogenannte Sicherheitszone schaffen und dort bis zu zwei Millionen syrische Flüchtlinge ansiedeln.

Die Regierung in Ankara betrachtet die Miliz als Ableger der verbotenen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation. Sie fürchtet ein Erstarken der Kurden jenseits der türkischen Südgrenze und damit auch der in der Türkei nach Autonomie strebenden Kurden. (aeg/sda/reu)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Türkei startet Offensive gegen Kurden in Syrien

1 / 20
Türkei startet Offensive gegen Kurden in Syrien
quelle: ap / lefteris pitarakis
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Diese Kurden leben seit 49 Tagen im Flughafen Zürich

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Beschert Macron der Atomkraft in Europa ein Comeback?

Steigende Energiepreise liefern den Befürworter der Kernkraft Argumente. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kämpft dafür, dass die Nukleartechnologie von ihrem schlechten Image befreit wird. Und künftig sogar mit EU-Geldern gefördert werden kann.

Gas, Benzin, Strom: In Europa steigen die Energie- und Kraftstoffpreise. In manchen Ländern massiv. Hauptgrund ist der globale Wirtschaftsaufschwung nach mehr als eineinhalb Jahren Corona-Krise.

Klar ist aber auch: In Zukunft wird Heizen, Strom und Autofahren dauerhaft mehr kosten. Der grüne Umbau der Wirtschaft ist nicht gratis zu haben.

Vor diesem Hintergrund tobt in der EU ein Streit darüber, ob die vielerorts bereits abgeschriebene Atomkraft nicht ein Comeback haben sollte.

Allen voran …

Artikel lesen
Link zum Artikel